Arbeitsrecht 2026: Neue Regeln für Mindestlohn, Rentner und KI
26.02.2026 - 06:19:07 | boerse-global.deDeutsche Unternehmen müssen sich auf ein arbeitsrechtliches Großprojekt einstellen. Seit Januar gelten höhere Löhne und neue Anreize für Rentner. Doch die größten Herausforderungen stehen noch bevor.
Höherer Mindestlohn und neue Minijob-Grenze treten in Kraft
Die wohl spürbarste Änderung betrifft Millionen Beschäftigte: Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum Jahresbeginn auf 13,90 Euro pro Stunde. Für 2027 ist bereits eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro geplant. Diese Anpassung zwingt Personalabteilungen zur Überprüfung aller Verträge und Gehaltsabrechnungen.
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Direkt damit verbunden ist die Anhebung der Minijob-Grenze auf 603 Euro monatlich. Arbeitgeber müssen jetzt genau hinschauen, um ein unbeabsichtigtes Überschreiten dieser Schwelle zu vermeiden. Sonst droht die volle Sozialversicherungspflicht. Auch Auszubildende profitieren: Ihre Mindestvergütung wurde angehoben. Im Pflegesektor sind ab Juli weitere branchenspezifische Lohnerhöhungen vorgesehen.
„Aktivrente“ soll Rentner im Job halten
Der Fachkräftemangel treibt die Politik um. Ein neues Instrument soll helfen: die sogenannte „Aktivrente“. Seit Januar können Rentner, die weiterarbeiten, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Das Ziel ist klar: Erfahrene Kräfte sollen länger im Beruf bleiben.
Gleichzeitig verlängert die Bundesregierung ein Kriseninstrument: Die maximale Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld bleibt bis Ende 2026 bei 24 Monaten. Das gibt Unternehmen in unsicheren Zeiten Planungssicherheit. Ebenfalls entfristet wurde das Paketboten-Schutzgesetz, das die Haftung von Versandunternehmen für Subunternehmer regelt.
Die nächsten großen Fristen: Lohngerechtigkeit und KI
Während die Januar-Regeln schon wirken, ticken im Hintergrund zwei weitere Uhren. Bis zum 7. Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Die Vorgaben werden streng: Unternehmen müssen in Stellenanzeigen Gehaltsspannen nennen und auf Mitarbeiteranfrage Auskunft über geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede geben.
Kaum zwei Monate später, ab August 2026, tritt der Großteil der europäischen KI-Verordnung (AI Act) in Kraft. Sie betrifft jeden Arbeitgeber, der KI im Recruiting oder Personalmanagement einsetzt. Diese Firmen gelten oft als „Betreiber“ und müssen ihre Systeme auf neue Compliance-Pflichten überprüfen. Eine Bestandsaufnahme aller KI-Tools ist jetzt dringend empfohlen.
Neben der Lohntransparenz rücken durch die EU-KI-Verordnung auch neue Dokumentationspflichten für Unternehmen in den Fokus. Erfahren Sie in diesem kompakten Gratis-E-Book, welche Anforderungen und Übergangsfristen für Ihre eingesetzten Systeme ab sofort gelten. EU-KI-Verordnung kompakt: Endlich verständlich erklärt, welche Pflichten für Ihr Unternehmen gelten
Bürokratie vs. Fachkräftesicherung: Der Spagat der Politik
Die neuen Gesetze zeigen, worum es der Politik geht: Kaufkraft im Niedriglohnsektor stärken und dem Fachkräftemangel begegnen. Für Personalabteilungen bedeutet das jedoch vor allem eines: Mehr Bürokratie.
Die Anpassung der Lohnsysteme ist nur der Anfang. Die kommende Transparenzrichtlinie erfordert eine grundlegende Analyse der eigenen Gehaltsstrukturen. Gleichzeitig sorgt die unklare Lage bei einer möglichen Arbeitszeitreform weiter für Rechtsunsicherheit.
Unternehmen müssen jetzt handeln
Die Zeit bis Juni und August ist knapp. Wer die neuen Regeln zu Lohntransparenz und KI verschläft, riskiert rechtliche Konsequenzen. Kluge Unternehmen nutzen die Monate, um ihre Gehaltslisten auf Diskriminierung zu prüfen und ihre KI-Systeme zu inventarisieren.
Proaktives Handeln lohnt sich doppelt: Es minimiert Risiken und positioniert das Unternehmen als fairen, modernen Arbeitgeber. In einem angespannten Arbeitsmarkt kann das den entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um die besten Köpfe bedeuten.
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