Amazon Aktie: AWS und der KI-Wachstumswette
18.06.2026 - 19:48:33 | boerse-global.de
Ausverkaufte Säle, eine frische Partnerschaft mit OpenAI und ein Analysten-Kursziel weit über dem aktuellen Niveau — beim AWS-Summit in New York hat Amazon für einige Aufmerksamkeit gesorgt.
Jefferies-Analyst Brent Thill bekräftigte seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 320 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 35 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Den Ausschlag gab weniger die Partnerschaft an sich als die Stimmung vor Ort: Lange Schlangen, ein bis auf den letzten Platz gefüllter Veranstaltungssaal — Thill wertete das als Signal für echtes Marktinteresse am agentischen KI-Thema rund um AWS.
Frühe Phase, große Erwartungen
Die AWS-OpenAI-Allianz steckt noch in den Anfängen. Thill selbst beschreibt sie als vielversprechend, aber früh. Das Potenzial liegt darin, dass AWS als bevorzugte Cloud-Infrastruktur für KI-Agenten positioniert werden könnte — ein Markt, der gerade erst entsteht. Wie schnell sich das in Umsatz und Marge niederschlägt, bleibt offen.
Indes bleibt auch Bank of America optimistisch, wenn auch aus einem anderen Winkel. Das Haus bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 310 Dollar und verwies auf den verschobenen Prime Day, der 2026 erstmals im Juni stattfindet — einen Monat früher als zuletzt. BofA schätzt den gesamten Prime-Day-GMV auf rund 21,6 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa fünf Prozent gegenüber 2025. Für das zweite Quartal erwartet die Bank, dass Amazon am oberen Ende oder sogar darüber hinaus an seiner Umsatzguidance von 199 Milliarden Dollar abschneidet.
Prime Day mit Kalendereffekt
Die Verschiebung hat Konsequenzen für die Vergleichsbasis: Im dritten Quartal entfällt der Prime-Day-Schub, was die Wachstumsrate dort optisch bremsen dürfte. Das ist kein Fundamentalproblem, aber ein Faktor, den Anleger beim Quartalvergleich im Herbst einrechnen müssen.
Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 310 und 320 Dollar — weitgehend einig also in der Richtung, minimal unterschiedlich im Ausmaß. Der nächste konkrete Prüfstein ist der Q2-Bericht, der zeigen wird, ob die Prime-Day-Vorverlegung tatsächlich den erhofften Umsatzschub ins zweite Quartal gezogen hat.
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