Achtsamkeitstraining, Essen

Achtsamkeitstraining stoppt emotionales Essen

18.01.2026 - 04:10:12

Die Ernährungspsychologie setzt auf bewusste Hunger-Analyse statt strikter Verbote. Studien belegen, dass Achtsamkeit Essanfälle reduzieren und die Selbstregulation verbessern kann.

Der erste Schritt: Welcher Hunger meldet sich?

Die Methode basiert auf einer klaren Unterscheidung. Körperlicher Hunger baut sich langsam auf, äußert sich durch Magengrummeln und lässt sich mit jeder Nahrung stillen. Emotionaler Hunger dagegen kommt plötzlich – ausgelöst durch Gefühle. Er verlangt nach spezifischen, oft ungesunden Lebensmitteln und hinterlässt selbst nach dem Essen oft ein unbefriedigendes Gefühl.

Der einfachste Tipp von Experten: Vor dem Essen kurz innehalten und sich fragen: „Bin ich wirklich hungrig?“

So funktioniert achtsames Essen im Alltag

Achtsames Essen ist keine Diät, sondern eine Übung in bewusster Wahrnehmung. Die Praxis umfasst konkrete Schritte:
* Ohne Ablenkung essen: Fernseher und Smartphone bleiben aus.
* Alle Sinne nutzen: Zuerst Geruch, Aussehen und Farben der Speise wahrnehmen.
* Langsam kauen: Jeden Bissen gründlich zerkleinern, um Geschmack und Textur zu erforschen.
* Auf den Körper hören: Aufhören, wenn sich Sättigung einstellt – nicht wenn der Teller leer ist.

Eine bekannte Anfängerübung ist die „Rosinenübung“, bei der eine einzelne Rosine minutenlang mit allen Sinnen erkundet wird.

Was die Wissenschaft dazu sagt

Studien belegen die Wirksamkeit des Ansatzes. Achtsamkeitstraining kann Essanfälle und emotionales Essen reduzieren, besonders bei übergewichtigen Personen. Eine Meta-Analyse zeigt: Essen mit Ablenkung führt zu einer höheren Nahrungsaufnahme.

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Die Forschung deutet darauf hin, dass die Praxis die Wahrnehmung für Hunger und Sättigung schärft und so die Selbstregulation verbessert. Einige Untersuchungen fanden sogar einen Effekt auf den Body-Mass-Index (BMI), wenn Achtsamkeit mit Kautraining kombiniert wurde.

Mehr als nur ein Trend: Die Abkehr von der Diät-Mentalität

Achtsames Essen ist Teil eines größeren Wandels. Es stellt die innere Weisung über externe Verbote. Das Konzept ähnelt dem „intuitiven Essen“, geht aber weniger philosophisch vor. Während intuitive Essen die Diätkultur komplett ablehnt, konzentriert sich Achtsamkeit auf den bewussten Akt des Essens selbst.

Experten sehen beide Wege als komplementär. Gemeinsam helfen sie, sich von der tief verwurzelten Diätmentalität zu lösen.

Die Zukunft: Achtsamkeit wird zum Standard

Die Prinzipien halten zunehmend Einzug in Ernährungsberatung und Therapie. Ihre Rolle in der Prävention und Behandlung von Adipositas und Essstörungen wird voraussichtlich wachsen.

Die Digitalisierung treibt den Trend an: Gesundheits-Apps machen die Übungen für alle zugänglich. Auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung könnten Programme stressbedingtes Essverhalten eindämmen. Das langfristige Ziel ist klar: Achtsamkeit soll eine nachhaltige Lebenskompetenz werden.

@ boerse-global.de