Amazon Aktie: Cashflow stürzt um 95 Prozent ab
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 19:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Amazon braucht frisches Kapital für die gewaltige KI-Infrastruktur. Der Tech-Konzern hat sich über den Anleihemarkt gerade 25 Milliarden US-Dollar geliehen. Aber die Investoren zeigen erste Ermüdung. Die Nachfrage nach den neuen Papieren fiel überraschend schwach aus.
Kühle Reaktion auf Milliarden-Bonds
Amazon platzierte die Anleihen in mehreren Tranchen mit Laufzeiten bis zu 40 Jahren. Das finale Ordervolumen lag bei 41 Milliarden Dollar. Damit waren die Papiere lediglich um das 1,6-Fache überzeichnet. Gewöhnlich sehen US-Firmenanleihen in diesem Jahr eine viermal so hohe Nachfrage.
Ein Bankenkonsortium um JPMorgan und Goldman Sachs begleitete den Verkauf. Amazon musste höhere Zinsaufschläge bieten, um Käufer anzulocken. Der globale Markt ertrinkt derzeit in KI-bezogenen Schulden. Für dieses Jahr plant Amazon keine weiteren Emissionen.
Explodierende Kosten drücken den Cashflow
Das frische Geld fließt direkt in den Ausbau der KI-Rechenzentren. Auch die Entwicklung eigener Chips verschlingt Unsummen. Amazon rechnet für 2026 mit Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 131 Milliarden Dollar.
Die Folge: Diese massive Ausgabenwelle belastet die kurzfristige Liquidität enorm. Der freie Cashflow stürzte zuletzt um 95 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ab. Amazon verfügt zwar noch über gewaltige Barreserven. Indes steigen die Zinsaufwendungen rasant an. Die gesamten Kredite kletterten im vergangenen Jahr über die Marke von 100 Milliarden Dollar.
Analysten loben AWS-Wachstum
Trotz der hohen Kosten bleiben Analysten langfristig optimistisch. Die Bank of America bestätigte ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 310 US-Dollar. Die Experten verweisen auf die starke Marktposition der Cloud-Sparte AWS. Der Bereich baut seine Kapazitäten in den nächsten Jahren massiv aus.
Am Aktienmarkt überwiegt aktuell die Vorsicht. Die Amazon-Aktie notiert bei 213,65 Euro und verbucht heute ein leichtes Minus. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Zuwachs von gut zehn Prozent auf der Kurstafel.
Ende Juli präsentiert Amazon die Zahlen für das zweite Quartal. Dann fordern Investoren konkrete Beweise. Der Auftragsbestand der Cloud-Sparte von 364 Milliarden Dollar muss sich in beschleunigtem Umsatzwachstum niederschlagen. Nur so lässt sich die gigantische Schuldenlast rechtfertigen.
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