Apple, Android-Chats

Apple ebnet Weg für verschlüsselte Android-Chats

16.01.2026 - 16:53:12

Apple integriert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten an Android-Geräte, beginnend in Frankreich. Dies schließt eine langjährige Sicherheitslücke zwischen den Plattformen.

Apple bereitet die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für SMS-Nachrichten an Android-Geräte vor. Entdeckungen im aktuellen iOS-Beta deuten auf eine baldige Einführung hin – zunächst in Frankreich.

Ende der Sicherheitslücke zwischen den Systemen

Die Nachricht ist eine kleine Sensation für die mobile Sicherheit: Apples neueste Beta-Software zeigt konkrete Schritte zur vollständigen Verschlüsselung plattformübergreifender Nachrichten. Analysen des iOS 26.3 Beta 2 belegen, dass der Konzern die technische Grundlage für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) im RCS-Standard legt. Damit würde die langjährige Sicherheitslücke zwischen iPhone- und Android-Nutzern endlich geschlossen. Die berüchtigten “grünen Blasen” wären dann genauso geschützt wie iMessages.

Bisher klaffte hier eine gefährliche Lücke. Während Chats zwischen iPhones standardmäßig verschlüsselt waren, blieben Nachrichten an Android-Geräte auf iOS ungeschützt. Mobilfunkbetreiber oder Überwachungsbehörden konnten sie theoretisch mitlesen. Die Entdeckung im Code der Beta-Version markiert nun eine klare Wende. Sicherheitsanalysten fanden Konfigurations-Schlüssel mit dem Label “SupportsE2EE” in den Carrier-Bundles des Systems.

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Frankreich als Testmarkt für Europa

Der Rollout scheint gezielt zu beginnen. Die Verschlüsselungs-Optionen sind aktuell nur für vier große französische Netzbetreiber vorgesehen: Orange, SFR, Bouygues Telecom und Free Mobile. Technische Berichte vom 15. Januar zeigen, dass die Einstellungen den Betreibern erlauben, die Verschlüsselung für RCS-Datenverkehr explizit zu aktivieren.

Noch ist die Funktion für Endnutzer nicht freigeschaltet. Beta-Tester können also noch keine verschlüsselten Nachrichten an Android-Nutzer senden. Doch die vorhandene Infrastruktur beweist: Die Einführung steht unmittelbar bevor. Experten deuten den Start in Frankreich als logischen Schritt. Das Land und die EU gelten mit ihrer strengen Datenschutz-Gesetzgebung als ideales Testfeld, bevor ein globaler Rollout folgt.

iOS 26 und der Druck zur Aktualisierung

Das Sicherheits-Update kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Adoption von iOS 26 verläuft ungewöhnlich schleppend. Laut aktuellen Marktdaten nutzt nur etwa 16 Prozent der aktiven iPhones das im September 2025 eingeführte System. Die Mehrheit verharrt auf dem vertrauten iOS 18.

Genau hier setzt Apple möglicherweise einen cleveren Hebel an. Indem der Konzern die lang ersehnte plattformübereifende Verschlüsselung an iOS 26.3 koppelt, schafft er einen starken Anreiz zum Update. Vor allem sicherheitsbewusste Nutzer und professionelle Anwender, die bisher das radikale Redesign “Liquid Glass” scheuten, könnten nun umdenken. Die Verschlüsselung setzt allerdings voraus, dass sowohl Sender als auch Empfänger Geräte mit den neuesten Standards nutzen.

MLS-Protokoll als technischer Game-Changer

Der Wechsel zum RCS Universal Profile 3.0 ist ein gewaltiger technischer Sprung. Bisher setzte Apple auf das ältere Profil 2.4, das zwar bessere Medienqualität, nicht aber Verschlüsselung bot. Die neue Implementierung nutzt das Messaging Layer Security (MLS)-Protokoll, einen Standard der Internet Engineering Task Force.

MLS gilt als effizienter und sicherer, besonders für Gruppenchats. Es ermöglicht “asynchrone” Sicherheit: Schlüssel können aktualisiert werden, ohne dass alle Teilnehmer gleichzeitig online sein müssen. Ein entscheidender Vorteil ist die “Post-Compromise Security”. Selbst wenn ein Geräteschlüssel kompromittiert wird, bleiben künftige Nachrichten nach einer Schlüsselaktualisierung geschützt. Für iPhone-Nutzer verliert die grüne Blase endlich ihr Stigma als Sicherheitsrisiko.

Carrier als entscheidende Gatekeeper

Die Telekommunikationsbranche reagiert positiv auf die Entwicklung. Der Standardisierungsverband GSMA hatte lange für einen einheitlichen Verschlüsselungsstandard geworben. Auch Konkurrent Google begrüßt den Schritt. Dessen eigene RCS-Verschlüsselung im Android-Ökosystem war bisher nicht mit iOS kompatibel.

Doch der globale Erfolg hängt an einem entscheidenden Faktor: den Mobilfunkbetreibern. Da die “SupportsE2EE”-Einstellung über Carrier-Bundles gesteuert wird, obliegt ihnen die Rolle des Gatekeepers. Datenschutz-Aktivisten äußern bereits Bedenken. In Regionen mit strengen Überwachungsgesetzen könnten Behörden Betreiber zwingen, die Verschlüsselung deaktiviert zu lassen. Es droht ein Flickenteppich unterschiedlicher Privatsphären-Standards, abhängig vom Standort des Nutzers.

Die finale Version von iOS 26.3 wird für Ende Januar 2026 erwartet. Wann deutsche Nutzer in den Genuss der verschlüsselten Chats kommen, bleibt offen. Es liegt nun an den Netzbetreibern, den Schalter umzulegen und sichere Kommunikation für Milliarden Nutzer weltweit freizuschalten.

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