Irans Präsident trifft Katars Emir inmitten von Spannungen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMassud Peseschkian und Katars Emir Tamim bin Hamad sprachen am Rande eines Wirtschaftsgipfels in Moskau, wie die Regierung in Teheran mitteilte. Dabei ging es den Angaben nach zunächst um bilaterale Themen. Berichten zufolge will Peseschkian bei seinem Russland-Besuch auch Kreml-Chef Wladimir Putin treffen.
Am Montag waren in Teheran zuvor Vertreter aus Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei mit der iranischen Staatsspitze zusammen gekommen. Zu den Inhalten des überraschenden Treffens wurde offiziell zunächst wenig bekannt. Die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien sind seit Monaten enorm angespannt, zuletzt auch angesichts des Konflikts zwischen Riad mit den islamistischen Huthi-Rebellen im Jemen, die Teheran unterstützt.
Kreise: Saudische Unterstützung im Gespräch
Bei dem Treffen sei unter anderem ein Nichtangriffsabkommen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien diskutiert worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus pakistanischen Geheimdienstkreisen.
Die saudische Seite habe Teheran zudem weitere Hilfen angeboten: So sei angesichts der Wirtschaftskrise im Iran eine Hilfszahlung von drei Milliarden US-Dollar besprochen worden, hieß es aus den pakistanischen Kreisen weiter. Zudem sei saudische Unterstützung für eine katarische Initiative zur Beilegung des Kriegs zwischen den USA und dem Iran Teil des Treffens gewesen. Insbesondere die Freigabe von eingefrorenen iranischen Geldern in Katar steht hierbei im Zentrum.
Seit einigen Wochen gibt es angesichts der Befürchtung neuer Angriffe der USA und Israels auf den Iran diplomatische Bemühungen. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran stecken seit Monaten in einer Sackgasse. Der Iran-Experte Hamidreza Azizi sieht auch das jüngste Treffen vor diesem Hintergrund. "Teheran verlangt glaubwürdige Garantien dafür, dass ein mögliches Abkommen einen erneuten militärischen Angriff verhindern würde", schrieb er auf X. "Es ist jedoch schwer vorstellbar, wie Saudi-Arabien, die Türkei oder Pakistan solche Garantien geben oder genügend Einfluss auf (US-Präsident Donald) Trump ausüben könnten, um sie durchzusetzen."
