ROUNDUP, Gericht

Gericht verhandelt über Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Ausbaupläne am Flughafen Leipzig/Halle stehen auf dem juristischen Prüfstand.

Vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen werden Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen verhandelt.

Zehn Klagen gegen den Ausbau des Flughafens

Neben den BUND-Landesverbänden Sachsen und Sachsen-Anhalt klagen vier Gewerbetreibende, drei Privatpersonen sowie die Stadt Schkeuditz, auf deren Gebiet sich wesentliche Teile des Flughafens befinden. Mit einer Entscheidung ist frühestens in ein bis zwei Wochen zu rechnen, wie ein OVG-Sprecher nach dem ersten Verhandlungstag sagte.

Der Airport Leipzig/Halle ist nach Frankfurt der zweitgrößte Frachtflughafen Deutschlands. Seit 2008 betreibt DHL hier ein internationales Drehkreuz für Expressluftfracht. Um die Kapazität zu erhöhen und Platz für neuere, größere Flugzeuge zu schaffen, soll das DHL-Vorfeld um 39 Hektar erweitert werden. Zudem sollen neue Rollwege für Flugzeuge und auch Enteisungsflächen und Betriebsgebäude entstehen. Die Landesdirektion Sachsen hatte im September 2024 einen mehr als 1.100 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss erlassen.

Ausbaugegner befürchten Zunahme von Lärm und Klimaschäden

Das Ziel der Ausbaugegner ist es generell, die Erweiterung des Flughafens zu stoppen. Sie fürchten eine Zunahme von Nachtflügen, Lärm und klimaschädlichen Auswirkungen. Vor Gericht wird eine Vielzahl von Detailfragen zu Fluglärm, Feinstaubbelastung sowie Klima- und Naturschutz zu klären sein. Laut OVG machen die Kläger geltend, dass Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem sehen sie Auswirkungen auf das Klima nicht ausreichend geprüft.

Bislang hat der Ausbau des Flughafens noch nicht begonnen. Der Flughafen habe von vornherein erklärt, dass man den Ausgang der Klagen abwarten wolle, hatte Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart erklärt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht gute Gründe für einen Stopp der Ausbaupläne am Flughafen Leipzig/Halle. "Das Fliegen ist eine der klimaschädlichsten und von den Folgeschäden her gesellschaftlich teuersten Technologien", hatte der sächsische BUND-Chef Felix Ekardt zum Auftakt der Flughafen-Verhandlung gesagt.

"Zudem hält man damit die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen am Weltmarkt hoch - was unter anderem die russische Aggression gegen die Ukraine und potenziell weitere europäische Staaten finanziert. Denn der russische Staatshaushalt finanziert sich zu einem Viertel aus fossilen Verkäufen. Damit muss endlich Schluss sein", so Ekardt. Der BUND in Sachsen und der BUND in Sachsen-Anhalt gehören zu den insgesamt zehn Klägern gegen den Ausbau des Airports.

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