Apple, Mac

Apple verlagert Mac Mini-Produktion nach Texas

24.02.2026 - 11:01:52 | boerse-global.de

Apple beginnt noch 2026 mit der Montage des Mac Mini in den USA. Die Produktion in einer Foxconn-Fabrik in Texas ist Teil einer milliardenschweren Investitionsoffensive und dient der Diversifizierung der Lieferkette.

Apple baut erstmals einen seiner wichtigsten Desktop-Computer in den USA. Der Konzern startet noch dieses Jahr mit der Montage des Mac Mini in einer Foxconn-Fabrik in Houston, Texas. Diese Entscheidung ist ein Meilenstein in der Rückverlagerung von High-Tech-Produktion nach Nordamerika.

Strategische Neuausrichtung der Lieferkette

Der Tech-Riese reagiert damit auf geopolitische Spannungen und drohende Handelszölle. Die Produktion in Texas ist Teil einer milliardenschweren Investitionsoffensive. Apple hatte zugesagt, innerhalb von vier Jahren rund 600 Milliarden Euro in die US-Wirtschaft zu pumpen.

Anzeige

Während Apple seine Hardware-Produktion neu ausrichtet, können Nutzer ihre eigene Apple-Expertise mit einem praktischen Ratgeber erweitern. Dieses kostenlose PDF-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe für Einsteiger leicht verständlich und ohne Technik-Blabla. Kostenloses iPhone-Lexikon direkt per E-Mail anfordern

Bislang ließ Apple fast alle Consumer-Produkte in Asien fertigen. Der Mac Mini aus Houston bricht mit dieser Tradition. Für die Montage wird eine Lagerhalle in eine 20.000 Quadratmeter große Fertigungslinie umgewandelt. Der Standort produziert bereits KI-Server für Apples Cloud-Infrastruktur.

„Wir bauen hier eine vielseitige Produktionsstätte auf“, erklärte COO Sabih Khan bei einem Werksrundgang. Neben der Montage entsteht ein Trainingszentrum für moderne Fertigungstechniken. Es soll sowohl Mitarbeiter als auch Studenten schulen.

Warum ausgerechnet der Mac Mini?

Die Wahl fiel nicht zufällig auf den kompakten Desktop. Mit einem Einstiegspreis von etwa 550 Euro ist er das günstigste Modell im Apple-Sortiment. Seine modulare Bauweise macht ihn vergleichsweise einfach zu montieren – ideal für den Start einer neuen Fertigungslinie.

Zudem ist die Nachfrage stabil. Vor allem Software-Entwickler und Nutzer lokaler KI-Anwendungen schätzen den leistungsstarken Mini-Rechner. Im Gegensatz zum hochpreisigen Mac Pro, den Apple einst in Austin fertigte, hat sich der Mini als Verkaufserfolg erwiesen.

„Es ist ein kalkuliertes Risiko“, analysiert eine Branchenexpertin. „Apple testet mit einem Produkt, das überschaubare Stückzahlen und eine treue Fangemeinde hat.“

Schutz vor Zöllen und Lieferengpässen

Hinter der Entscheidung steckt harte Wirtschaftspolitik. Die US-Regierung droht seit Jahren mit Sonderzöllen auf importierte Elektronik – bis zu 25 Prozent waren im Gespräch. Eine heimische Fertigung schützt Apple vor diesen finanziellen Risiken.

Gleichzeitig diversifiziert der Konzern seine Lieferkette. Neben der Endmontage investiert Apple massiv in heimische Chip-Produktion. Allein in diesem Jahr will das Unternehmen über 100 Millionen Halbleiter aus der neuen TSMC-Fabrik in Arizona beziehen.

Kann sich Apple so von asiatischen Lieferengpässen unabhängiger machen? Zumindest teilweise. Die Strategie folgt einem „Local-for-Local“-Modell: Die in Texas montierten Mac Minis sind vor allem für den US-Market bestimmt. Sie sollen Lieferzeiten verkürzen und Transportkosten senken.

Kein Abschied von Asien

Trotz des symbolträchtigen Schrittes: Apple kehrt Asien nicht den Rücken. Der Großteil der Mac Mini-Produktion und nahezu die gesamte Fertigung von iPhones und iPads bleibt in Übersee. Die Skaleneffekte und das Know-how der etablierten Partner sind für den Konzern unverzichtbar.

Experten sehen in Texas daher eher ein Pilotprojekt. Gelingt die Umstellung mit der gewohnten Apple-Qualität und Kosteneffizienz, könnte die Produktion weiterer Produktlinien folgen. Der Erfolg wird von Wettbewerbern und Investoren genau beobachtet.

Für US-Kunden könnte sich der Schritt bald bemerkbar machen. Noch 2026 sollen die ersten „Made in Texas“-Mac Minis ausgeliefert werden. Sie stehen für einen neuen, flexibleren Ansatz in der globalen Produktion – eine Fähigkeit, die in unsicheren Handelszeiten immer wertvoller wird.

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.