Ukraine-Krieg, Selenskyj

Ukraine-Krieg: Selenskyj kündigt Treffen mit Trump bei UN-Generalversammlung an

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 21:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Wolodymyr Selenskyj will kommende Woche bei der UN-Generalversammlung in New York mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen, um über neue Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zu sprechen. Begleitet wird die Initiative von einer verstärkten Vermittlerrolle zweier Vertrauter Trumps.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) hat für kommende Woche ein Treffen mit seinem US-Kollegen Donald Trump (r.) angekündigt. (Archivbild) - Bild: Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) hat für kommende Woche ein Treffen mit seinem US-Kollegen Donald Trump (r.) angekündigt. (Archivbild) - Bild: Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für seinen Besuch in New York in der kommenden Woche ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump angekündigt.

Treffen bei UN-Generalversammlung geplant

Selenskyj nimmt in New York an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teil, bei der auch Trump erwartet wird. Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs telefonierte er mit dem US-Präsidenten und besprach dabei eine Reihe von Themen. Ein genaues Datum für das Treffen nannte Selenskyj zunächst nicht, betonte aber, ein Gespräch in New York könne viel bewirken und neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs anstoßen. Von einer vorhandenen „diplomatischen Dynamik“ sprach er auf seinem Telegram-Kanal.

US-Unterhändler Witkoff und Kushner in Kiew

Hintergrund der Initiative ist ein jüngster Besuch des US-Chefunterhändlers Steve Witkoff und von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Kiew. Beide waren erstmals in ihrer Vermittlerrolle in der Ukraine und informierten sich dort über die Lage. Zuvor hatten sie wiederholt Russland besucht, das seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine führt. Selenskyj erklärte, der Friedensprozess habe „höchste Priorität“.

Wiederaufnahme direkter Verhandlungen angestrebt

Nach ukrainischen Angaben ist geplant, die direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter Vermittlung der USA über ein Ende des Kriegs wiederaufzunehmen. Russland hält einen Neustart solcher Gespräche im Oktober für möglich. Im vergangenen Winter waren die Verhandlungen zunächst in eine Sackgasse geraten und schließlich auch wegen des Kriegs im Iran abgebrochen worden. Witkoff und Kushner, die auch im Nahen Osten als Vermittler tätig waren, versuchen nun einen neuen Anlauf zur Lösung des Ukraine-Konflikts.

Selenskyj fordert zugleich weitere Waffenhilfe

Selenskyj erklärte, es gebe Ideen zu Deeskalationsmaßnahmen und grundlegenden Sicherheitsfragen, an denen man gemeinsam mit dem amerikanischen Team arbeite. Die Ukraine sei bereit, „wirklich ernsthafte Schritte“ zu unternehmen, Details nannte der Präsident jedoch nicht. Gleichzeitig hatte er von den USA zuletzt wiederholt vor allem Flugabwehrraketen gefordert, um die ukrainischen Städte und Infrastruktur gegen russische Angriffe mit ballistischen Raketen zu schützen.

Krieg und Rückeroberungspläne gehen weiter

Die Kriegsparteien werfen sich gegenseitig immer wieder vor, kein Interesse an einem Ende der Kampfhandlungen zu haben. Zugleich kämpft die Ukraine mit Unterstützung westlicher Militärhilfe weiterhin um die Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete. Wie sich die nun geplante diplomatische Initiative auf die Lage an der Front auswirkt, ist noch offen.

Treffen in New York als Signal neuer Gesprächsbereitschaft

Die Ankündigung eines persönlichen Treffens zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung markiert einen neuen Abschnitt der Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs. Dass der ukrainische Präsident selbst von „diplomatischer Dynamik“ spricht, deutet darauf hin, dass Kiew die neue US-Regierung als zentralen Akteur für mögliche Verhandlungen mit Russland betrachtet. Die Symbolik eines Gesprächs im Rahmen der Vereinten Nationen unterstreicht zugleich den Anspruch, den Konflikt wieder stärker auf die multilaterale Bühne zu holen.

Rolle der neuen US-Unterhändler und Verschiebung der Friedensformate

Bemerkenswert ist die prominente Rolle von Steve Witkoff und Jared Kushner als US-Unterhändler. Ihr Besuch in Kiew nach wiederholten Reisen nach Russland zeigt, dass Washington offenbar verstärkt auf informelle Kanäle und persönlich geprägte Verhandlungsformate setzt. Zugleich wird deutlich, dass die in der Vergangenheit stockenden Gespräche zwischen Kiew und Moskau nun unter klarer US-Vermittlung neu strukturiert werden sollen. Die Ankündigung einer Wiederaufnahme direkter Verhandlungen steht im Kontrast zur militärischen Realität: Der Krieg läuft seit mehr als viereinhalb Jahren, die Frontlinien sind verhärtet, und beide Seiten bezichtigen einander, kein echtes Interesse an einem Waffenstillstand zu haben.

Chancen und Grenzen der Initiative für Leserinnen und Leser

Für Bürgerinnen und Bürger in Europa ist die Entwicklung vor allem deshalb bedeutsam, weil jede ernsthafte diplomatische Initiative Auswirkungen auf Sicherheit, Energiepreise und politische Stabilität haben kann. Selenskyj betont, der Friedensprozess habe „höchste Priorität“, fordert aber weiterhin zusätzliche Flugabwehrsysteme aus den USA, um russische Raketenangriffe abzuwehren. Daraus ergibt sich eine doppelte Strategie: Einerseits militärische Absicherung, andererseits das Ausloten von Deeskalationsmaßnahmen und Sicherheitsgarantien. Ob das Treffen in New York konkrete Fortschritte bringt, hängt letztlich davon ab, ob Washington, Kiew und Moskau bereit sind, politische Kosten in Kauf zu nehmen, um Schritte hin zu einem nachhaltigen Waffenstillstand und anschließenden Verhandlungen über die besetzten Gebiete zu gehen.

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