Altersvorsorgedepot, Bundestag

Altersvorsorgedepot: Bundestag beendet die Riester-Ära

09.04.2026 - 20:49:35 | boerse-global.de

Das neue Altersvorsorgedepot ermöglicht ab 2027 direkte Aktien- und ETF-Investments mit staatlicher Förderung. Die Reform beendet das Riester-Modell und senkt die Kosten.

Altersvorsorgedepot: Bundestag beendet die Riester-Ära - Foto: über boerse-global.de

Der Bundestag hat die private Altersvorsorge revolutioniert. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot (AVD) soll das Kapitalmarkt-Wachstum die Rentenlücke schließen.

Am 27. März 2026 verabschiedete das Parlament das Altersvorsorgereformgesetz. Es ist die umfassendste Überholung der privaten Vorsorge seit über 20 Jahren. Die Koalition aus SPD und CDU/CSU beerdigt damit das Riester-Modell. Ziel ist es, die oft niedrigen Renditen und hohen Kosten der alten, staatlich geförderten Pläne zu überwinden.

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Vom Versicherungsprodukt zum flexiblen Depot

Kern der Reform ist die Einführung des Altersvorsorgedepots ab dem 1. Januar 2027. In diesem neuen Vehikel können Sparer staatlich geförderte Gelder direkt in Aktien, Fonds und kostengünstige ETFs investieren. Die starre 100-Prozent-Kapitalgarantie des Riester-Modells fällt weg. Stattdessen können Anbieter Produkte ohne Garantie, mit 80-Prozent- oder voller Garantie anbieten. Der Sparer wählt sein individuelles Risikoprofil.

Für die Branche ist das Ende der strengen Garantien der entscheidende Wendepunkt. Bisher zwangen sie die Anbieter, stark in niedrig verzinste Anleihen zu investieren. Die Folge: Renditen, die oft nicht einmal die Inflation ausglichen. Ab 2027 dürfen keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden. Bestandsverträge können fortgeführt oder in das neue Depot überführt werden. Banken, Versicherer und Neobroker bereiten bereits digitale Plattformen für den Übergang vor.

Mehr Förderung für mehr Menschen

Um die Teilnahme zu erhöhen, führt die Reform ein vereinfachtes und großzügigeres Fördersystem ein. Es ersetzt die alten Pauschalen durch einen beitragsproportionalen Zuschuss. Für die ersten 360 Euro jährlicher Eigenleistung springt der Staat mit 50 Prozent ein – maximal also 180 Euro. Für weitere Beiträge zwischen 360,01 und 1.800 Euro gibt es 25 Prozent Förderung. Die maximale jährliche Grundförderung liegt damit bei 540 Euro.

Familien profitieren von verbesserten Kinderzuschüssen: Der Staat stockt die Beiträge der Eltern zu 100 Prozent auf, maximal 300 Euro pro Kind. Erstmals haben auch Selbstständige Zugang zu diesen staatlich geförderten Produkten. Zum Schutz der Verbraucher deckelt das Gesetz die Kosten für zertifizierte „Standardprodukte“ auf effektiv 1,5 Prozent pro Jahr. So bleibt mehr Kapital im Markt und kann vom Zinseszinseffekt profitieren.

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Stabilisierung der Gesamtrente

Die private Reform ist Teil einer größeren Strategie zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente. Parallel zum Depot-Modell wird das „Generationenkapital“ fortgeführt. Dieser staatlich verwaltete, schuldenfinanzierte Fonds investiert in globale Kapitalmärkte. Seine Erträge sollen ab Mitte der 2030er Jahre die gesetzliche Rente stützen und Beitragserhöhungen dämpfen.

Gesetzlich festgeschrieben bleibt zudem das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031. Um längeres Arbeiten zu belohnen, startet 2026 die „Aktiv-Rente“. Sie bietet einen steuerfreien Freibetrag von bis zu 2.000 Euro monatlich für alle, die über das Regelrentenalter hinaus arbeiten. Experten sehen in diesen kombinierten Maßnahmen eine notwendige Antwort auf den demografischen Wandel.

Ausblick: Wettbewerb und „Equity Culture“ ab 2027

Die Branche steht vor einem radikalen Wandel. Ab 2027 dürften Banken und Neobroker mit ihren flexiblen Depot-Lösungen Marktanteile von Lebensversicherern übernehmen. Ein öffentliches Standardprodukt soll als Kostenbenchmark dienen.

Für die Bürger beginnt nun eine Phase der Überprüfung. Finanzexperten raten, bestehende Riester-Verträge auf ihren Nutzen im neuen System zu prüfen. Mit der „Frühstart-Rente“, die 2026 kleine Monatsbeiträge für Kindern vorsieht, fördert der Staat lebenslanges Sparen. Der Erfolg der Reform hängt letztlich davon ab, ob in Deutschland eine neue „Aktienkultur“ Wurzeln schlägt – weg von der Sicherheit garantierter Nominalwerte, hin zum langfristigen Wachstumspotenzial der Märkte.

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