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Apple öffnet CarPlay für ChatGPT – Datenschutz-Alarm im Auto

07.02.2026 - 16:41:12

Apples CarPlay-Öffnung für externe KI-Chatbots bringt neue Funktionen, stellt Autohersteller aber vor massive Compliance-Herausforderungen durch DSGVO und den EU AI Act.

Apples strategische Kehrtwende bringt externe KI-Chatbots wie ChatGPT bald ins Auto – und stellt Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen. Während Fahrer von leistungsfähigeren Sprachassistenten profitieren, entstehen für Automobilhersteller und Entwickler unübersichtliche Risiken durch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und den kommenden EU AI Act.

München, 07. Februar 2026 – Apple lockert die strikten Kontrollen über seine CarPlay-Plattform. Künftig sollen Drittanbieter wie OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini) oder Anthropic (Claude) ihre KI-Sprachdienste direkt ins Fahrzeug-Infotainment integrieren können. Bisher war diese Schnittstelle dem hauseigenen Assistenten Siri vorbehalten. Für Autofahrer beginnt damit eine neue Ära der Interaktion. Für die gesamte Automotive-Branche hingegen tickt eine datenschutzrechtliche Zeitbombe.

Der Schritt ist eine Reaktion auf den massiven Druck durch leistungsstarke Konkurrenzsysteme. Nutzer verlangten nach mehr Funktionalität, als Siri bieten konnte. Statt umständlicher Workarounds über das Smartphone können sie bald komplexe Fragen direkt über den Fahrzeugbildschirm stellen. Die Integration soll es ermöglichen, Apps wie ChatGPT auf dem CarPlay-Display zu starten – der Sprachmodus kann sogar automatisch aktiviert werden, um Ablenkungen zu minimieren.

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Doch Apple behält die Kontrolle über das System. Siri bleibt der Standard-Assistent, der über Lenkradtasten oder „Hey Siri“ geweckt wird. Für externe KI-Dienste müssen Nutzer bewusst die entsprechende App auswählen. Dieser Kompromiss erweitert die Plattform, sichert aber Apples Steuerungsfunktion im Wettlauf mit den nativen Systemen der Autohersteller.

Datenschutz wird zur Nagelprobe im vernetzten Auto

Die Integration von Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT schafft eine völlig neue Risikodimension. Vernetzte Fahrzeuge sammeln schon heute sensible Datenströme: präzise Standortverläufe, Fahrverhalten, Telemetrie und Sprachbefehle. Die Verarbeitung dieser Informationen durch externe KI-Dienste wirft grundlegende Fragen auf.

Wer ist unter DSGVO und EU AI Act eigentlich verantwortlich? Apple, der KI-Anbieter wie OpenAI oder der Automobilhersteller? Die Einholung einer rechtsgültigen Einwilligung der Nutzer wird zur enormen Hürde. Besonders heikel: Bei einem Halterwechsel erlischt die Zustimmung des Vorbesitzers. Neue Nutzer müssten aktiv zustimmen – ein logistischer Albtraum für Flottenbetreiber und Gebrauchtwagenhändler.

Apples Privatsphäre-Versprechen auf dem Prüfstand

Der Konzern betont zwar weiterhin den Nutzerschutz. Bei der ChatGPT-Nutzung ohne eigenen Account sollen IP-Adressen verschleiert und Anfragen weder gespeichert noch für das Training der KI genutzt werden.

Doch dieser Schutz gilt nur im anonymen Modus. Sobald sich ein Nutzer mit seinem persönlichen OpenAI-Konto anmeldet, gelten die Datenschutzrichtlinien des Drittanbieters. Für Unternehmen entsteht hier eine Grauzone. Sie müssen die Datenflüsse zwischen Auto, Apple und KI-Anbieter minutiös nachvollziehen können – eine enorme Compliance-Herausforderung.

Paradigmenwechsel mit Folgen für die ganze Branche

Apples Öffnung ist ein strategisches Zugeständnis. Angesichts des rasanten KI-Fortschritts und der Eigenentwicklungen der Automobilkonzerne war das geschlossene Ökosystem nicht mehr haltbar.

Für Hersteller wie Volkswagen, BMW oder Mercedes-Benz bedeutet dies jedoch mehr Verantwortung. Der EU AI Act stuft viele KI-Systeme im Auto als Hochrisiko-Anwendungen ein. Das erfordert strenge Transparenz-, Sicherheits- und Aufsichtspflichten. Die Branche muss ihre Compliance-Strategien dringend anpassen, um Risiken durch Datenlecks oder Cyberangriffe zu managen.

Die neuen Funktionen sollen in den kommenden Monaten via iOS-Update kommen. Europäische Datenschutzbehörden werden die Einführung genau beobachten. Unternehmen sind gut beraten, jetzt proaktiv Datenschutz-Folgenabschätzungen durchzuführen und ihre Verträge mit allen Beteiligten zu prüfen. Die Ära der KI im Auto beginnt – und mit ihr ein neues Kapitel regulatorischer Unsicherheit.

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