Apple, Konkurrenz-Uhren

Apple öffnet sein Ökosystem: iPhone-Benachrichtigungen für Konkurrenz-Uhren in der EU

02.01.2026 - 09:31:12

Apple führt mit iOS 26.3 erstmals eine Benachrichtigungsweiterleitung für Smartwatches von Drittanbietern in der EU ein. Dies ist eine direkte Folge des Digital Markets Act, bleibt jedoch mit einer exklusiven Gerätewahl verbunden.

Apple bricht sein Hardware-Monopol: Erstmals können iPhone-Benachrichtigungen in der EU auf Smartwatches von Garmin, Samsung und Google gespiegelt werden. Die neue Funktion in iOS 26.3 ist eine direkte Folge des Digital Markets Act.

Die Festung bröckelt. Pünktlich zum Jahresbeginn 2026 setzt Apple erstmals eine zentrale Forderung des europäischen Digital Markets Act (DMA) um und öffnet sein geschlossenes Hardware-Ökosystem. Wie aus der aktuellen Entwicklerversion iOS 26.3 hervorgeht, führt der Konzern die Funktion „Notification Forwarding“ ein. Sie erlaubt es iPhone-Nutzern in der EU, Systembenachrichtigungen direkt auf Smartwatches von Wettbewerbern wie Garmin, Google oder Samsung zu spiegeln. Bisher war diese nahtlose Integration dem hauseigenen Apple Watch vorbehalten.

Für die Konkurrenz ist das ein Durchbruch. Marktanalysten schätzen, dass die mangelnde iPhone-Kompatibilität Herstellern wie Garmin in Europa bis zu 15 Prozent ihres potenziellen Marktanteils kostete. Jetzt können ihre Sport- und Outdoor-Uhren endlich zu vollwertigen Smartwatches für iOS-Nutzer werden.

Die Entdeckung in der Beta-Software zeigt typische Apple-Strategie: technische Compliance mit eigenen Einschränkungen. Die neue Einstellung findet sich in den Benachrichtigungsoptionen und nutzt ein standardisiertes Protokoll. Doch der Teufel steckt im Detail.

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Die entscheidende Limitierung: Die Benachrichtigungsweiterleitung ist exklusiv. Aktiviert ein Nutzer sie für eine Garmin-Uhr, erhält seine Apple Watch keine Alerts mehr. „Benachrichtigungen können jeweils nur an ein Zubehörteil weitergeleitet werden“, warnt das System. Diese „Entweder-oder“-Logik verhindert, dass Nutzer gleichzeitig eine Apple Watch und eine Spezialuhr für den Sport tragen können.

Kritiker sehen darin einen strategischen Schachzug. Apple erfülle so die DMA-Vorgabe nach „effektiver Interoperabilität“, bewahre aber die Vorrangstellung der Apple Watch. Das Unternehmen selbst begründet die Einschränkung mit Datenschutz: Ein einzelner, verschlüsselter Endpunkt sei sicherer.

Der regulatorische Druck aus Brüssel wirkt

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Apple in der EU ein neues Geschäftsmodell für Entwickler. Zudem lief eine inoffizielle Frist für mehrere Interoperabilitätsauflagen ab. Die EU-Kommission hatte die Kompatibilität von Wearables als Priorität für 2026 benannt.

Brüsseler Quellen bestätigen, dass die mangelnde Benachrichtigungsunterstützung als Haupthemmnis für Wettbewerber galt. Mit der schnellen Umsetzung in der ersten Beta des Jahres kommt Apple möglichen Strafverfahren zuvor. Ob die „Ein-Gerät“-Beschränkung für die Aufseher ausreicht, ist jedoch unklar. Sie könnte zum nächsten Streitpunkt werden.

Fragmentiertes iOS: Ein Europa, zwei Welten

Die neue Freiheit hat klare Grenzen – geografische. Die Funktion ist strikt auf die Europäische Union beschränkt. Die Software prüft den Standort und die Region der Apple-ID. Ein Nutzer in New York oder London sieht die Option nicht, während sie in Berlin oder Paris verfügbar ist.

Diese Fragmentierung wird bei Apple zur neuen Normalität. Das Unternehmen pflegt de facto zwei iOS-Versionen: eine globale und eine „EU-konforme“. Diese Diskrepanz erhöht den Druck auf US-Behörden, in ihren laufenden Kartellverfahren ähnliche Interoperabilitätsregeln durchzusetzen.

Was Nutzer und Hersteller jetzt erwartet

Der finale Release von iOS 26.3 für alle Nutzer wird für Ende Januar oder Anfang Februar 2026 erwartet. Wearable-Hersteller arbeiten bereits unter Hochdruck an Updates für ihre Begleit-Apps.

Offene Fragen bleiben zum Funktionsumfang. Werden Drittanbieter-Uhren „Schnellantworten“ auf iMessages senden können? Lassen sich Benachrichtigungen von der Uhr aus löschen? Die Beta ermöglicht zunächst grundlegendes Spiegeln. Komplexere Interaktionen sind eine technische Hürde, die Verschlüsselung und App-Sicherheitsarchitektur betreffen.

Eines zeigt die Entwicklung deutlich: Der regulatorische Druck aus Brüssel zwingt selbst die mächtigsten digitalen Gatekeeper zum Handeln. Für europäische Verbraucher beginnt ein neuer Wettbewerb um das Handgelenk – mit mehr Auswahl als je zuvor.

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