Bahn und GDL starten entscheidende Verhandlungsrunde
23.02.2026 - 08:18:11 | boerse-global.deDie Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL ringen bis Freitag um einen Tarifkompromiss. Gelingt keine Einigung, drohen ab März massive Streiks.
Die fünfte und letzte Verhandlungsrunde in Berlin entscheidet über die Reisewoche von Millionen Menschen. Die Friedenspflicht läuft am 28. Februar aus. Danach könnte die GDL zu Arbeitsniederlegungen aufrufen und den Personen- und Güterverkehr lahmlegen. Die Gespräche markieren den Höhepunkt eines seit Januar schwelenden Konflikts.
Die großen Streitpunkte: Geld und Zeit
Im Kern geht es um zwei Dinge: die Höhe der Gehaltserhöhung und die Laufzeit des neuen Vertrags. Die GDL fordert acht Prozent mehr Lohn und eine kurze Vertragsdauer von nur zwölf Monaten. Ein Teil der Erhöhung soll durch eine neue, höhere Entgeltstufe erreicht werden.
Die Deutsche Bahn hat ein Gegenangebot von sechs Prozent auf dem Tisch. Es sieht stufenweise Erhöhungen und eine Einmalzahlung von 400 Euro vor. Der größte Knackpunkt: Der Konzern will den Vertrag über 30 Monate abschließen – für die Gewerkschaft ein No-Go.
Von der Eskalation zur vorsichtigen Hoffnung
Die Stimmung im Verlauf der Verhandlungen war eine Achterbahnfahrt. Nach einem harschen Auftakt und Drohungen mit Gesprächsabbruch kam überraschend Bewegung in die vierte Runde Mitte Februar. Beide Seiten sprachen von Annäherungen und ersten Verständigungen in wesentlichen Punkten.
Ein Bahnsprecher zeigte sich zuversichtlich, die letzten Differenzen nun ausräumen zu können. Die GDL mahnte jedoch weiterhin Ernsthaftigkeit an. Über konkrete Inhalte des Zwischenstands wird Stillschweigen bewahrt.
Die tickende Uhr: Streiks ab März?
Der Druck ist enorm. Mit dem Auslaufen der Friedenspflicht Ende dieser Woche fällt das wichtigste Druckmittel der Gewerkschaft. Können sich DB-Personalvorstand Martin Seiler und der neue GDL-Chef Mario Reiß nicht einigen, steht der Weg zu Warn- und unbefristeten Streiks offen.
Für die ohnehin stark kritisierte Bahn wäre ein neuerlicher Großstreik ein Desaster. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, die schon jetzt im Fokus stehen, würden weiter leiden. Für die Wirtschaft und die Pendler bedeutete es Chaos: Zugausfälle, Verspätungen und überfüllte Alternativen.
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Die Frage ist also: Gelingt der Kompromiss am Tisch oder geht der Konflikt auf die Gleise über? Die kommenden Tage werden es zeigen.
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