Apple, Google und Bluetooth-SIG beenden digitales Stalking
07.01.2026 - 05:02:12Apple, Google und die Bluetooth-SIG haben den digitalen Stalking-Schutz revolutioniert. Ab sofort erkennen alle modernen Smartphones plattformübergreifend fremde Bluetooth-Tracker und warnen ihre Nutzer. Diese historische Allianz setzt einem jahrelangen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende.
Ein Standard für alle
Die neue Spezifikation namens “Detecting Unwanted Location Trackers” (DULT) ist jetzt verbindlicher Industriestandard. Sie schließt eine gefährliche Sicherheitslücke: Bislang warnte ein iPhone nur vor Apples eigenen AirTags, während Android-Geräte oft blind für andere Tracker blieben.
Das Update läuft bereits auf Milliarden Geräten mit iOS 19 und Android 16. Es zwingt alle Tracking-Geräte – egal ob von Apple, Samsung oder Tile – zu einer einheitlichen “Sprache”. Bewegt sich ein fremder Tracker mit Ihnen, erscheint sofort eine Warnung wie “Unbekanntes Zubehör bewegt sich mit Ihnen”.
Apple‑Fachchinesisch wie AirTag, iOS 19 oder Find My macht Ihnen Sorgen? Das kostenlose iPhone‑Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe in klaren Worten und mit Aussprachehilfen, so dass Sie Begriffe wie AirTag, Bluetooth‑Tracking und die neuen Warnhinweise sofort verstehen. In 10 Minuten sind Sie sicherer im Umgang mit Ihrem iPhone – empfohlen von über 455 Lesern (4,7/5). Jetzt das iPhone‑Lexikon kostenlos anfordern
Bluetooth 6.2 macht es möglich
Die Software-Lösung wird durch die neue Hardware-Generation Bluetooth 6.2 unterstützt. Zwei technische Neuerungen sind entscheidend:
- Schnell wechselnde Adressen: Geräte ändern ihre digitale Kennung in unvorhersehbaren Intervallen. Das schützt die Privatsphäre des Besitzers, während der Tracker für ein potenzielles Opfer dennoch als verfolgendes Objekt erkennbar bleibt.
- Zentimetergenaue Ortung: Dank verbesserter Entfernungsmessung kann Ihr Smartphone nun unterscheiden, ob sich ein Tracker wirklich in Ihrer Tasche oder nur zufällig im selben Raum befindet. Das reduziert lästige Fehlalarme.
Druck vom Gesetzgeber
Die Initiative kommt nicht von ungefähr. Der rechtliche Druck auf Tech-Konzerne wächst stetig. In der Schweiz trat etwa zum Jahresbeginn ein neuer Straftatbestand in Kraft, der digitales Stalking explizit unter Strafe stellt.
Die Industrie reagiert damit auch auf drohende Regulierungen. Hersteller, die den neuen DULT-Standard ignorieren, riskieren ein faktisches Marktverbot. Ihre Geräte würden von den großen “Find My”-Netzwerken ausgeschlossen und damit wertlos. Drittanbieter wie Tile oder eufy Security haben bereits Firmware-Updates für bestehende Produkte angekündigt.
Ein ewiges Wettrennen?
Ist das Problem damit endgültig gelöst? Sicherheitsexperten bleiben vorsichtig. Sie warnen vor modifizierten “Stealth-Trackern” aus Graumärkten, die versuchen könnten, die Erkennungsmechanismen zu umgehen.
Dennoch markiert die heutige Ankündigung einen Paradigmenwechsel. Die Verantwortung für den Schutz vor Verfolgung liegt nun bei der Technologie selbst – und nicht mehr beim ahnungslosen Nutzer. In Zukunft sollen diese Standards auch auf smarte Kopfhörer und Wearables ausgeweitet werden. Der heimliche Spion im Rucksack hat damit deutlich schlechtere Karten.


