Akupunktur, Studie

Akupunktur: Neue Studie soll Migräne-Therapieerfolg vorhersagen

27.03.2026 - 00:00:27 | boerse-global.de

Forschungsergebnisse deuten auf Biomarker für den Behandlungserfolg hin. Ein IQWiG-Bericht sieht Vorteile gegenüber Medikamenten, während die Kostenübernahme geprüft wird.

Akupunktur: Neue Studie soll Migräne-Therapieerfolg vorhersagen - Foto: über boerse-global.de
Akupunktur: Neue Studie soll Migräne-Therapieerfolg vorhersagen - Foto: über boerse-global.de

Die Suche nach wirksamen und verträglichen Migräne-Therapien geht weiter. Neue Forschungsergebnisse könnten die traditionelle Akupunktur zu einer präziseren Waffe im Kampf gegen die Kopfschmerzattacken machen. Eine aktuelle Studie aus China deutet darauf hin, dass sich der Behandlungserfolg künftig vorhersagen lassen könnte.

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Biomarker im Gehirn als Erfolgsvorhersage?

Forscher der Universitätsklinik für Traditionelle Chinesische Medizin in Peking haben einen möglichen Schlüssel entdeckt. Ihre im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie legt nahe, dass das individuelle Aktivitätsmuster von Nervenfasern im Gehirn – das funktionelle Konnektom – vorhersagen könnte, ob eine Patientin oder ein Patient auf Akupunktur anspricht. Diese Erkenntnis, die das „Deutsche Ärzteblatt“ kürzlich aufgriff, könnte den Weg zu einer personalisierten Migräne-Prophylaxe ebnen. Statt eines Therapieversuchs ließe sich der Erfolg präziser abschätzen.

Wirksamkeit in Studien bestätigt

Die jahrtausendealte Methode der TCM wird zunehmend auch wissenschaftlich untersucht. Mehrere Meta-Analysen kommen zu einem klaren Ergebnis: Akupunktur kann die Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräneattacken signifikant reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Eine im November 2025 veröffentlichte Übersichtsarbeit bestätigte diese positiven Effekte erneut. Selbst vergleichende Studien mit Scheinakupunktur tragen dazu bei, die spezifische Wirkung über einen reinen Placebo-Effekt hinaus besser zu verstehen.

Vorteile gegenüber Medikamenten?

Ein Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom November 2025 sorgte für Aufsehen. Die Bewertung mehrerer Studien deutet auf einen höheren Nutzen der manuellen Akupunktur im Vergleich zu leitliniengerechter Medikamenten-Prophylaxe hin. Besonders bemerkenswert: Die Akupunktur zeigte in einigen Endpunkten bis zu vier Monate nach Behandlungsbeginn Vorteile und wies laut IQWiG einen Anhaltspunkt für geringere Schäden auf.

Allerdings ist die Übertragbarkeit eingeschränkt. In den analysierten Studien fehlten Daten zu häufig verschriebenen Betablockern oder modernen CGRP-Antikörpern. Nichtsdestotrotz stärkt der Bericht die Position der Akupunktur als wertvolle Alternative für Patientinnen und Patienten, die Medikamente nicht vertragen oder Nebenwirkungen fürchten.

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Der Streit um die Kostenübernahme

Trotz der positiven Datenlage ist die Finanzierung in Deutschland ein Hindernis. Während die Kassen Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen bezahlen, gilt dies für Migräne in der Regel nicht. Der Grund: Frühere Studien konnten hier keine so eindeutige Überlegenheit gegenüber Scheinakupunktur nachweisen.

Doch es bewegt sich etwas. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein Bewertungsverfahren zur Aufnahme der Akupunktur in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen eingeleitet. Der IQWiG-Vorbericht ist Teil dieser Prüfung. Die finale Entscheidung wird mit Spannung erwartet und könnte den Zugang zur Therapie für Millionen Betroffene revolutionieren.

Integration in die moderne Medizin

Akupunktur wird heute als Teil eines multimodalen Therapieansatzes gesehen. Sie ergänzt leitlinienbasierte Akuttherapien und bietet eine nicht-medikamentöse Option – besonders bei hohem Leidensdruck oder der Gefahr eines Medikamentenübergebrauchs. Eine typische Behandlung umfasst 10 bis 15 Sitzungen, erste Effekte sind oft nach sieben bis acht Terminen spürbar.

Die Zukunft der Akupunktur liegt in der Personalisierung. Die Identifizierung von Biomarkern, wie in der Pekinger Studie angestrebt, könnte helfen, die richtigen Patientinnen und Patienten für die Behandlung auszuwählen und die Erfolgsquoten weiter zu steigern. Für bestimmte Gruppen, etwa Schwangere, ist sie schon jetzt eine vielversprechende Alternative.

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