Amazon plant Marktplatz für KI-Trainingsdaten
11.02.2026 - 21:55:12Amazon will mit einem eigenen Marktplatz für KI-Trainingsdaten zum zentralen Vermittler zwischen Medienhäusern und KI-Entwicklern werden. Das berichtet The Information unter Berufung auf interne Dokumente. Die Plattform soll Verlagen eine neue Einnahmequelle eröffnen – und den Streit um Urheberrechte entschärfen.
Neues Geschäftsmodell für angeschlagene Medienbranche
Kern des Plans ist ein nutzungsbasierter Vergütungsansatz. Verlage könnten Artikel, Bilder und Archive lizenzieren und würden je nach Häufigkeit der Nutzung durch KI-Systeme bezahlt. Dies trifft genau die Forderungen einer Branche, die seit Monaten unter KI-generierten Suchzusammenfassungen leidet. Diese reduzieren die Klickzahlen auf Originalquellen und kosten Verlage wertvolle Werbeeinnahmen.
„Der Marktplatz würde hochwertige, rechtlich einwandfreie Daten bündeln“, analysiert eine Branchenkennerin. „Genau diese Ressource wird für KI-Entwickler immer wertvoller, während die Klagewelle wegen Urheberrechtsverletzungen anrollt.“ Für Amazons Cloud-Tochter AWS wäre die Plattform ein strategischer Schritt: Sie könnte so KI-Firmen nicht nur Rechenleistung, sondern auch die entscheidenden Trainingsdaten aus einer Hand anbieten.
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Wettlauf der Tech-Giganten um Verlagspartner
Amazon trifft mit seinem Vorhaben auf direkte Konkurrenz. Microsoft hat kürzlich seinen eigenen „Publisher Content Marketplace“ gestartet. Auch OpenAI schließt individuelle Lizenzdeals mit großen Medienhäusern. Amazons Ansatz zielt jedoch auf einen skalierbaren, offenen Marktplatz für eine breitere Palette von Verlagen ab.
Die Plattform wäre eng mit bestehenden AWS-Diensten wie Bedrock und QuickSight verzahnt. Für KI-Entwickler, die bereits auf Amazons Cloud setzen, wäre der Datenbezug über den Marktplatz nahtlos. „Das ist eine klare Strategie, die Dominanz von AWS im Cloud-Markt auszubauen“, so ein Analyst. „Der Zugang zu lizenzierter Daten wird mindestens so wichtig wie die Algorithmen selbst.“
Lösung für den Dauerkonflikt?
Das Verhältnis zwischen KI-Entwicklern und Content-Produzenten ist seit Monaten angespannt. Zahlreiche Verlage klagen gegen die mutmaßlich unerlaubte Nutzung ihrer Werke zum Training großer Sprachmodelle. Gleichzeitig berichten sie von dramatischen Einbrüchen bei den Besucherzahlen aus Suchmaschinen.
Ein Amazon-gesponserter Marktplatz könnte beiden Seiten entgegenkommen: Verlage monetarisieren ihre Archive, KI-Firmen reduzieren ihr rechtliches Risiko. Der Erfolg wird maßgeblich von einfachen Lizenzbedingungen, einer robusten Kuratierung und der Benutzerfreundlichkeit abhängen.
Auf Nachfrage wollte ein Amazon-Sprecher die konkreten Pläne nicht bestätigen. Das Unternehmen stehe jedoch im ständigen Dialog mit Verlagen über Innovationen. Die Branche wartet nun gespannt auf weitere Details – das Ergebnis könnte definieren, wie Informationen im KI-Zeitalter bewertet und genutzt werden.
@ boerse-global.de
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