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Bath & Body Works Aktie: Quartalsschlag trifft

27.05.2026 - 16:02:00 | boerse-global.de

Bath & Body Works übertrifft mit Q1-Zahlen die Prognosen, der Aktienkurs steigt vorbörslich deutlich. Der Amazon-Einstieg und ein CFO-Wechsel prägen die News.

Bath & Body Works Aktie: Quartalsschlag trifft - Foto: über boerse-global.de
Bath & Body Works Aktie: Quartalsschlag trifft - Foto: über boerse-global.de

Umsatz leicht rückläufig, trotzdem besser als erwartet — und die Aktie springt vorbörslich um rund 14 Prozent. Das ist die kurze Zusammenfassung des Q1-Berichts, den Bath & Body Works heute vorgelegt hat. Das Zahlenwerk allein erklärt den Kurssprung kaum. Was Anleger wirklich aufhorchen lässt, ist das Signal dahinter.

Besser als erwartet, aber nicht gut genug

Der Quartalsumsatz lag bei rund 1,38 Milliarden Dollar — ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber 2025, aber rund 20 Millionen Dollar über dem Analystenkonsens. Der bereinigte Gewinn je Aktie kam bei 0,32 Dollar herein, klar über den erwarteten 0,29 Dollar. CEO Daniel Heaf formulierte es unverblümt: Die Ergebnisse übertrafen die eigene Guidance, liegen aber noch deutlich unter dem Potenzial der Marke.

Das Bild innerhalb des Unternehmens ist zweigespalten. Seifen und Sanitizer wuchsen, getragen von neuen feuchtigkeitsspendenden Handseifenformeln, die beim Launch sowohl Preis als auch Stückproduktivität im zweistelligen Bereich verbesserten. Das Kerzen-Segment hielt sich mit strategischen Preismaßnahmen; die White Barn Neutrals-Kollektion legte im Vergleich zu Q1 2025 rund 20 Prozent zu. Body Care hingegen enttäuschte mit einem Rückgang im mittleren Zehnprozentbereich — verursacht durch eine zu stark reduzierte Produktauswahl in der Everyday-Luxuries-Linie und einen erhöhten Zubehöranteil in der Disney-Kooperation.

Amazon-Einstieg als Wachstumshebel

Seit Februar verkauft Bath & Body Works über Amazon — ein grundlegend neuer Kanal für das Unternehmen. Die frühen Signale sind positiv: wöchentlich zweistellige Wachstumsraten, höhere Durchschnittspreise als im eigenen Direktkanal, und eine Kundschaft, die jünger und kaufkräftiger ist als der bestehende Stamm. Derzeit sind rund 94 SKUs auf der Plattform gelistet, etwa sieben Prozent des aktiven Filial-Sortiments — der Ausbau läuft kontrolliert.

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Indes steht ab Juli ein vollständiges Relaunch der Store-Navigation im Raum: Klarere Wegführung, übersichtlichere Produktlayouts in der gesamten Filialenflotte mit rund 1.900 nordamerikanischen Standorten. Parallel dazu plant das Management einen mobil-optimierten Website-Relaunch noch in diesem Jahr.

Guidance bestätigt, CFO verlässt das Unternehmen

Für das Gesamtjahr 2026 hält Bath & Body Works an seiner Prognose fest: Umsatz zwischen minus 4,5 und minus 2,5 Prozent, bereinigtes EPS zwischen 2,40 und 2,65 Dollar. Freier Cashflow von rund 600 Millionen Dollar wird angepeilt. Keine Aktienrückkäufe, keine Annahmen für Zollrückerstattungen sind in der Guidance enthalten.

Ein personeller Wechsel überschattet den Tag dennoch: CFO Eva Boratto verlässt das Unternehmen zum 12. Juni und wechselt als Finanzchefin zu Cencora. Tom Javitch, seit über 16 Jahren im Unternehmen, übernimmt als Interims-CFO. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger läuft bereits.

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Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatzrückgang zwischen drei und fünf Prozent sowie ein bereinigtes EPS zwischen 0,20 und 0,25 Dollar — deutlich unter dem Q1-Niveau, da höhere Produktinvestments und verstärkte Marketingausgaben für die zweite Jahreshälfte vorgezogen werden. Das eigentliche Testfeld für die Strategie beginnt im Herbst: Wenn die angekündigten Produktinnovationen in den Kernkategorien gemeinsam mit einem überarbeiteten Markenauftritt in die Saison gehen, werden sich die frühen Proof Points entweder in harten Umsatzzahlen bestätigen — oder nicht.

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