Abbott, FDA

Abbott: FDA genehmigt SimpleScreen CRC mit Freenome

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Abbott Laboratories erhält FDA-Zulassung für den Darmkrebs-Screening-Test SimpleScreen CRC und weist eine Aktionärsklage ab.

Abbott erhält FDA-Zulassung für Darmkrebs-Früherkennungstest
Moderne Laborumgebung mit medizinischer Diagnosetechnologie zur biotechnologischen Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Gesundheitskonzern Abbott Laboratories hat einen bedeutenden operativen und regulatorischen Meilenstein erreicht. Wie gestern bekannt wurde, erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für den blutbasierten Screening-Test „SimpleScreen CRC“. Das Diagnoseverfahren wurde gemeinsam mit dem Unternehmen Freenome entwickelt und ist für die Früherkennung von Darmkrebs bei Personen ab 45 Jahren vorgesehen.

Der Test weist laut Berichten von MT Newswires eine Sensitivität von 81,1 Prozent für kolorektale Karzinome sowie eine Spezifität von 90,4 Prozent auf. Im Zuge der Zulassung erhält Freenome von Abbott eine Meilensteinzahlung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Abbott übernimmt im Gegenzug die exklusive Vermarktung des Tests in den Vereinigten Staaten. Die Einführung stärkt die Diagnostik-Sparte des Unternehmens nachhaltig, nachdem das Segment bereits im zurückliegenden Quartal durch deutliche Umsatzsprünge aufgefallen war.

Gericht weist Aktionärsklage ab

Parallel zum operativen Fortschritt verbuchte Abbott gestern einen Erfolg vor Gericht. Ein Bundesrichter in Chicago wies eine Sammelklage von Aktionären ab, die dem Konzern vorgeworfen hatten, Investoren über die Zustände in einem Werk in Sturgis getäuscht zu haben. Hintergrund war der umfangreiche Rückruf von Babynahrung (Marken Similac, Alimentum und EleCare) im Jahr 2022, der zu massiven Versorgungsengpässen auf dem US-Markt geführt hatte.

U.S. District Judge Steven Seeger begründete die Abweisung damit, dass die Kläger – darunter institutionelle Investoren wie Quoniam Asset Management und KBC Asset Management – keine betrügerische Absicht (Scienter) seitens des Unternehmens nachweisen konnten. Der Richter bezeichnete die beanstandeten Aussagen des Managements als zu allgemein gehalten für eine Wertpapierbetrugsklage. Zwar wurde den Klägern die Möglichkeit eingeräumt, die Klage in geänderter Form erneut einzureichen, der Richter äußerte jedoch deutliche Zweifel an der Substanz künftiger Vorwürfe.

Wachstumsimpulse und aktuelle Marktlage

Trotz der positiven Nachrichten bleibt das Umfeld für Abbott differenziert. Die Analysten der Jensen Quality Growth Equity Strategy wiesen darauf hin, dass die Stimmung zuletzt durch Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit NEC-Erkrankungen bei Frühgeborenen belastet wurde. Dennoch überzeugte das operative Kerngeschäft: Abbott meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 12,51 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,31 US-Dollar über den Konsensschätzungen.

Wachstumstreiber waren vor allem die Segmente Medizintechnik und etablierte Pharmazeutika, die zusammen rund 62 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen und organisch im hohen einstelligen Bereich wuchsen. An der Börse zeigt sich das Papier heute stabil und notiert bei 92,78 Euro, was einem Zuwachs von 0,52 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs aktuell rund 15,41 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Marktbeobachter verweisen zudem auf die positive Stimmung unter Insidern, nachdem im laufenden Monat Käufe im Volumen von mehreren Millionen US-Dollar verzeichnet wurden.

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