Amazon, Supermärkte

Amazon schließt alle eigenen Supermärkte und setzt auf Lieferung

29.01.2026 - 15:54:12

Amazon beendet sein Fresh- und Go-Store-Konzept in den USA und fokussiert sich stattdessen auf den Ausbau von Same-Day-Lieferungen und der Whole-Foods-Kette.

Amazon beendet sein Experiment mit eigenen Supermärkten in den USA und konzentriert sich künftig auf den Ausbau von Lieferdiensten und der Whole-Foods-Kette. Der E-Commerce-Riese vollzieht damit eine strategische Kehrtwende im hart umkämpften Lebensmittelmarkt.

Strategische Kehrtwende: Aus für Amazon Fresh und Go

Der Online-Händler schließt alle 57 Amazon Fresh-Supermärkte und 15 Amazon Go-Convenience-Stores in den Vereinigten Staaten. Die Entscheidung markiert das Ende eines mehrjährigen Versuchs, unter der eigenen Marke Fuß im stationären Einzelhandel zu fassen. Laut Unternehmen boten die Läden keine ausreichend einzigartige Erfahrung, um einen großflächigen Ausbau zu rechtfertigen.

Stattdessen verdoppelt Amazon nun seine Bemühungen im digitalen Lebensmittelgeschäft. Die Marke „Amazon Fresh“ wird als Online-Liefer- und Abholservice weiterleben. Die freiwerdenden Ressourcen fließen in den Ausbau der Lieferinfrastruktur und der Premium-Kette Whole Foods Market.

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Fokus auf digitale Lieferung und Premium-Märkte

Kern der neuen Strategie ist ein massiver Ausbau des Same-Day Delivery-Services für Lebensmittel. Der Service, der bereits in über 5.000 US-Städten verfügbar ist, soll 2026 deutlich erweitert werden. Amazon setzt damit auf den anhaltenden Trend zur Online-Bestellung von Alltagsgütern und will seine logistische Übermacht ausspielen.

Parallel plant der Konzern, in den nächsten Jahren mehr als 100 neue Whole-Foods-Märkte zu eröffnen. Die seit der Übernahme 2017 um über 40 Prozent gewachsene Kette wird zum neuen physischen Flaggschiff. Einige der geschlossenen Amazon-Fresh-Standorte sollen sogar in Whole-Foods-Märkte umgewandelt werden.

Was bedeutet das für den globalen Einzelhandel?

Der Rückzug vom eigenen Store-Konzept ist ein bedeutender Schritt. Jahrelang hatte Amazon versucht, direkt mit Giganten wie Walmart zu konkurrieren. Jetzt konzentriert man sich auf die eigenen Stärken: die Logistik und eine etablierte Premium-Marke.

Die für Amazon Go entwickelte „Just Walk Out“-Kassenlostechnologie wird nicht verschwinden. Sie wird als lizenziertes Produkt an Dritte wie Stadien oder Krankenhäuser vermarktet, wo sie bereits in über 360 Standorten im Einsatz ist.

Bedeutet dies das Ende von Amazons physischen Ambitionen? Nicht ganz. Das Unternehmen entwickelt weiterhin ein großformatiges „Supercenter“-Konzept, das Lebensmittel mit Non-Food-Artikeln kombiniert. Ein erstes 21.000-Quadratmeter-Geschäft in Illinois soll 2027 öffnen. Diese Mega-Stores könnten künftig auch als Mikro-Fulfillment-Zentren für den Lieferbetrieb dienen.

Die Botschaft ist klar: Amazon will den Lebensmittelkampf nicht mit einem konventionellen Laden an jeder Ecke gewinnen, sondern mit dem digitalen Modell, das seine Marke definiert. Für Verbraucher bedeutet das vorerst mehr Lieferoptionen und mehr Whole-Foods-Märkte.

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