Arthrose: Bewegung ist die beste Medizin
21.01.2026 - 06:26:12Bei Arthrose lindert gezielte Bewegung Schmerzen und bremst den Gelenkverschleiß. Das ist die zentrale Botschaft moderner Therapieleitlinien. Lange galt Schonung als oberstes Gebot – heute weiß die Medizin: Sanfte Aktivität ist eine der wichtigsten Therapiesäulen.
Warum Schonen der falsche Weg ist
Der Knorpel in unseren Gelenken besitzt keine eigenen Blutgefäße. Er ernährt sich ausschließlich aus der Gelenkflüssigkeit, der Synovia. Diese „Schmiere“ wird erst durch Bewegung produziert und im Knorpel verteilt. Nur so bleibt er elastisch und wird mit Nährstoffen versorgt.
Zudem stärkt Bewegung die umliegende Muskulatur. Sie wirkt wie ein natürlicher Stoßdämpfer, stabilisiert die Gelenke und entlastet sie. Studien zeigen: Durch Muskelarbeit werden entzündungshemmende Stoffe freigesetzt, die systemische Entzündungen abschwächen können.
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Die besten Sportarten für strapazierte Gelenke
Experten empfehlen Aktivitäten mit gleichmäßigen Bewegungen und geringer Stoßbelastung. Diese Sportarten schonen die Gelenke besonders:
- Schwimmen und Wassergymnastik: Der Auftrieb des Wassers trägt einen Großteil des Körpergewichts. Der Druck auf Knie und Hüfte sinkt erheblich, während der Wasserwiderstand für ein effektives Training sorgt.
- Radfahren: Die runde Tretbewegung auf dem Fahrrad oder Ergometer stärkt die Beinmuskulatur, ohne die Gelenke zu erschüttern. Ein niedriger Einstieg erleichtert den Start.
- Nordic Walking und Spazieren: Moderates Gehen auf ebenem Grund ist die einfachste Aktivität. Stöcke entlasten die Gelenke zusätzlich und trainieren den Oberkörper.
- Yoga und Tai-Chi: Diese sanften Bewegungsformen verbessern Flexibilität, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung. Sie helfen, Verspannungen zu lösen.
So bringen Sie Bewegung in den Alltag
Neben Sport sind kleine Übungen im Tagesablauf entscheidend. Physiotherapeuten raten zu simplen Tricks:
- Bewusstes Treppensteigen kräftigt die Beine.
- „Sitztanzen“ im Bürostuhl mobilisiert die Hüfte: Dazu die Oberschenkel im Sitzen abwechselnd vor- und zurückbewegen.
- Die „Beckenschaukel“ lockert den unteren Rücken: Im Sitzen das Becken rhythmisch vor- und zurückkippen.
Bereits kurze, aber regelmäßige Einheiten von wenigen Minuten können einen spürbaren Effekt haben.
Professionelle Hilfe holen
Die moderne Arthrose-Therapie setzt auf einen multimodalen Ansatz. Ein Physiotherapeut erstellt einen individuellen Trainingsplan, genau zugeschnitten auf das betroffene Gelenk. Internationale Leitlinien empfehlen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – natürlich angepasst an das persönliche Leistungsniveau.
Wichtig: Bei akuten Schmerzen oder Entzündungen sollte das Training pausiert oder angepasst werden. Hier ist ärztlicher Rat gefragt.
Die Zukunft ist personalisiert
Die Forschung arbeitet an maßgeschneiderten Lösungen. Der Trend geht weg von pauschalen Empfehlungen hin zu individuellen Bewegungsplänen. Digitale Gesundheits-Apps und Wearables könnten künftig die Anleitung und Motivation der Patienten unterstützen und Therapieerfolge besser messbar machen. Das Ziel bleibt: die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.


