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Apple startet erste Tests für verschlüsselte RCS-Nachrichten

18.02.2026 - 07:52:12

Apple integriert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in den RCS-Standard, um die langjährige Sicherheitslücke zwischen iPhone und Android zu schließen. Die Funktion wird 2026 erwartet.

Apple nimmt die Zukunft der sicheren Handy-Kommunikation in Angriff: Erstmals testet der Konzern eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Verbindung. Damit könnte die lange kritisierte Sicherheitslücke zwischen iPhone und Android bald Geschichte sein.

Ein Meilenstein für die Privatsphäre

Die Funktion tauchte diese Woche in der ersten Entwickler-Beta von iOS 26.4 auf. Sie markiert einen entscheidenden Schritt, um das Versprechen einzulösen, das Apple vor Monaten gab: den offenen RCS-Standard mit moderner Verschlüsselung zu unterstützen. Bislang liefen SMS- und MMS-Nachrichten zwischen den Systemen ungeschützt – ein Sicherheitsrisiko, das Privacy-Experten seit Jahren anprangern.

„Das ist der Anfang vom Ende der grünen Blasen-Problematik“, kommentiert ein Branchenkenner. Gemeint sind die Android-Nachrichten, die auf iPhones grün hinterlegt sind. Sie sollen bald das gleiche hohe Sicherheitsniveau erhalten wie die blauen iMessage-Blasen.

So sieht der Test in iOS 26.4 aus

Entwickler finden in den Nachrichten-Einstellungen jetzt einen neuen Schalter für verschlüsseltes RCS. Ist er aktiviert – was standardmäßig der Fall ist – erscheint in Chats ein Schloss-Symbol. Es signalisiert: Diese Nachricht ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Doch Apple geht behutsam vor. In der aktuellen Beta ist die Funktion auf Gespräche zwischen iPhones beschränkt, bei denen iMessage deaktiviert ist. Tests mit Android-Geräten sind noch nicht möglich. Der Konzern will die Technologie zunächst im eigenen Ökosystem verfeinern, bevor es in die komplexe Welt der Android-Hersteller und Mobilfunkanbieter geht.

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Warum verschlüsseltes RCS so wichtig ist

Rich Communication Services (RCS) ist der moderne Nachfolger der veralteten SMS. Der Standard ermöglicht Lesebestätigungen, Schreib-Indikatoren und den Versand hochauflösender Medien – Features, die Nutzer von WhatsApp oder Signal kennen. Bisher fehlte jedoch die Verschlüsselung.

Ohne sie konnten Nachrichten zwischen den Plattformen theoretisch mitgelesen werden. Die Integration von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) schafft nun endlich Privatsphäre auf iMessage-Niveau für alle Nutzer. Ein lange überfälliger Schritt, der eines der größten Sicherheitsgefälle im Mobilfunkmarkt beseitigt.

Technische Hürden und neue Features

Apple arbeitet für die Umsetzung mit der GSM Association (GSMA) zusammen, die den RCS-Standard verwaltet. Nötig ist ein Update auf das RCS Universal Profile 3.0. Diese Version basiert auf dem modernen Messaging Layer Security (MLS)-Protokoll für robuste Verschlüsselung.

Die derzeit auf iPhones genutzte Version 2.4 unterstützt E2EE noch nicht. Der Sprung auf 3.0 bringt nicht nur Sicherheit, sondern auch neue Funktionen: Nutzer sollen Nachrichten bearbeiten, lösen und gezielt antworten können – selbst in Chats über Plattformgrenzen hinweg.

Druck von Google zeigt Wirkung

Die Ankündigung wird als großer Zugeständnis Apples gewertet. Jahrelang hatte vor allem Google öffentlich Druck gemacht, um die Sicherheit plattformübergreifender Nachrichten zu verbessern. Jetzt baut Apple eine der letzten Barrieren zwischen den mobilen Ökosystemen ab.

Für den Messaging-Markt hat die Entscheidung weitreichende Folgen. Sie schwächt einen Hauptvorteil von Dritt-Apps wie WhatsApp und Signal: deren sichere, plattformübergreifende Kommunikation. Bald könnte die standardmäßige Telefonnummern-basierte Nachrichten-App für alle Nutzer sicher sein – ein großer Sieg für die Verbraucher.

Wann kommt die Funktion für alle?

Der Test in der Entwickler-Beta ist ein Meilenstein, doch eine öffentliche Veröffentlichung steht nicht unmittelbar bevor. Apple bestätigt: Die Funktion wird nicht im finalen iOS 26.4-Release enthalten sein. Stattdessen ist sie für ein späteres Update im Laufe des Jahres 2026 geplant.

Die nächste Phase wird entscheidend: die Ausweitung der Beta-Tests auf Android-Geräte. Dieser plattformübergreifende Test erfordert intensive Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern und Google. Nutzer müssen sich auf einen schrittweisen Rollout einstellen, während Apple eine stabile und sichere Brücke für hunderte Millionen Geräte weltweit baut.

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