Apple Aktie: 27 Prozent Speicherkosten
29.06.2026 - 20:05:01 | boerse-global.de
Apple steckt in einer Zwickmühle. Die Speicherpreise explodieren wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und die Lieferkette für das nächste iPhone-Modell steht infrage.
Der iPhone-Konzern hat sich an das US-Handelsministerium und das Weiße Haus gewandt. Apple beantragt eine Ausnahmegenehmigung für den Einkauf von DRAM- und NAND-Speicherchips bei ChangXin Memory Technologies (CXMT). Der chinesische Hersteller steht auf der Sanktionsliste des Pentagon. Eigentlich sind Geschäfte mit US-Unternehmen ohne Sondergenehmigung verboten.
Der Grund für den drastischen Schritt: Die Speicherkosten für das kommende iPhone 18 Pro steigen auf geschätzt 27 Prozent der gesamten Materialkosten. Beim Vorgänger iPhone 17 Pro waren es noch 9 Prozent. Ein 12-GB-LPDDR5X-Speichermodul kostet inzwischen rund 145 Dollar. Branchenberichten zufolge sind die DRAM-Preise im Quartalsvergleich um 58 bis 63 Prozent gestiegen, NAND-Speicher sogar um 70 bis 75 Prozent. Treiber dieser Inflation ist die enorme Nachfrage nach KI-Hardware. Sie bindet die Produktionskapazitäten für Consumer-Speicher.
Preisschock in der gesamten Produktpalette
Apple hat im späten Juni bereits die Preise für Mac und iPad erhöht. Das MacBook Pro kostet 300 Dollar mehr, das MacBook Air 200 Dollar. Das iPad Pro verteuerte sich um 200 Dollar, das iPad Air um 150 Dollar. Selbst das günstige MacBook Neo stieg von 599 auf 699 Dollar.
Die iPhone-Preise sind bislang stabil. Analysten rechnen jedoch mit einem Aufschlag von 200 Dollar für die iPhone-18-Serie. Sie soll im September 2026 auf den Markt kommen.
Aktienkurs unter Druck
Die Apple-Aktie notiert bei 246,55 Euro – ein Minus von 1,18 Prozent an diesem Montag. Auf Monatssicht beträgt der Verlust 7,78 Prozent. Anleger sorgen sich um die Margenentwicklung. Der RSI von 41,1 zeigt eine neutrale bis leicht überverkaufte Tendenz. Die Aktie notiert rund sechs Prozent über der 200-Tage-Linie, aber zehn Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Die Entscheidung über die CXMT-Ausnahme liegt nun in Washington. Der amtierende nationale Sicherheitsberater Marco Rubio hat Geschäfte mit sanktionierten chinesischen Firmen bisher strikt abgelehnt. Lehnt die Regierung den Antrag ab, muss Apple die Mehrkosten entweder selbst tragen oder die Preise weiter erhöhen – mit möglichen Folgen für die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten. Analysten taxieren den fairen Wert der Aktie im Schnitt auf 324,40 Dollar.
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