Autonomes, Fahren

Autonomes Fahren startet durch: Robotaxis kommen 2026 in Serie

24.02.2026 - 13:39:51 | boerse-global.de

Die Branche tritt in die kommerzielle Phase ein: Uber baut eine Plattform für Robotaxi-Flotten, während Mobileye und Elektrobit einen Sicherheitsstandard setzen. Tesla und Waymo verfolgen unterschiedliche Wege zur Vollautonomie.

Die kommerzielle Ära des autonomen Fahrens beginnt jetzt. Innerhalb weniger Tage haben Schlüsselunternehmen Plattformen und Partnerschaften für den globalen Massenmarkt vorgestellt. Der Fokus liegt nicht mehr auf Tests, sondern auf skalierbarer Verbreitung.

Uber wird zur zentralen Plattform für Robotaxis

Am 23. Februar 2026 hat Uber offiziell Uber Autonomous Solutions als neues Geschäftsfeld gestartet. Die Plattform bietet Herstellern autonomer Fahrzeuge eine Komplettlösung an – von der physischen Infrastruktur bis zur Nutzer-App. Das Ziel: Die Ingenieurteams der Hersteller können sich ganz auf die Entwicklung von Software und Sensoren konzentrieren, während Uber Kundenaquise, Support und den Betrieb der 24-Stunden-Flotten übernimmt.

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Damit bündelt Uber seine wachsenden Partnerschaften mit Entwicklern wie WeRide, Volkswagen und Nuro. Branchenberichte deuten auf den Start des gemeinsamen Robotaxis von Nuro, Lucid und Uber im Großraum San Francisco noch 2026 hin. Für den Betrieb dieser fahrerlosen Flotten investiert Uber über 100 Millionen Euro in den Bau von Ladezentren in mehreren US-Metropolen. Finanzanalysten sehen darin eine strategische Weichenstellung: Mit seiner starken Marktposition und einem Umsatz von 52 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 will sich Uber als unverzichtbare, neutrale Plattform für das Robotaxi-Zeitalter etablieren.

Elektrobit und Mobileye setzen Sicherheits-Standard

Doch der Erfolg hängt von der zugrundeliegenden Softwaresicherheit ab. Einen wichtigen Schritt dazu verkündeten am 24. Februar der deutsche Automobilsoftware-Spezialist Elektrobit und der Autonomie-Pionier Mobileye. Das Erlanger Unternehmen hat sein sicherheitszertifiziertes Betriebssystem EB corbos Linux for Safety Applications in Mobileyes Level-4-System Mobileye Drive integriert.

Diese Integration ist ein Meilenstein für den europäischen und globalen Automobilsoftware-Markt. Das System von Elektrobit ist die erste Open-Source-Lösung, die die strengen Anforderungen der funktionalen Sicherheit im Automobilbereich erfüllt. Der TÜV Nord hat die Konformität mit den Normen ISO 26262 (ASIL B) und IEC 61508 (SIL2) bestätigt. Laut Elektrobit ermöglicht die Kombination aus Open-Source-Flexibilität und höchsten Sicherheitsstandards den Herstellern eine schnellere Markteinführung, ohne Kompromisse bei der Stabilität einzugehen.

Waymo und Tesla verfolgen konträre Strategien

Während Uber die Plattform und Mobileye die Technik liefern, bauen die großen Fahrzeugbetreiber ihre eigenen Flotten massiv aus. Alphabet-Tochter Waymo hat am 18. Februar den Betrieb mit seiner sechsten Generation des „Waymo Driver“ aufgenommen. Das System setzt auf einen einheitlichen Satz hochauflösender Kameras, Lidar und Radar und wurde für die Großserienproduktion optimiert.

Gleichzeitig bereitet sich die Branche auf den nächsten großen Coup von Tesla vor. Das Unternehmen plant laut Branchenkreisen, die Produktion seines fahrerlosen Cybercab im April 2026 zu starten. Im Gegensatz zu Waymos geofenceter, sensorlastiger Strategie setzt Tesla fast vollständig auf kamerabasierte Künstliche Intelligenz, die durch Millionen Fahrzeuge auf der Straße trainiert wird. Der Cybercab soll ohne Lenkrad und Pedale auskommen – ein klares Bekenntnis zur sofortigen Vollautonomie. Marktbeobachter sind gespannt: Wird der Weg von Waymos präziser Kartierung oder Teslas skalierbaren neuronalen Netzen die nächste Phase des Wettrennens bestimmen?

Branche setzt auf Spezialisierung und Allianzen

Die Entwicklungen dieser Woche markieren einen fundamentalen Wandel. Die Branche verlässt die Phase isolierter Tests und tritt in das Zeitalter der kommerziellen Verbreitung ein. Durchbrüche in der KI, insbesondere bei Vision-Language-Action-Modellen, verkürzen die Einführungszeiträume von Jahren auf Monate.

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Die Bildung von Allianzen unterstreicht die Notwendigkeit breiter Zusammenarbeit. Die EU-Kommission startete Mitte Februar die European Connected and Autonomous Vehicle Alliance, um die Einführung softwaredefinierter Fahrzeuge in Europa zu beschleunigen. Solche Initiativen zeigen: Kein Unternehmen baut mehr den gesamten „Autonomous Stack“ alleine. Stattdessen spezialisieren sich die Akteure auf bestimmte Ebenen – von der Hardware über die Sensorfusion bis hin zum Flottenmanagement.

Ausblick: Exponentielles Wachstum steht bevor

Für das restliche Jahr 2026 ist ein exponentielles Wachstum des Marktes zu erwarten. Uber hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Jahresende autonome Flotten in 15 Städten weltweit zu betreiben, unter anderem in Abu Dhabi und Dubai. Während die Produktion speziell entwickelter Robotaxis hochgefahren wird, werden Großstädte einen spürbaren Zuwachs an fahrerlosen Fahrzeugen erleben, die sich nahtlos in den öffentlichen Nahverkehr und Liefernetze integrieren.

Die größte Herausforderung bleiben uneinheitliche regulatorische Rahmenbedingungen. Dennoch deuten die milliardenschweren Investitionen, die rigorosen Sicherheitszertifizierungen und die technologischen Fortschritte dieser Woche auf einen klaren Trend hin: Das autonome Fahren ist auf dem Weg in den Mainstream.

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