Apple, Konkurrenz

Apple öffnet iOS für Konkurrenz: EU erzwingt Ende der Smartwatch-Sperre

27.12.2025 - 23:21:12

Apple öffnet sein Betriebssystem für Konkurrenten – gezwungenermaßen. Mit dem ersten Entwickler-Beta von iOS 26.3 reißt der Tech-Riese Teile seiner berüchtigten “walled garden”-Strategie ein. Die EU-Gesetze zwingen Apple, Drittanbieter-Smartwatches und Zubehör tief in das iPhone-Ökosystem zu lassen. Das könnte den europäischen Markt für Wearables komplett umkrempeln.

Die Veröffentlichung am Dienstag markiert eine der weitreichendsten technischen Zugeständnisse, die Apple je unter dem Digital Markets Act (DMA) der EU gemacht hat. Kern der Neuerung ist “Notification Forwarding“. Diese Funktion erlaubt es Smartwatches von Herstellern wie Samsung, Garmin oder Google erstmals, iPhone-Benachrichtigungen in Echtzeit zu empfangen, anzuzeigen und zu bedienen.

Bislang hatten Konkurrenzprodukte nur eingeschränkten Zugriff, was die Nutzererfahrung im Vergleich zur Apple Watch deutlich schlechter machte. Die neue Schnittstelle ermöglicht eine nahezu verzögerungsfreie Spiegelung des Benachrichtigungsstroms. Allerdings setzt Apple klare Grenzen: Die Weiterleitung funktioniert nur an ein Zubehörteil gleichzeitig. Wird sie für eine Galaxy Watch aktiviert, geht die Apple Watch auf dem Handgelenk automatisch stumm.

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Einfacheres Pairing für Fremdgeräte

Neben Benachrichtigungen adressiert iOS 26.3 ein weiteres Ärgernis: das mühsame Koppeln von Nicht-Apple-Geräten. Ein neues “Proximity Pairing“-API kopiert den nahtlosen Einrichtungsvorgang, der bisher AirPods und AirTags vorbehalten war.

Kompatible Kopfhörer oder Fitness-Tracker von Drittanbietern können nun eine Einrichtungs-Karte auf dem iPhone-Display auslösen, sobald sie in die Nähe des Geräts kommen. Das umständliche Navigieren durch die Bluetooth-Einstellungen entfällt. Diese Änderung beseitigt direkt eine von der EU monierte Wettbewerbsverzerrung – den “Usability-Nachteil” für fremde Produkte. Hersteller arbeiten bereits an Updates, um die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

Brüssel sieht sich bestätigt

Die Europäische Kommission begrüßt die Entwicklung. In einer Stellungnahme wertet sie den Schritt als Fortschritt hin zu einem vernetzteren digitalen Ökosystem, das allen EU-Bürgern zugutekomme. Der DMA habe genau solche Innovationsmöglichkeiten schaffen sollen.

Das Timing ist kein Zufall: Apple demonstriert mit dem Beta-Release pünktlich die Einhaltung der DMA-Vorgaben, bevor die endgültigen Fristen zur Umsetzung ablaufen. Die Funktionen befinden sich aktuell in der Testphase. Die volle Verbraucherverfügbarkeit in Europa wird für Anfang 2026 erwartet.

Fragmentiertes iOS: Nur für Europa

Die Marktimplikationen sind enorm. Analysten sehen die mangelnde iPhone-Integration seit jeher als größtes Hindernis für den Absatz konkurrierender Smartwatches in Europa. Mit iOS 26.3 können Wear OS- oder Garmin-Geräte funktional endlich gleichziehen.

Doch der Fortschritt hat geografische Grenzen. Apple macht unmissverständlich klar: Die neuen Offenheits-Features gelten ausschließlich innerhalb der Europäischen Union. Mittels Geofencing-Technologie bleiben iPhones in den USA oder Asien weiterhin abgeschottet. Es entsteht ein fragmentiertes iOS-Erlebnis – eine “pro-europäische” Version des iPhones ist offener als ihre globalen Pendants.

Datenschutzexperten verweisen auf eingebaute Sicherheitsvorkehrungen. So schließt die ebenfalls neue “Transfer zu Android“-Funktion sensible Gesundheitsdaten von der Migration aus. Apple betont damit seinen Sicherheitsanspruch, auch bei geöffneten Toren.

Was kommt als Nächstes?

Die stabile Version von iOS 26.3 ist für Ende Januar 2026 geplant. Bis dahin testen Entwickler die Zuverlässigkeit der neuen Schnittstellen mit einer Vielzahl an Fremdgeräten.

Die große Frage bleibt: Bleibt Europa eine Insel der Offenheit im Apple-Ökosystem? Oder wird der Druck aus Brüssel langfristig auch andere Märkte verändern? Der “walled garden” hat ein neues Tor bekommen – doch es führt vorerst nur nach Europa.

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