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13.05.2026 - 11:14:40 | dpa.deAPA ots news: KORREKTUR zu OTS0069 vom 13.05.2026: OeNB: Österreichs Außenwirtschaft stabil zwischen Risiken und Chancen
Leistungsbilanzplus von 9,5 Mrd EUR im Jahr 2025 - Anstieg der Energiepreise dämpft Aussicht für 2026
Wien (APA-ots) - --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS Zitat Edeltraud Stiftinger im 2. Absatz ---------------------------------------------------------------------
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlicht am 13. Mai 2026 die aktuellen Ergebnisse der Außenwirtschaftsstatistik für Österreich. Insgesamt ist das Handelsvolumen, die Summe aller Exporte und Importe von Gütern und Dienstleistungen, um 2,7% auf rund 554 Mrd EUR gestiegen. Im Jahr 2025 wurde ein Leistungsbilanzüberschuss von 9,5 Mrd EUR (1,9 % des BIP) erwirtschaftet - und das in einem anhaltend schwierigen internationalen Umfeld mit geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten. Haupttreiber war der Tourismus, aber auch der Güterhandel generierte stabile Einnahmen. 2026 stellen die Folgen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten Österreichs Außenwirtschaft vor Herausforderungen: Die Energiepreise, insbesondere Rohöl, sind deutlich gestiegen - jedoch bisher weniger stark als in früheren Krisen. Gleichzeitig bieten neue Handelsabkommen auch Chancen für Österreichs Exportwirtschaft.
" Im wirtschaftlich schwierigen Umfeld von 2025 verzeichnet Österreich ein Plus in der Leistungsbilanz von 9,5 Mrd EUR. Der Güterhandel entwickelt sich zwar im internationalen Vergleich schwach, dennoch positiv. Und wir sehen bislang keine Anzeichen für eine Abwanderung österreichischer Firmen zur Umgehung der US-Zölle. Eindeutiger Stabilitätsanker für Österreichs Leistungsbilanz ist und bleibt auch 2025 der Tourismus ", unterstreicht OeNB-Vize- Gouverneurin Edeltraud Stiftinger. So ist der Reiseverkehr einmal mehr die Hauptstütze der Leistungsbilanz: Die Ausgaben von Besucher:innen in Österreich überstiegen die Ausgaben von Österreicher:innen im Ausland um 9,7 Mrd EUR. Insgesamt ließen sie rund 26 Mrd EUR in Österreich, ein Anstieg um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Gäste gaben im Durchschnitt 222 EUR pro Übernachtung aus, das sind um 4 % mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs konnten die Tourismusbetriebe wegen der gestiegenen Preise real aber nicht mehr verdienen.
Für 2026 zeichnet sich eine Verschiebung ab: Die Sperre der Straße von Hormuz und Kerosinengpässe machen Fernreisen teurer und risikobehafteter. Die Zahl der Gäste aus dem arabischen Raum und Asien werden wird zurückgehen, aber die Nachfrage aus Nachbarländern, die Suche nach sicheren Reisezielen und die Nachfrage von den Österreicher:innen selbst könnten einen Teil möglichen Rückgangs kompensieren. Gäste aus dem arabischen Raum generieren für Gesamtösterreich einen geringen Anteil von rund 2% der Reiseverkehrseinnahmen, sind aber für einzelne Reiseziele innerhalb Österreichs sehr wohl bedeutsam.
Auch der Güterhandel nach Außenwirtschaftsstatistik, der in die Berechnung des BIP einfließt, unterstützte 2025 das positive Ergebnis in der Leistungsbilanz mit einem Plus von 5,1 Mrd EUR. Im Unterschied zur Außenhandelsstatistik von Statistik Austria, die für 2025 ein Handelsdefizit von -6,6 Mrd EUR bei Gütern veröffentlicht, geht die Außenwirtschaftsstatistik der OeNB über einen reinen grenzüberschreitenden Handel hinaus. Insbesondere wird der Beitrag des globalen Handels berücksichtigt, beispielsweise Exporte österreichischer Unternehmen über ausländische Niederlassungen, die nicht über Österreichs Grenze gehen.
Zwtl.: Keine Abwanderung österreichischer Firmen zur Umgehung der US- Zölle
Die anhaltenden Leistungsbilanzüberschüsse der letzten zwei Jahrzehnte gingen mit einem historischen Rekordstand der im Ausland gehaltenen Finanzaktiva einher. Österreich wies netto Forderungen gegenüber dem Ausland in der Höhe von 135 Mrd EUR aus. Die internationalen Vermögensbestände Österreichs sind damit so hoch wie nie zuvor. Im Jahr 2025 wirkten sich insbesondere Kursgewinne von Finanzinvestitionen im Ausland in der Höhe von 47 Mrd EUR positiv auf die Auslandsforderungen aus. Einen negativen Effekt auf den Vermögensaufbau hatten hingegen die Wechselkurseffekte, wobei insbesondere in US-Dollar notierte Investitionen aufgrund des schwachen Dollar verloren.
" Die Direktinvestitionen Österreichs im Ausland und vom Ausland in Österreich zeigten in den letzten Jahren wenig Dynamik und stagnierten - ein Trend, der die internationalen Deglobalisierungstendenzen widerspiegelt. Für das Jahr 2026 wird für Österreich jedoch eine Belebung erwartet, da bereits einige größere Investitionen angekündigt wurden ", erklärte Regina Fuchs, Direktorin der Hauptabteilung Statistik. Ein Blick auf die Direktinvestitionen in die USA zeigt zudem bislang keine Anzeichen für eine Abwanderung österreichischer Firmen zur Umgehung der US-Zölle.
Zwtl.: Energiepreise steigen, doch Österreich ist immer weniger abhängig von Rohöl
Im Jahr 2026 stellen die Folgen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und der Sperre der Straße von Hormuz Österreichs Außenwirtschaft vor Herausforderungen durch einen deutlichen Anstieg von Energiepreisen, speziell von Rohöl. Das wird die Leistungsbilanz 2026 negativ beeinflussen, die Effekte werden aber weniger stark sein als im Krisenjahr 2022. OeNB-Chefökonom Wolf Heinrich Reuter dazu: " Die Energiekrise im Jahr 2022 hatte deutliche Auswirkungen auf den Leistungsbilanzsaldo, der nach 20 Jahren erstmals ins Negative drehte. Für das Jahr 2026 zeigen Schätzungen der OeNB, dass die gestiegenen Energiepreise den Leistungsbilanzüberschuss in Prozent des BIP um rund Ÿ Prozentpunkte dämpfen. 2022 lag der Effekt bei rund 2 Prozentpunkten. " Der Grund für die deutlich geringere Anfälligkeit: Verglichen mit dem Jahr 2022 stiegen die Preise bisher weniger stark, zudem hat sich der langfristige Trend einer sinkenden Abhängigkeit Österreichs von Öl und Gas in den letzten Jahren fortgesetzt.
Die kommenden Jahre bergen für Österreichs Außenwirtschaft auch Wachstumschancen. Einerseits werden diese eröffnet durch neue und vertiefte Handelsabkommen mit der Schweiz, Australien, Indien und den Mercosur-Staaten. Im Jahr 2025 machten diese Märkte - mit großem Potenzial - etwa 8 % der Exporte und strategischen Firmenbeteiligungen aus, was vergleichbar mit dem Anteil der USA ist. Andererseits bleibt der Euroraum, insbesondere Deutschland, mit Abstand der wichtigste Handelspartner Österreichs und ein zentraler Standort für strategische Investitionen. Die aktuellen Initiativen zur Stärkung des Binnenmarkts innerhalb der EU bieten hier zusätzliche Exportpotenziale.
Zwtl.: Begriffserläuterungen
Außenwirtschaftsstatistik: Die Außenwirtschaftsstatistik der OeNB (auch Zahlungsbilanzstatistik) erfasst alle Transaktionen ( Rechtsgeschäfte) mit dem Ausland.
Außenhandelsstatistik: Die Außenhandelsstatistik der Statistik Austria erfasst die Einfuhr und Ausfuhr von Waren an der österreichischen Grenze.
Güterbilanz: Die Güterbilanz als Teil der Außenwirtschaftsstatistik erfasst den Export (Bilanzerlös) und Import (Bilanzaufwendung) von Gütern als Eigentumsübergang zwischen einem:einer österreichischen und einem:einer ausländischen Geschäftspartner:in.
Leistungsbilanz: Die Leistungsbilanz als Teil der Außenwirtschaftsstatistik erfasst alle realwirtschaftlichen Transaktionen mit dem Ausland (Güter, Dienstleistungen inkl. Reiseverkehr, Einkommen).
Direktinvestitionen: Direktinvestitionen sind strategische Firmenbeteiligungen im Ausland und werden als Teil der Außenwirtschaftsstatistik sowohl in der Kapitalbilanz (Transaktionen) als auch in der Internationalen Vermögensposition (Bestände) erfasst.
Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Pressesprecherin Mag.a Marlies Schroeder, MiM Telefon: (+43-1) 404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
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