Aluminium, Defizit

Aluminium: Defizit verfestigt sich

10.04.2026 - 10:39:52 | boerse-global.de

Angriffe auf Produktionsanlagen im Nahen Osten führen zu einem anhaltenden globalen Aluminiumdefizit und treiben die Preise an den Rohstoffbörsen auf hohem Niveau.

Aluminium: Defizit verfestigt sich - Foto: über boerse-global.de

Die diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran sorgt an den Rohstoffmärkten nur kurz für Aufatmen. Massive Schäden an der Infrastruktur im Nahen Osten lassen ein schnelles Ende der Angebotsknappheit unwahrscheinlich erscheinen. Investoren müssen sich auf ein strukturelles Defizit einstellen, das die globalen Lieferketten nachhaltig verändert.

Die Region am Persischen Golf ist für fast zehn Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion verantwortlich. Nach den Angriffen auf die Iran Aluminium Company (IRALCO) am 7. April sowie auf Anlagen in den Emiraten (EGA) und Bahrain (Alba) fehlen dem Markt signifikante Mengen. Analysten von JPMorgan schätzen, dass der Wiederaufbau beschädigter Hüttenwerke neun bis zwölf Monate dauern wird. Damit steuert der Weltmarkt im Jahr 2026 auf eine Lücke zwischen 140.000 und 600.000 Tonnen zu.

Prämien erreichen Rekordniveau

Die Verknappung zwingt Abnehmer zu teuren Alternativen. Russische Produzenten wie Rusal lenken ihre für China geplanten Frachten bereits nach Japan um. Dort zahlen Käufer Prämien auf einem 11-Jahres-Hoch, um die regionalen Ausfälle zu kompensieren. Auch in den USA steigen die Aufschläge für Aluminiumbrammen um rund zwölf Prozent, da die Importe aus dem Nahen Osten traditionell ein Fünftel des US-Bedarfs decken.

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An der London Metal Exchange (LME) spiegelt sich die Anspannung in Preisen um 3.500 USD pro Tonne wider. Neben der physischen Knappheit treiben hohe Versicherungsprämien für Frachter in der Straße von Hormus die Kosten für Endkunden weiter nach oben, da die Logistikwege trotz Waffenruhe als unsicher gelten.

Green Premium als Preistreiber

Zusätzlich zum geopolitischen Risiko gewinnt die ökologische Einordnung an Bedeutung. Durch das EU-CBAM-System erzielt nachhaltig produziertes Aluminium Aufschläge von bis zu 250 USD pro Tonne. Diese regulatorischen Faktoren wirken in Kombination mit den massiven Produktionsausfällen wie ein Boden für das aktuelle Preisniveau.

Solange die Schifffahrtswege am Golf eingeschränkt bleiben und die Reparaturen an den Großanlagen laufen, wird das globale Angebotsdefizit bestehen bleiben. Die nächste Richtungsentscheidung für den Preis dürfte fallen, wenn verlässliche Daten zum Fortschritt des Wiederaufbaus der EGA- und Alba-Werke vorliegen.

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