Apple, Lieferengpässen

Apple kämpft mit Lieferengpässen für Macs durch KI-Boom

15.02.2026 - 20:53:11

Der globale Ansturm auf KI-Hardware führt zu massiven Lieferverzögerungen bei Apple-Produkten und verändert die Machtverhältnisse in der Halbleiterindustrie nachhaltig.

Der globale Run auf KI-Hardware bringt Apples Lieferketten ins Wanken. Kunden warten teils sechs Wochen auf High-End-Macs – ein Zeichen tiefgreifender Verschiebungen im Halbleitermarkt.

Die Lieferzeiten für Macs mit großer Unified Memory-Ausstattung haben sich dramatisch verlängert. Statt weniger Tage müssen Kunden nun bis zu sechs Wochen warten. Der Grund ist ein globaler Sturm auf die Komponenten, die auch die KI-Revolution antreiben. Tech-Giganten wie Nvidia, Google und Microsoft sichern sich im Wettrennen um KI-Vormacht weltweit Vorräte an Hochleistungs-Chips und Speicherbausteinen – genau jene Teile, die auch in Apples M-Serie stecken.

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KI-Flutwelle verändert Halbleiter-Landschaft

Das Epizentrum des Umbruchs liegt in Taiwan. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), wichtigster Partner für Apples Prozessoren, hat eine neue Priorität: Nvidia hat Apple als größten Kunden abgelöst. Diese Machtverschiebung ist symptomatisch. Apple, einst unangefochtener König der Lieferkette, muss sich nun die Fertigungskapazitäten mit Konkurrenten teilen, die Milliardensummen in KI-Infrastruktur pumpen.

„Wir sehen Einschränkungen bei fortschrittlichen Fertigungsknoten für unsere Prozessoren“, räumte Apple-Chef Tim Cook kürzlich ein. Diese Knappheit beeinflusst sogar die Umsatzprognose des Konzerns für das laufende Quartal. Ein öffentliches Eingeständnis, das die Ernsthaftigkeit der Krise unterstreicht.

Der Engriff trifft auch den Speichermarkt. Die gewaltigen Rechenzentren für KI-Modelle saugen enorme Mengen an Hochleistungs-DRAM und NAND-Speicherchips auf. Analysten prognostizieren, dass sich die Speicherpreise im Vergleich zu 2023 verdreifachen oder sogar vervierfachen könnten. Für Geräte wie Mac und iPhone bedeutet das erheblichen Margendruck.

Doppelter Nachfrage-Schock trifft Apple

Die Lage verschärft sich durch einen unerwarteten Nachfrageschub bei Endkunden. Leistungsstarke, quelloffene KI-Modelle wie OpenClaw haben einen Ansturm auf Mac Studio und MacBook Pro mit hohem Arbeitsspeicher ausgelöst. Entwickler und KI-Enthusiasten schätzen die Architektur, weil sie große KI-Modelle lokal effizient ausführen kann. Dieser Boom bei Prosumern heizt die bereits überhitzte Nachfrage der Cloud-Riesen weiter an.

Die Folgen reichen bis in die Grundmaterialien. Berichten zufolge hatte Apple zu Jahresbeginn Schwierigkeiten, genug hochwertiges Glasfasergewebe für Chip-Substrate zu beschaffen – ebenfalls eine Folge der KI-Nachfrage. Die Engpässe durchdringen die gesamte Wertschöpfungskette.

Vom privilegierten Kunden zum Mitbewerber

Apples strategischer Vorteil schwindet. Wo der Konzern einst Bedingungen diktierte, buhlen nun neue „Premium-Kunden“ mit langfristigen Verträgen und Aufschlägen um Vorzüge. Apple muss umdenken. Möglicherweise sucht der Konzern bereits nach alternativen Herstellern für weniger anspruchsvolle Chips, um Engpässe zu umgehen.

Die Branche insgesamt steht vor schwierigen Entscheidungen. Marktbeobachter erwarten, dass PC- und Smartphone-Hersteller die Preise um mindestens 5 Prozent anheben oder Geräte mit geringerer Ausstattung auf den Markt bringen müssen. Für das nächste iPhone könnten die gestiegenen Speicherkosten die Herstellungskosten allein um rund 55 Euro erhöhen. Cook vermied bislang Spekulationen über Preiserhöhungen, doch der finanzielle Druck wächst.

Ausblick: Ein langwieriger Kampf um Ressourcen

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Die KI-Investitionen der Tech-Konzerne sind langfristige Projekte im Wert von hunderten Milliarden Euro. Der erbitterte Wettbewerb um fortschrittliche Chips und Speicher wird anhalten – und damit auch die Herausforderungen für Apples Produktion.

Kurzfristig müssen sich Kunden auf weiterhin lange Wartezeiten für High-End-Macs einstellen. Apple muss nun den Spagat zwischen institutionellen Lieferengpässen und einer explodierenden Nachfrage einer neuen, KI-fokussierten Kundenschaft meistern. Das Unternehmen, das einst die globale Lieferkette dominierte, navigiert heute in einem Markt, den der unersättliche Hunger nach KI grundlegend neu geordnet hat.

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