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Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAPA ots news: Sondereffekt drückte BIP im II. Quartal - Vorlaufindikatoren deutlich aufgehellt
Wien (APA-ots) - Nach sechs Zuwächsen in Folge schrumpfte Österreichs Wirtschaftsleistung im II. Quartal 2026 um 0,1% gegenüber dem Vorquartal. Der Rückgang war überwiegend statistischer Natur: Während die Bruttowertschöpfung expandierte, drückte ein kräftiger Anstieg der Gütersubventionen bei gleichzeitiger Abnahme der Gütersteuern das BIP. Angebotsseitig setzte sich die Schwäche im Bauwesen fort, die Industrie wuchs hingegen moderat. Nachfrageseitig stützten die Ausrüstungsinvestitionen das BIP. Die Beschäftigung stagnierte im II. Quartal und die Arbeitslosenquote verharrte auch im August auf dem höchsten Wert seit Mitte 2021. Wichtige Vorlaufindikatoren hellten sich zuletzt deutlich auf, getragen von einer breiten, international beobachtbaren Erholung der Industriekonjunktur. Die Inflationsrate zog im August wegen der höheren Energiepreise wieder an, blieb aber wie schon im Juli unter dem Durchschnitt des Euro-Raumes.
"Witterungsbedingte Ernteausfälle und die rückläufige Stromerzeugung aus Wasserkraft wirken sich zunehmend auch auf die Preisbildung auf den Märkten aus", so der Autor des aktuellen WIFO- Konjunkturberichtes Christian Glocker.
Laut Statistik Austria schrumpfte Österreichs Bruttoinlandsprodukt im II. Quartal 2026 um 0,1% gegenüber dem Vorquartal, nachdem es davor sechs Quartale in Folge zugelegt hatte ( saison- und kalenderbereinigt). Der rezente Rückgang ist allerdings kein Anzeichen einer Konjunkturabschwächung, zumal die Bruttowertschöpfung im II. Quartal um 0,1% expandierte. Zuzuschreiben ist er vielmehr einem kräftigen Anstieg der Gütersubventionen bei markantem Rückgang der Gütersteuern. Dieser Sondereffekt wirkte sich unmittelbar negativ auf das BIP aus, ohne dass ihm eine Schwäche der Realwirtschaft zugrunde lag.
Angebotsseitig setzte sich die zuletzt beobachtete Zweiteilung fort: Die Herstellung von Waren expandierte moderat, während das Bauwesen - abgesehen von einem geringen Wachstum im I. Quartal 2025 ( +0,1%) - bereits seit dem IV. Quartal 2020 schrumpft. Nachfrageseitig stand daher einem deutlichen Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen ein erneuter Rückgang der Bauinvestitionen gegenüber.
Die Beschäftigung stagnierte im II. Quartal nahezu (laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung - VGR), während die Arbeitslosenquote bereits seit Juni 2026 auf einem mehrjährigen Höchststand notiert. Der trockene und heiße Sommer belastete die Landwirtschaft und die Stromerzeugung aus Wasserkraft, während er dem Tourismus ein neues Nachfragehoch bescherte.
Die Inflationsrate zog im August laut Schnellschätzung von Statistik Austria auf 3,2% an (+2,9% laut HVPI), vor allem wegen höherer Treibstoff- und Heizölpreise. Wie schon im Juli lag die Teuerung jedoch unter dem Durchschnitt des Euro-Raumes, während die Kerninflation darüber blieb.
Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Konjunkturaufhellung ab. Wichtige Vorlaufindikatoren verbesserten sich im August 2026 auf breiter Front: Der WIFO-Konjunkturklimaindex stieg kräftig, ebenso wie der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex, der den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2022 erreichte.
Abbildung 1: Trockenheit und Hitze belasten Landwirtschaft und Energieerzeugung - auf der WIFO-Website
Zu den Definitionen siehe "Methodische Hinweise und Kurzglossar"
Rückfragehinweis: Rückfragen bitte am Mittwoch, dem 9. September 2026, von 9:00 bis 12:00 Uhr, an Mag. Dr. Christian Glocker, MSc, Tel. (1) 798 26 01 - 467, christian.glocker@wifo.ac.at .
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