Treffen im Weißen Haus: Merz redet drei Minuten, Trump 30
03.03.2026 - 20:19:36 | dpa.deDie rund 35-minütige Pressekonferenz im Oval Office wurde klar von Trump dominiert.
Der US-Präsident sprach ausführlich über den Militäreinsatz gegen den Iran, die Rolle europäischer Partner, Nato-Verteidigungsausgaben, Energiepolitik, Handelsfragen sowie den Ukraine-Krieg. Immer wieder beantwortete er Nachfragen von anwesenden Journalistinnen und Journalisten mit langen Ausführungen und griff dabei auch innenpolitische Themen auf.
Merz betont Bündnislinie und "Tag danach"
Merz kam insgesamt auf etwas mehr als drei Minuten Redezeit. Er setzte dabei gezielte Akzente: Der Kanzler betonte die gemeinsame Linie im Umgang mit dem Iran, verwies aber auf die Bedeutung eines "Tages danach" - die Notwendigkeit, bereits jetzt über politische Perspektiven und Sicherheitsstrukturen für die Zeit nach dem Konflikt zu sprechen.
Die infolge der Angriffe gestiegenen Energiepreise schadeten "natürlich unseren Volkswirtschaften", sagte Merz. Deshalb erwarte er, dass die israelische und amerikanische Armee "die richtigen Dinge" täten, um den Konflikt rasch zu beenden und eine neue Regierung zu ermöglichen, die Frieden und Stabilität bringe.
Zur Ukraine unterstrich Merz, dass deren territoriale Integrität gewahrt bleiben müsse. Vor dem Hintergrund von Trumps scharfer Kritik an Spanien betonte er zudem, dass alle Nato-Staaten ihre zugesagten Verteidigungsausgaben erfüllen müssten - ohne die Drohungen des US-Präsidenten direkt zu kommentieren. Mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran hatte Trump Spanien schreckliches Verhalten vorgeworfen.
Vertrautes Muster
Eine gewisse Parallele zum ersten Treffen zwischen Trump und Merz ist unverkennbar: Beim Antrittsbesuch vor zehn Monaten hatte Merz bei einer rund 42-minütigen Begegnung ebenfalls nur etwas mehr als drei Minuten gesprochen. Auch damals nahm Trump den überwiegenden Teil der Redezeit ein.
Während Merz von den Journalisten diesmal mehrfach direkt angesprochen wurde und einzelne Fragen beantwortete, blieb das Grundmuster gleich: Trump prägte Tempo, Themenwechsel und Ton der Pressekonferenz.
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