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Amazon investiert 200 Milliarden Euro in KI und Roboter

06.02.2026 - 23:00:12

Der E-Commerce-Riese steigert seine Investitionen in KI und Robotik massiv, um die gesamte Lieferkette zu automatisieren und humanoide Zusteller vorzubereiten.

Amazon setzt mit einem Rekordinvestment von 200 Milliarden Euro für 2026 ein klares Signal: Die vollautomatisierte Logistik ist das strategische Ziel. Der E-Commerce-Riese will seine gesamte Lieferkette mit künstlicher Intelligenz und Robotik durchdringen – bis hin zur letzten Meile.

Die angekündigten Ausgaben übertreffen die Investitionen des Vorjahres (125 Milliarden Euro) deutlich und überraschen die Märkte. Ein Schwerpunkt liegt auf der Skalierung bestehender Roboter-Systeme in den Logistikzentren. Diese Technologie soll Lieferzeiten weiter verkürzen und die Effizienz steigern. Hintergrund ist ein anhaltend hohes Nachfragewachstum: 2025 lieferte Amazon bereits 70 Prozent mehr Artikel am selben Tag aus als im Jahr zuvor.

Vom Hochregallager bis zur Haustür

Das Investment baut auf einer bereits gewaltigen Infrastruktur auf. Weltweit setzt Amazon über eine Million Roboter ein – eine Zahl, die sich der Belegschaftsstärke annähert. Es handelt sich um hochkomplexe, KI-gesteuerte Systeme.

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Ein Beispiel ist das Sequoia-System. Es kombiniert mobile Roboter und Roboterarme und kann Waren bis zu 75 Prozent schneller identifizieren und einlagern. Der mobile Roboter Proteus navigiert sicher zwischen Mitarbeitern, während der Roboterarm Cardinal Pakete bis zu 23 Kilogramm heben kann. Solche Systeme haben die Bearbeitungszeiten in modernsten Zentren bereits um ein Viertel reduziert. Die neuen Milliarden sollen ihre flächendeckende Einführung beschleunigen.

Die größte Aufmerksamkeit erregt jedoch die Vision für die Zukunft: humanoiden Roboter für die Zustellung. Berichten zufolge entwickelt Amazon KI-Software für zweibeinige Roboter, die aus Lieferwagen aussteigen und Pakete bis zur Haustür tragen könnten. In einem Testgelände in San Francisco, einem sogenannten „Humanoid Park“, werden solche Szenarien bereits simuliert. Ein konkreter Zeitplan für den Einsatz steht zwar noch nicht fest, doch das gewaltige Investment gilt als notwendiger Schritt, um diese Zukunftsvision Realität werden zu lassen.

Technologie-Wettlauf und Arbeitsmarkt-Debatte

Mit den 200 Milliarden Euro positioniert sich Amazon an der Spitze eines branchenweiten KI-Ausgabenbooms. Konzerne wie Google, Meta und Microsoft investieren ebenfalls hunderte Milliarden in KI-Infrastruktur. Für Amazon geht es darum, die Dominanz in der Logistik durch eine lernende, robotergesteuerte Lieferkette auszubauen.

Diese Automatisierungsoffensive befeuert weiterhin die Debatte über die Zukunft der Arbeit. Amazon betont, dass Mitarbeiter durch Roboter von repetitiven Aufgaben entlastet und für anspruchsvollere Tätigkeiten frei werden. Gewerkschaften und Beschäftigtenvertreter sehen jedoch langfristig die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten. Die Investition wird daher nicht nur technologisch, sondern auch in ihrer Auswirkung auf den Arbeitsmarkt genau beobachtet.

Schnellere Lieferungen heute, Roboter-Zusteller morgen

Kurzfristig werden Kunden die Investition vor allem in Form noch schnellerer Lieferungen spüren. KI-gestützte Warenplatzierung und robotergesteuerte Zentren verkürzen die Zeit zwischen Bestellung und Zustellung kontinuierlich. Modelle des bestärkenden Lernens optimieren bereits dynamisch Lieferrouten in Echtzeit.

Langfristig finanziert das Kapital die Forschung an den kniffligsten Herausforderungen der Robotik: dem Handling verschiedenster Objekte und der autonomen Navigation in unstrukturierten Umgebungen wie Gehwegen und Hauseingängen. Eine Welt, in der humanoide Roboter Pakete zustellen, ist zwar nicht unmittelbar bevorstehend. Doch Amazons historische Investition macht klar: Das Unternehmen baut jetzt das technologische Fundament, um diese Zukunft möglich zu machen.

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