Aktivrente, Euro

Aktivrente startet: 24.000 Euro steuerfrei für arbeitende Rentner

09.01.2026 - 17:42:12

Ein Meilenstein in der deutschen Steuerpolitik ist diese Woche in Kraft getreten. Die lang diskutierte „Aktivrente“ erlaubt es Rentnern, ab sofort bis zu 2.000 Euro im Monat zusätzlich zu ihrer gesetzlichen Rente steuerfrei zu verdienen. Das Bundesfinanzministerium hat die Freibeträge direkt in das digitale Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) integriert – und schafft so lästige Papieranträge ab.

Der Kern der neuen Regelung, die am 1. Januar 2026 in Kraft trat, ist einer der weitreichendsten steuerlichen Anreize für Seniorarbeit in der Geschichte der Bundesrepublik. Beschäftigte, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können nun bis zu 24.000 Euro ihres jährlichen Arbeitslohns von der Einkommensteuer befreien.

Die Befreiung gilt speziell für Einkünfte aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Damit grenzt sich der neue Vorteil klar von den bestehenden Minijob-Regelungen ab und schafft eine attraktive Stufe für Senioren, die sich in substanzielleren Teilzeit- oder Vollzeitrollen engagieren wollen. „Wir wollen Arbeiten im Alter attraktiver machen“, hieß es aus Regierungskreisen. Die Politik zielt nicht nur auf einen finanziellen Bonus, sondern ist ein Hebel, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und wertvolles Know-how im Arbeitsmarkt zu halten.

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Digitale Umsetzung: Keine Formulare nötig

Der revolutionärste Aspekt der Reform ist ihre technische Umsetzung. Im Gegensatz zu früheren Steuervergünstigungen, die oft nachträgliche Anträge über die Steuererklärung erforderten, funktioniert die Aktivrente nach einem „Security-by-Design“-Prinzip in der digitalen Steuerinfrastruktur.

Der Steuerfreibetrag wird automatisch über die ELStAM-Datenbank verarbeitet. Arbeitgeber rufen die aktualisierten Merkmale digital ab, sodass die steuerfreie Grenze sofort bei der monatlichen Gehaltsabrechnung berücksichtigt wird. Für die schätzungsweise 170.000 bis 285.000 Senioren, die das Programm im ersten Jahr nutzen dürften, ist der Prozess unsichtbar. Es gibt keine Formulare und keine Wartezeiten auf Genehmigungen.

Ausnahmen und strategische Grenzen

Die Reform ist weitreichend, aber nicht universell. Die steuerfreie Grenze gilt streng nur für Beschäftigte in sozialversicherungspflichtigen Verhältnissen. Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind derzeit von den Aktivrente-Vorteilen ausgeschlossen.

Zudem gilt die Befreiung nicht für Minijobs, die weiterhin unter ihrer eigenen Verdienstgrenze von 603 Euro monatlich laufen. Die Logik der Regierung scheint ein gezielter Push in Richtung substanzieller Beschäftigung zu sein: Senioren sollen genug Stunden arbeiten, um über marginale Tätigkeiten hinaus zur Wirtschaft beizutragen. Für Branchen mit akutem Fachkräftemangel wie das Gesundheitswesen oder den Ingenieurssektor sind diese Grenzen strategisch. Kliniken oder Ingenieurbüros können pensionierten Spezialisten nun ein hochattraktives Netto-Gehaltspaket für eine Rückkehr als Berater auf normalen Arbeitsverträgen anbieten.

Wirtschaftliche Folgen und Marktreaktion

Die Einführung der Aktivrente kommt in einer Phase erheblicher fiskalischer Kalibrierung. Der Staat rechnet mit Mindereinnahmen von rund 890 Millionen Euro pro Jahr. Volkswirte argumentieren jedoch, dass diese „Kosten“ durch die anhaltende Kaufkraft arbeitender Senioren und stabile Sozialversicherungsbeiträge aufgewogen werden könnten.

Marktbeobachter deuten an, dass die Aktivrente die Rentenplanung grundlegend verändern könnte. Die Möglichkeit, 24.000 Euro steuerfrei zu verdienen, macht aus dem „Rentenknick“ einen gleitenden Übergang. Ein Senior kann seine Stunden deutlich reduzieren und dennoch ein Nettoeinkommen aufrechterhalten, das in Kombination mit der Rente seinem vorherigen Verdienst nahekommt. Erste Berichte von Recruiting-Plattformen für Senioren deuten auf einen Anstieg von Stellenausschreibungen für „Aktivrente-taugliche“ Positionen hin.

Ausblick: Evaluierung für 2028 geplant

Während die ersten Gehaltsabrechnungen 2026 verarbeitet werden, richtet sich der Fokus auf die Akzeptanz. Das Gesetz enthält eine Evaluierungsklausel; eine Überprüfung ist für 2028 geplant, um zu bewerten, ob die Maßnahme die Erwerbsbeteiligung der über 66-Jährigen erfolgreich erhöht hat.

Kritiker bleiben vorsichtig und warnen, dass die Politik vor allem gesunde, gut ausgebildete Senioren begünstigen könnte, die ohnehin gearbeitet hätten. Für die Wissenswirtschaft jedoch gilt die Aktivrente als pragmatische Lösung für ein drängendes demografisches Problem. Die Botschaft an Deutschlands Rentner ist klar: Die Tür zum Arbeitsmarkt steht offen, und die digitalen Systeme sind bereit für ihre Rückkehr.

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