AST SpaceMobile Aktie: Blue-Origin-Rakete verzögert Start
15.06.2026 - 21:22:01 | boerse-global.deEine explodierte Rakete wirft den ehrgeizigen Zeitplan von AST SpaceMobile durcheinander. Der kommerzielle Start des Satelliten-Netzwerks verschiebt sich in das erste Halbjahr 2027. An der Börse hinterlässt das tiefe Spuren. Die Aktie notiert mit 72,30 Euro fast 37 Prozent unter ihrem Mai-Hoch.
Auf Jahressicht steht zwar immer noch ein sattes Plus von fast 99 Prozent auf der Anzeigetafel. Die extrem hohe Volatilität zeigt aber die Nervosität der Investoren.
Rückschlag durch Blue Origin
Ende Mai verlor Blue Origin bei einem Test eine New-Glenn-Rakete. Dieser Vorfall zwingt AST SpaceMobile zu einer Kurskorrektur. Laut der Investmentbank William Blair verzögert sich der Aufbau der Satellitenkonstellation um drei bis sechs Monate. Ursprünglich wollte das Unternehmen bereits Ende 2026 erste Dienste anbieten.
Im April hatte eine New-Glenn-Rakete den Vorgänger BlueBird 7 in einer zu niedrigen Umlaufbahn abgesetzt. Der Satellit musste kontrolliert abstürzen. Versicherungen deckten den finanziellen Schaden. Aktuell kreisen nur sechs Satelliten des Unternehmens im All.
Bewährungsprobe im All
Trotz der Verzögerung blickt der Markt gespannt auf Cape Canaveral. Dort stehen die Satelliten BlueBird 8, 9 und 10 vor dem Start mit einer Falcon-9-Rakete. Dieser Flug ist extrem wichtig. Er markiert die Rückkehr zur Mehrfach-Aussetzung von Satelliten.
Die Produktionsziele bleiben ehrgeizig. Bis Ende 2026 sollen bis zu 60 Satelliten im Orbit arbeiten. Das texanische Unternehmen baut mittlerweile sechs voll ausgestattete Einheiten pro Monat.
Die jüngsten Quartalszahlen fielen allerdings enttäuschend aus. Der Verlust je Aktie lag bei 0,66 US-Dollar und verfehlte die Prognosen deutlich. Auch der Umsatz von knapp 15 Millionen US-Dollar blieb hinter den Erwartungen zurück. Dennoch hält das Management an seinem Jahresziel fest.
Rückenwind von den Netzbetreibern
Abseits der Startrampe sammelt AST SpaceMobile wichtige Pluspunkte. AT&T, T-Mobile und Verizon bündeln ihre Frequenzen in einem neuen Joint Venture. Sie wollen Funklöcher in den USA künftig aus dem All schließen. Die Folge: eine massive strategische Bestätigung für die Technologie.
Auch die Behörden spielen mit. Die US-Aufsicht FCC genehmigte den Betrieb von bis zu 248 Satelliten. Eine ähnliche Erlaubnis erteilte die brasilianische Behörde Anatel. Die regulatorische Basis steht damit auf einem soliden Fundament.
Der anstehende Start der drei neuen BlueBirds liefert nun das wichtigste kurzfristige Signal. Eine fehlerfreie Mission würde beweisen, dass der Aufbau des Netzwerks trotz des jüngsten Rückschlags funktioniert. Gelingt das, rückt auch das Jahresumsatzziel von bis zu 200 Millionen US-Dollar wieder in greifbare Nähe.
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