USA, Iran

USA greifen fünf iranische Öltanker an – ein Schiff versenkt

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 07:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

US-Streitkräfte haben im Nahost-Krieg fünf iranische Öltanker angegriffen und einen davon versenkt. Iran reagiert mit Raketenangriffen und Drohungen weiterer Vergeltungsschläge.

USA greifen iranischen Öltanker an
US-Flagge (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die USA haben im anhaltenden Krieg im Nahen Osten am Dienstag fünf iranische Öltanker angegriffen, wobei einer der Schiffe versenkt wurde. Das US-Zentralkommando teilte mit, die Operation sei als Reaktion auf zwei Angriffe Teherans auf ein US-Kriegsschiff erfolgt.

US-Militär begründet Angriff als Vergeltung

Nach Angaben des US-Zentralkommandos richteten sich die Angriffe gegen Tanker, die mit iranischen Sicherheitsstrukturen in Verbindung stehen sollen. Vier der betroffenen Schiffe befanden sich demnach im Golf von Oman und standen in Verbindung mit den Revolutionsgarden Irans, ein weiterer Tanker wurde in der Nähe der iranischen Insel Kharg angegriffen.

Mit dem Vorgehen gegen die Tanker reagieren die USA nach eigenen Angaben auf zwei vorangegangene Angriffe Teherans auf ein US-Kriegsschiff. Einzelheiten zu diesen Angriffen wurden zunächst nicht bekannt, die US-Seite spricht jedoch von einer gezielten Vergeltungsaktion.

Iranische Raketenangriffe und weitere Drohungen

Teheran reagierte auf das Vorgehen der USA mit Raketenangriffen auf eine US-Basis in Jordanien. Nach US- und jordanischen Angaben wurden die meisten der abgefeuerten Raketen abgefangen, weitere Schäden oder Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Zudem behauptete Iran, zwei US-Schiffe und acht Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen zu haben. Ob und in welchem Umfang diese Angriffe Schäden verursachten, blieb offen. Die Revolutionsgarden warnten gleichzeitig vor weiteren Vergeltungsschlägen, sollten die USA ihre militärischen Operationen fortsetzen.

Jordanien meldet erfolgreiche Abwehr

Jordanien teilte mit, 18 der insgesamt 20 iranischen Raketen abgeschossen zu haben. Zwei Geschosse gingen demnach in unbewohnten Gebieten nieder. Hinweise auf größere Schäden liegen nach diesen Angaben nicht vor.

Mehr als sechs Monate nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar haben sich die Spannungen zwischen beiden Ländern in der vergangenen Woche deutlich verschärft. Der Schlag gegen die Öltanker und die anschließenden Raketenangriffe markieren dabei eine weitere Eskalationsstufe im Konflikt zwischen Washington und Teheran.

Die Meldung über den Angriff der USA auf fünf iranische Öltanker markiert eine neue Eskalationsstufe im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Washington und Teheran. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie militärischer Konfrontationen im weiteren Umfeld des Nahost-Krieges, bei denen Seewege und Militärbasen zunehmend ins Zentrum der Auseinandersetzung rücken.

Strategische Bedeutung der Seewege

Der Golf von Oman und die Straße von Hormus gehören zu den wichtigsten globalen Energiekorridoren. Ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gasexports passiert diese Gewässer, weshalb jede militärische Auseinandersetzung dort unmittelbare wirtschaftliche Risiken birgt. Dass vier der angegriffenen Tanker im Golf von Oman operierten und Iran seinerseits Angriffe auf acht Öltanker in der Straße von Hormus behauptet, unterstreicht die Verwundbarkeit dieser Routen für staatliche und nichtstaatliche Akteure.

Vergeltung und Risiko der Ausweitung

Die USA begründen ihren Schlag gegen die Tanker als Reaktion auf Angriffe Teherans auf ein US-Kriegsschiff. Teheran antwortet mit Raketenangriffen auf eine US-Basis in Jordanien und weiteren Drohungen der Revolutionsgarden. Solche wechselseitigen Vergeltungsaktionen erhöhen das Risiko, dass aus begrenzten militärischen Zwischenfällen ein breiterer Konflikt entsteht, der über den unmittelbaren Schauplatz hinausgreifen kann – etwa durch Einbeziehung regionaler Partner oder Bündnisse.

Regionale Akteure und internationale Folgen

Jordanien meldet, den Großteil der iranischen Raketen abgefangen zu haben, was auf eine aktive Rolle regionaler Sicherheitspartner der USA hinweist. Für Staaten in der Region wie Jordanien stellt die Nähe zu US-Basen und die Lage an wichtigen Transitwegen ein besonderes Sicherheitsrisiko dar. International könnte eine weitere Zuspitzung der Lage zu neuen Spannungen in Energie- und Finanzmärkten führen, da Marktteilnehmer auf mögliche Störungen der Ölversorgung in einer ohnehin unsicheren globalen Lage reagieren.

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