Ukraine, Russland

Prozess um Anschlag auf Krimbrücke: Lebenslänglich gefordert

29.10.2025 - 20:49:48 | dpa.de

Vor drei Jahren erschütterte die Explosion der Krimbrücke den Glauben der Kremlführung, den Krieg gegen die Ukraine allein im Nachbarland austragen zu können. Nun gibt es einen Prozess.

Bei der Explosion wurde die Brücke zur Krim schwer beschädigt. (Archivbild) - Foto: Uncredited/AP/dpa
Bei der Explosion wurde die Brücke zur Krim schwer beschädigt. (Archivbild) - Foto: Uncredited/AP/dpa

Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft für acht Angeklagte wegen des Sprengstoffanschlags im Oktober 2022 auf die Brücke vom russischen Festland zur Halbinsel Krim gefordert. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte die Sprengung nach eigenen Angaben organisiert, um den Nachschub des russischen Militärs zu behindern. Moskau nutzt die bereits 2014 annektierte Krim als wichtige Route für die Versorgung seiner Truppen in seinem Krieg gegen die Ukraine.

Angeklagte bestreiten ihre Schuld

Die Angeklagten bestreiten vor dem Militärgericht in der Stadt Rostow am Don ihre Schuld. Kurz nach dem Anschlag wurde bekannt, dass einer der Spediteure verhaftet wurde, als er seinen Worten nach aus eigenem Antrieb zur Polizei ging, um bei der Aufklärung des Falls zu helfen. Er sei davon überzeugt gewesen, dass er eine völlig zivile Fracht übernommen habe, sagte seine Frau russischen Medien. Die Angeklagten seien zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, erklärten ihre Anwälte.

Der Sprengstoff wurde damals über Umwege nach Russland geschmuggelt und als Folienrollen deklariert und entsprechend getarnt in einen Lkw verladen. Die Explosion tötete den Lkw-Fahrer und vier Passagiere eines auf der Nebenspur fahrenden Autos. Ein Brückenabschnitt stürzte ein, die Verbindung war über Monate eingeschränkt. Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine acht Monate zuvor befohlen hatte, kündigte daraufhin Vergeltung an.

Zweiter Anschlag ein Jahr später

Nach Angaben von SBU-Chef Wassyl Maljuk hat der Geheimdienst die meisten der Angeklagten damals ohne deren Wissen genutzt. Im Jahr 2023 gab es einen weiteren Anschlag auf die Brücke. Auch damals gab es erhebliche Schäden. Völlig zum Einsturz bringen konnte die Ukraine die Brücke aber nicht.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

ausland | 68304943 |

Weitere Meldungen

Neue Gespräche über Ukraine-Krieg womöglich nächste Woche. Nächste Woche könnte es weitergehen. Der Iran-Krieg hat eine neue Runde der Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs zunächst ausgebremst. (Ausland, 10.03.2026 - 21:24) weiterlesen...

Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen. Trotz Abwehr kam es zu Einschlägen und Verletzten in mehreren Städten. Die ukrainische Luftwaffe meldet 137 Drohnen aus Russland in einer Nacht. (Ausland, 10.03.2026 - 08:36) weiterlesen...

Pistorius organisiert über 30 Patriot-Lenkflugkörper für Ukraine Die Ukraine kann wohl in den nächsten Wochen mit einem Paket von Patriot-Flugabwehrraketen aus Europa rechnen.Nach "Spiegel"-Informationen ist es Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gelungen, bei mehreren europäischen Partnern um die 30 Lenkflugkörper der neuesten Bauart PAC-3 loszueisen. (Politik, 10.03.2026 - 05:00) weiterlesen...

Trump und Putin haben über Iran-Krieg gesprochen. Putin wolle hilfreich sein, erkennt Trump an - und gibt einen Ratschlag, wie das möglich wäre. US-Präsident Trump und Kremlchef Putin sprechen über den Krieg in der Ukraine und im Iran. (Ausland, 10.03.2026 - 00:00) weiterlesen...

Moskau: Trump und Putin haben über Iran-Krieg gesprochen. Es ging demnach um eine Reihe «äußerst wichtiger Themen». US-Präsident Trump griff nach Angaben aus Moskau zum Hörer und telefonierte mit Kremlchef Putin. (Ausland, 09.03.2026 - 22:10) weiterlesen...

Europa rüstet auf: Waffenimporte verdreifacht. Vor allem wegen des Kriegs in der Ukraine bauen die Länder ihre Arsenale laut Friedensforschern aus. Aber das ist nicht mehr der einzige Grund. Europas Staaten kaufen deutlich mehr Rüstungsgüter. (Ausland, 09.03.2026 - 00:15) weiterlesen...