Apple, Reparaturen

Apple öffnet Reparaturen – doch der Druck wächst

01.03.2026 - 05:09:29 | boerse-global.de

Apple reagiert auf regulatorischen Druck mit Zugeständnissen bei Ersatzteilen, während neue EU- und US-Gesetze die Praxis des Parts Pairing weiter einschränken wollen.

Apple und andere Tech-Giganten sehen sich mit neuen Gesetzen zum "Recht auf Reparatur" konfrontiert. Sowohl in Deutschland als auch in den USA sollen Initiativen die umstrittene Praxis des "Parts Pairing" eindämmen. Apples eigene Reformen geraten damit erneut auf den Prüfstand.

Apples Kehrtwende bei Ersatzteilen

Lange blockierte Apple Reparaturen außerhalb seines eigenen Netzwerks. Die Software-Kopplung "Parts Pairing" verhinderte, dass Teile wie Displays oder Akkus einfach zwischen Geräten getauscht werden konnten. Selbst Originalteile aus anderen iPhones führten zu Warnmeldungen oder Funktionsverlust.

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Doch der Druck von Gesetzgebern und Verbraucherschützern zeigte Wirkung. Im April 2024 kündigte Apple eine bemerkenswerte Kehrtwende an: Seit Herbst 2024 unterstützt das Unternehmen die Wiederverwendung gebrauchter Originalteile. Ein neuer Kalibrierungsprozess direkt auf dem Gerät macht lästige Service-Anrufe überflüssig. Selbst biometrische Sensoren für Face ID oder Touch ID können nun wieder verwendet werden.

Die Aktivierungssperre für gestohlene Teile

Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die erweiterte Aktivierungssperre. Mit iOS 18 im September 2024 dehnte Apple diese Diebstahlschutz-Funktion auf einzelne Komponenten aus. Erkennt das System bei einer Reparatur ein Teil von einem als gestohlen gemeldeten iPhone, wird dessen Funktion eingeschränkt.

Ziel ist es, den Schwarzmarkt für gestohlene Bauteile auszutrocknen. Gleichzeitig funktionieren legitime gebrauchte Teile nach der Kalibrierung vollständig. Für Käufer gebrauchter iPhones bietet die nun transparente Reparaturhistorie in den iOS-Einstellungen mehr Sicherheit.

Der Gesetzgeber treibt den Wandel voran

Apples Kurswechsel kam nicht von ungefähr. Weltweit setzt die "Right to Repair"-Bewegung Hersteller unter Druck. Neue Vorstöße für einen "Fair Repair Act" in Deutschland und den USA im Februar 2026 zeigen: Der regulatorische Druck nimmt weiter zu.

Die EU geht mit klaren Vorgaben voran. Eine Richtlinie, die bis Juli 2026 umgesetzt sein muss, verbietet Teilekopplung, die unabhängige Werkstätten behindert. Zudem verlängert sich die Gewährleistung nach einer Reparatur um ein Jahr. Eine weitere Ökodesign-Verordnung schreibt ab Juni 2025 für neue Smartphones Ersatzteil-Verfügbarkeit für sieben Jahre und Software-Updates für fünf Jahre vor.

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Ein Balanceakt zwischen Öffnung und Kontrolle

Apples Strategie ist ein Drahtseilakt. Einerseits öffnet sich das Unternehmen für mehr Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit. Die Zulassung gebrauchter Originalteile verlängert die Lebensdauer von Geräten und reduziert Elektroschrott.

Andererseits behält Apple durch softwaregesteuerte Kalibrierung und die Aktivierungssperre die Kontrolle über sein Ökosystem. Das Unternehmen argumentiert mit Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer. Kritiker sehen darin jedoch eine Zementierung der Apple-Vormacht und eine weiterhin schwierige Lage für Drittanbieter.

Die aktuellen Gesetzesinitiativen zielen genau auf diese verbleibenden Barrieren ab. Bleibt Apple mit seinen jüngsten Reformen auf Kurs – oder muss das Unternehmen nachlegen?

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