Finanzen, Apple

Technologiewerte auf der Überholspur

Apple führt Aufwärtstrend bei den Wachstumswerten an. NASDAQ Composite steigt auf den höchsten Stand seit Dezember 2000. Bewertung der IT-Werte immer noch niedrig. Anleger können Faktor-Zertifikate nutzen.

Technologiewerte auf der Überholspur

Apple führt Aufwärtstrend bei den Wachstumswerten an. NASDAQ Composite steigt auf den höchsten Stand seit Dezember 2000. Bewertung der IT-Werte immer noch niedrig. Anleger können Faktor-Zertifikate nutzen.

Mit einem Plus von mehr als 22 Prozent im laufenden Jahr gehört diese Börse zu den größten Gewinnern des Jahres 2012. Die Rede ist hier nicht von Vietnam oder einem Aktienmarkt der Schwellenländer, sondern von der NASDAQ. Mit 3.000 Punkten erreichte die Technologiebörse den höchsten Stand seit Dezember 2000. Das war zu einer Zeit, als die IT-Industrie eine ausgeprägte Krisenstimmung erlebte. Damals hatten die Investoren das Vertrauen in das angeblich grenzenlose Wachstum der New Economy verloren. Der rasante Aufstieg der NASDAQ ist vor allem Apple zu verdanken. Die Aktie hat sich 2012 um 52 Prozent verteuert. Doch haben auch andere NASDAQ-Titel wie Intel, Cisco, Qualcomm oder eBay mit überdurchschnittlichen Renditen überraschen können.

Zwar wird der Aufwärtstrend durch die Geldspritzen der Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks unterstützt, doch noch sind keine Übertreibungen bei den Wachstumswerten wie Anno 2000 zu beobachten. Gemäß der Angaben von Bloomberg ist der Technologiesubindex des S&P 500 gegenwärtig mit einem Kurs/ Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 13 bewertet. Der Aktienmarkt gilt damit als nicht zu teuer. Ein Blick auf die Einzelwerte offenbart, dass die Bewertungen der Hauptakteure des Aufwärtstrends in den vergangenen Monaten noch immer nicht übertrieben sind. So wird Apple mit einem KGV von 14 gehandelt, Microsoft weist eine Bewertung von 12 auf und Intel kommt gar auf nur 11. Viele Unternehmen in der IT-Branche weisen heute sehr solide Ertragsperspektiven auf. So erwartet der Chip-Produzent Intel, dass der Gewinn in den kommenden fünf Jahren um jeweils 10 Prozent jährlich wachsen wird. Microsoft will auf eine jährliche Gewinnsteigerung von 8 Prozent kommen. Im Unterschied zur Dotcom-Ära sind heute die Bilanzen der IT Unternehmen sehr solide. Das Marktsegment weist in der Regel ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu Marktkapitalisierung auf, das negativ ist. Aufgrund des hohen Cash-Bestandes sind die Unternehmen heute sogar in der Lage, hohe Ausschüttungen an ihre Aktionäre vorzunehmen. Nachdem bereits Cisco und auch Microsoft, wenn auch geringe, Dividenden zahlen, ist Apple diesem Beispiel gefolgt. Noch nicht klar ist, ob der Börsengang der Socialmedia-Plattform Facebook, der nach Meldung des amerikanischen Wall Street Journal im Mai 2012 erfolgen soll, dem Markt noch weitere Impulse geben wird. Experten erwarten, dass sich die Wachstumswerte mit Unterstützung der Geldpolitik der Notenbanken bis Ende des Jahres positiv entwickeln werden. Da aber dann gemäß des Präsidentschaftszyklus 2013 das erste Präsidentenjahr folgt, muss der Anleger nach der US-Wahl im November Vorsicht walten lassen. Erfahrungsgemäß gehört das erste Jahr der Amtszeit eines Präsidenten zu den schwächeren Anlagejahren.

Da Apple mit einem Indexgewicht von 11,2 Prozent am NASDAQ Composite bisher für 50 Prozent der Gewinne verantwortlich ist, muss der Blick des Anlegers immer auf die Kursentwicklung gerichtet sein. Für risikobereite Anleger bietet die Commerzbank ein Faktor-Zertifikat auf den NASDAQ 100 (DE000CZ33B15) an, dem kleineren Bruder des NASDAQ Composite. Dieses Zertifikat basiert auf dem Faktor 4x Long NDXF Index, der den NASDAQ-Futures-Kontrakt mit der kürzesten Laufzeit und einem Hebel von vier abbildet. Der Wert des Faktor-Zertifikats hat sich im laufenden Jahr bereits verdoppelt. Entsprechend der Konstruktion bleibt der Hebel wegen der täglichen Adjustierung stabil bei vier. Risikobereitere Anleger können mit einem Mini-Future Long auf den NASDAQ 100 (DE000GS9NY42) die Bewegungen der Technologiewerte mit einem Hebel von acht verstärken. Mit einem Partizipationszertifikat auf den S&P Semiconductor Index (NL0000400174) kann der Anleger gezielter auf die Halbleiterproduzenten setzen. Zu den Indexschwergewichten gehören Werte wie Advanced Micro Devices, Freescale Semiconductor oder Fairchild Semiconductor. Das Produkt ist im laufenden Jahr allerdings nur um 13 Prozent gestiegen.

Von der HypoVereinsbank wird ein Partizipationspapier auf den NYSE Arca Computer Hardware Index (DE000HV5CFS1) angeboten, der Werte wie Apple (Anteil 11 Prozent), IBM(10,9 Prozent) und Western Digital (12 Prozent) enthält. Das Zertifikat legte im laufenden Jahr 21 Prozent zu. Dreht allerdings die Apple-Aktie, dürfte dieses Schwergewicht den Index mit in die Tiefe ziehen. Für vorsichtige Anleger ist das Angebot allerdings begrenzt. So bietet die Société Générale ein Bonus-Zertifikat auf den NASDAQ100 (DE000SG2TN79)mit einem Sicherheitspuffer von knapp 26 Prozent und einem Bonus-Level von 3.300 Punkten an. Das bis Juni 2013 laufende Produkt weist eine Rendite von 5,7 Prozent p.a. auf. Das Aufgeld liegt allerdings bei knapp 11 Prozent. Eine Alternative ist sicherlich auch ein Discount-Zertifikat auf den NASDAQ 100 von der Commerzbank (DE000CK5Y6Z0) mit einem Cap von 2.500 Punkten, also 9,8 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Der Discount zum aktuellen

Kurs beträgt 15,3 Prozent. Die Maximalrendite liegt bei 6,2 Prozent p.a. Ein Verlust tritt erst auf, wenn der NASDAQ 100 unter das Niveau von 2.356,67 Punkten sinkt.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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