Apple öffnet iOS in der EU – Android-Transfer und offene NFC-Schnittstelle kommen
15.02.2026 - 21:09:11Apple stellt sein geschlossenes iPhone-System auf Druck der EU grundlegend um. Mit dem Update iOS 26.3 können Nutzer in Europa erstmals Daten nativ auf Android-Geräte übertragen und Zubehör von Drittanbietern nahtlos koppeln. Diese historische Wende ist eine direkte Folge des europäischen Digital Markets Act (DMA), der den digitalen Markt umkrempelt.
Wer wegen der neuen Öffnung durch den DMA nun mit Fachbegriffen wie NFC, Interoperabilität oder der umstrittenen „Core Technology Fee“ konfrontiert ist, findet Hilfe im kostenlosen iPhone‑Lexikon. Der kompakte PDF‑Guide erklärt die 53 wichtigsten Apple‑Begriffe in einfachen Worten – ideal für Einsteiger und Umsteiger. Das kostenlose iPhone‑Lexikon jetzt herunterladen
Die neuen Funktionen sind ein Schlag gegen Apples traditionell abgeschottetes Ökosystem. Ein integrierter „Zu Android übertragen“-Assistent erleichtert den Wechsel zu Konkurrenzplattformen erheblich. Zudem öffnet Apple seine NFC-Schnittstelle und ermöglicht die einfache Ein-Tast-Kopplung mit Kopfhörern oder Smartwatches anderer Hersteller. Die EU-Kommission begrüßt die Änderungen ausdrücklich als Erfolg ihrer Regulierung.
Digital Markets Act: Der große Umbau für Tech-Giganten
Seit 2024 in Kraft, zwingt der DMA als „Torwächter“ eingestufte Konzerne wie Apple, Meta und Google zu mehr Offenheit. Das Ziel: fairen Wettbewerb und niedrigere Wechselhürden für Verbraucher schaffen. Die Vorschriften verpflichten die Plattformen unter anderem zur Interoperabilität ihrer Dienste und verbieten die Bevorzugung eigener Produkte.
Die Brüsseler Behörde geht mit harter Hand vor. Im April 2025 verhängte sie die ersten DMA-Strafen: 500 Millionen Euro gegen Apple und 200 Millionen Euro gegen Meta. Apple hatte Entwickler daran gehindert, auf günstigere Bezahloptionen außerhalb des App Stores hinzuweisen. Meta musste für sein umstrittenes „Zustimmung oder Bezahlung“-Modell bei Facebook und Instagram zur Kasse bitten. Beide Konzerne erhielten 60 Tage Zeit, ihre Geschäftspraktiken anzupassen.
Auch Meta muss seine Messaging-Festung öffnen
Während Apple sein Betriebssystem anpasst, steht Meta vor einer ebenso großen Aufgabe: Seine dominierenden Messenger WhatsApp und Messenger müssen für Drittanbieter geöffnet werden. Diese Interoperabilität gilt als technisch anspruchsvollste DMA-Vorgabe.
Meta setzt auf das Signal-Protokoll, um die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch bei Chats mit externen Apps zu gewährleisten. Die volle Sicherheitskontrolle über Nachrichten, die ein fremdes System verlassen, kann das Unternehmen jedoch nicht garantieren. Seit November 2025 testet Meta die Funktion in Europa mit den ersten Partnern BirdyChat und Haiket. Der Rollout für alle Nutzer steht bevor.
Streit um Sicherheit – und was kommt als Nächstes?
Der Weg zur Compliance ist von Konflikten geprägt. Apple und Meta warnen unisono vor potenziellen Sicherheits- und Datenschutzrisiken durch die Öffnung. Apple beschränkt die DMA-Änderungen bewusst auf die EU. Bei Meta wird die Teilnahme an Chats mit Drittanbietern optional bleiben, um Nutzer vor Spam und Betrug zu schützen.
Die Debatte, ob der DMA die richtige Balance zwischen Verbraucherwahl und Plattformintegrität trifft, tobt weiter. Die nächsten Schritte sind bereits absehbar: Apple muss bis Januar 2026 sein umstrittenes Geschäftsmodell mit der „Core Technology Fee“ überarbeiten. Gleichzeitig behält die EU-Kommission die Einhaltung der Vorgaben scharf im Blick und könnte bei Verstößen erneut durchgreifen. Für europäische Nutzer beginnt damit ein neues digitales Zeitalter – geprägt von mehr Wahlfreiheit und einem härteren Wettbewerb der Tech-Riesen.
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