Amazon Aktie: Zoox, AWS und Milliardeninvestitionen
10.03.2026 - 00:37:12 | boerse-global.deAmazon liefert gerade auf mehreren Fronten zugleich: Der Robotaxi-Ableger Zoox weitet seinen Testbetrieb aus, während die Cloud-Sparte AWS eine heikle Neuausrichtung ihrer KI-Partnerstrategie navigiert. Dahinter steht ein Unternehmen, das sein Investitionsbudget auf eine Größenordnung hochschraubt, die selbst im Big-Tech-Vergleich heraussticht.
Zoox drängt in den Sun Belt
Ab heute testet Zoox seine autonomen Fahrzeuge in Dallas und Phoenix – zunächst mit umgerüsteten Toyota Highlander SUVs, später sollen die charakteristischen kastenförmigen Robotaxi-Prototypen folgen. Damit ist Zoox nun in zehn US-Städten aktiv, darunter Las Vegas, San Francisco, Miami, Los Angeles und Washington D.C.
Phoenix und Dallas bieten bewusst andere Bedingungen als dichte Stadtzentren: weitläufige Straßennetze, extreme Hitze und Wüstenstaub sollen Sensoren, Batterien und KI-Systeme unter realen Belastungen validieren. In beiden Städten eröffnet Zoox neue Fahrzeug-Depots, dazu kommt ein Fusion Center in Scottsdale, das als operative Schaltzentrale für Fernsteuerung und Fahrgast-Support dient.
Den kommerziellen Betrieb der steuerrad- und pedallosen Eigenentwicklung blockiert jedoch weiterhin die US-Bundesbehörde NHTSA. Eine Ausnahmegenehmigung für Testfahrten auf öffentlichen Straßen liegt zwar vor, die für den kommerziellen Betrieb notwendige weitergehende Zulassung aber noch nicht. Seit der Übernahme durch Amazon für 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2020 hat Zoox nach eigenen Angaben über eine Million autonome Meilen zurückgelegt und mehr als 300.000 Fahrgäste befördert. Im Hintergrund läuft bereits eine 20.000-Quadratmeter-Fabrik in der San Francisco Bay Area, die auf eine Jahreskapazität von 10.000 Fahrzeugen ausgelegt ist.
Der Markt ist hart umkämpft: Alphabets Waymo dominiert das US-Segment, Tesla drängt ebenfalls in den Bereich, und chinesische Anbieter wie Apollo Go und Pony.ai gewinnen in Asien Marktanteile. Morgen findet ein Sicherheitsforum der US-Regulierungsbehörden statt, bei dem die CEOs von Waymo, Zoox und Aurora erwartet werden.
AWS und die Anthropic-Frage
Parallel dazu managt Amazon die Folgen eines ungewöhnlichen Konflikts: Das US-Verteidigungsministerium stufte Anthropic als „Supply-Chain-Risiko" ein, nachdem AWS gemeinsam mit Anthropic und Palantir Ende 2024 begonnen hatte, KI-Modelle für Verteidigungs- und Geheimdienstbehörden bereitzustellen. Amazon hält an der Partnerschaft mit Anthropic fest, schließt jedoch Aufträge des Pentagon explizit aus.
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Das hat Gewicht: Amazon hat seit 2023 insgesamt acht Milliarden Dollar in Anthropic investiert. Zusätzlich verpflichtete sich Anthropic, 500.000 Amazons Trainium-2-Chips zu nutzen – eingebettet in ein eigens gebautes, elf Milliarden Dollar teures AWS-Rechenzentrum namens „Project Rainier". Dass Google und Microsoft die Pentagon-Einstufung ähnlich eng auslegen – als auftragsspezifische Einschränkung, nicht als allgemeines Verbot – zeigt, wie die großen Cloud-Anbieter den Konflikt einheitlich zu begrenzen versuchen, um ihr ziviles Geschäft nicht zu gefährden.
Investitionsschub mit Folgen für den Free Cash Flow
Die Zahlen für 2025 sind solide: Der Umsatz stieg um 12,4 Prozent auf 716,9 Milliarden Dollar, das Betriebsergebnis legte um 16,6 Prozent auf knapp 80 Milliarden Dollar zu. Das Nettoergebnis wuchs um gut 31 Prozent auf 77,7 Milliarden Dollar. AWS erzielte allein im vierten Quartal 35,6 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 24 Prozent, das schnellste Wachstum seit 13 Quartalen.
Den Free Cash Flow trifft das aggressive Investitionsprogramm allerdings spürbar: Er sank im Zwölfmonatszeitraum um mehr als 70 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Der Grund liegt nicht in einer schwächelnden Ertragskraft, sondern in den explodierenden Kapitalausgaben – von rund 83 Milliarden Dollar 2024 auf 131,8 Milliarden Dollar 2025, und nun auf geplante 200 Milliarden Dollar im laufenden Jahr. Das entspricht einem Anstieg von rund 140 Prozent in drei Jahren, fast ausschließlich getrieben durch den AWS-Ausbau.
Die Amazon-Aktie notiert seit Jahresbeginn rund fünf Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Dass das geplante Investitionsvolumen für 2026 die Erwartungen vieler Marktteilnehmer übersteigt, dürfte auf den Kurs drücken – zumindest so lange, bis AWS-Kapazitäten in messbarem Umsatz münden.
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