Amazon, KI-Shopping-Assistent

Amazon stoppt KI-Shopping-Assistent vor Gericht

12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.de

Ein US-Gericht untersagt dem KI-Startup Perplexity vorläufig automatisierte Käufe auf Amazon. Der Fall wirft grundlegende Fragen zum Zugriff Dritter auf Plattformen und zur Zukunft autonomer Shopping-KIs auf.

Amazon stoppt KI-Shopping-Assistent vor Gericht - Foto: über boerse-global.de
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Ein US-Bundesrichter hat Amazons Klage gegen das KI-Startup Perplexity vorläufig stattgegeben. Das Urteil könnte den Wettlauf um autonome Shopping-KIs entscheidend beeinflussen.

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Richterin stoppt automatische Käufe

Der Streit entzündete sich an Perplexitys Comet-Browser. Diese KI-Agent soll eigenständig Websites durchsuchen, Preise vergleichen und Einkäufe für Verbraucher tätigen. Doch genau diese automatisierten Käufe auf Amazon sind nun vorerst gestoppt.

Richterin Maxine Chesney in San Francisco sah es am 9. März 2026 als erwiesen an, dass Perplexity gegen US-Computergesetze verstoßen hat. Ihr Urteil: Die KI darf zwar mit Erlaubnis des Nutzers handeln, aber nicht ohne Zustimmung Amazons auf passwortgeschützte Konten zugreifen. Perplexity hat sieben Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Sicherheit oder Wettbewerbsverzerrung?

Hinter dem Rechtsstreit verbergen sich grundverschiedene Interessen. Amazon argumentiert mit Sicherheitsbedenken. Dritte, die automatisiert auf Kundendaten zugreifen, öffneten Hackern Tür und Tor. Das Unternehmen hatte bereits 2024 erste Abmahnungen verschickt und 2025 technische Barrieren errichtet.

Perplexity kontert mit dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung. Der Online-Riese fürchte vor allem um sein Milliardengeschäft mit Werbeanzeigen. Denn KI-Assistenten wie Comet blenden gesponserte Produkte und Banner aus – sie zeigen Nutzern die nackten Produktdaten. Zudem entwickle Amazon konkurrierende eigene KI-Tools.

Gesetzgeber reagiert auf Algorithmen

Der Fall ist nur ein Schauplatz im größeren Kampf um KI im Handel. Regulierer nehmen zunehmend algorithmische Preissetzung ins Visier. Software, die Konkurrenzdaten sammelt und Preise optimiert, steht im Verdacht digitaler Preisabsprachen.

Kalifornien ging mit einem neuen Gesetz vor. Seit 1. Januar 2026 verbietet der Staat den Einsatz von Algorithmen, die nicht-öffentliche Konkurrenzdaten zur Preisfindung nutzen. Andere Bundesstaaten könnten nachziehen.

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Wem gehört die digitale Kundschaft?

Die Auseinandersetzung markiert eine Zeitenwende im E-Commerce. Das Internet entwickelt sich von einer von Menschen gesteuerten Oberfläche zu einem Ökosystem, in dem Maschinen miteinander kommunizieren. Die entscheidende Frage: Dürfen Plattformen den Zugriff Dritter auf ihre Systeme kontrollieren – auch wenn der Kunde es erlaubt?

Fällt die Antwort zugunsten der Plattformen aus, stehen KI-Startups vor großen Hürden. Händler passen bereits ihre Nutzungsbedingungen an, um automatisierten Datenabgriff und Kontozugriffe zu verbieten. Gleichzeitig bauen sie eigene „walled gardens“ – abgeschottete Gärten mit integrierten KI-Assistenten.

Für Verbraucher könnte das bedeuten: Statt eines universellen KI-Helfers für alle Shops gibt es bald nur noch plattformeigene Lösungen. Der Traum vom intelligenten, shopübergreifenden Einkaufsassistenten rückt in weite Ferne – zumindest so lange, wie die Gerichte über digitale Eigentumsrechte streiten.

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