USA, International

«Faschisten im Weißen Haus» – Große US-Proteste gegen Trump

28.03.2026 - 19:20:20 | dpa.de

Unter dem Motto «No Kings» - keine Könige - wollen Millionen Menschen gegen die Politik von US-Präsident Trump auf die Straße gehen. In Washington zeigt sich: Die Gründe dafür sind vielfältig.

  • Protest gegen Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa
    Protest gegen Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa
  • In Washington tragen Demonstrierende Pappköpfe, die unter anderem den US-Vizepräsidenten J.D. Vance (M) darstellen sollen. - Foto: Anna Ringle/dpa
    In Washington tragen Demonstrierende Pappköpfe, die unter anderem den US-Vizepräsidenten J.D. Vance (M) darstellen sollen. - Foto: Anna Ringle/dpa
  • Zehntausende sind in Washington auf die Straße gegangen. - Foto: Anna Ringle/dpa
    Zehntausende sind in Washington auf die Straße gegangen. - Foto: Anna Ringle/dpa
  • Kritik an Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa
    Kritik an Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa
  • Die Demonstranten marschieren von der Memorial Bridge bis zum Washington Monument. - Foto: Anna Ringle/dpa
    Die Demonstranten marschieren von der Memorial Bridge bis zum Washington Monument. - Foto: Anna Ringle/dpa
  • Faschismusvorwurf gegen die Trump-Regierung. - Foto: Anna Ringle/dpa
    Faschismusvorwurf gegen die Trump-Regierung. - Foto: Anna Ringle/dpa
Protest gegen Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa In Washington tragen Demonstrierende Pappköpfe, die unter anderem den US-Vizepräsidenten J.D. Vance (M) darstellen sollen. - Foto: Anna Ringle/dpa Zehntausende sind in Washington auf die Straße gegangen. - Foto: Anna Ringle/dpa Kritik an Trump. - Foto: Anna Ringle/dpa Die Demonstranten marschieren von der Memorial Bridge bis zum Washington Monument. - Foto: Anna Ringle/dpa Faschismusvorwurf gegen die Trump-Regierung. - Foto: Anna Ringle/dpa

Kein Krieg gegen den Iran, keine Razzien in US-Städten, kein neuer Ballsaal am Weißen Haus: In den USA sind in zahlreichen Städten Bürger gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto «No Kings» («Keine Könige») waren nach Angaben der Veranstalter am Samstag Proteste in allen 50 Bundesstaaten geplant - und auch international formierte sich Widerstand, auch in mehreren deutschen Städten. Demonstrierende forderten die Absetzung und Verhaftung Trumps.

Vorwurf Faschismus

In der US-Hauptstadt Washington zogen am Morgen nach Beobachtung einer dpa-Reporterin geschätzt Zehntausende Demonstrierende, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt. 

Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3000 Kundgebungen mit insgesamt rund neun Millionen Teilnehmern. Sie sprachen von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes - unabhängig überprüft sind die Zahlen bislang nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen jedoch schon Millionen Menschen auf die Straße gebracht.

In Sprechchören warnten die Demonstranten in Washington vor «Faschisten im Weißen Haus». Einer Pappfigur, die Trumps Vizestabschef und rechten Hardliner Stephen Miller darstellen sollte, hing das Namensschild «Adolf» für Adolf Hitler um.

Ein anderes Amerika zeigen

Viele kamen, um auch international ein Zeichen zu setzen. Eine Demonstrantin, die gegen Trumps Pläne einer vorübergehenden Schließung des berühmten Washingtoner Kulturhauses Kennedy Center auf die Straße ging, sagte der dpa, die Leute in Deutschland sollten sehen, dass es in Amerika Protest gegen die Trump-Regierung gebe.

Zentrale Veranstaltung in Minnesota

Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste gilt eine Großkundgebung in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, wo am Nachmittag (Ortszeit) bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Hintergrund sind unter anderem umstrittene Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen Migranten, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Bei den Einsätzen kamen auch zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten ums Leben.

Zu den angekündigten Teilnehmern in St. Paul zählen prominente Unterstützer aus Kultur und Politik, darunter der Musiker Bruce Springsteen und die Sängerin Joan Baez sowie die Schauspielerin Jane Fonda. Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders sowie weitere Aktivisten und Politiker werden erwartet.

Auch in zahlreichen weiteren Städten – von großen Metropolen bis hin zu kleineren Orten – waren Demonstrationen geplant oder bereits angelaufen. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein großer Teil der Anmeldungen auch aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten.

Weißes Haus: linke Netzwerke

Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin bezeichnete die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Auch Protest in Deutschland

Auch außerhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf statt. Auf Plakaten warfen einige hundert Demonstranten in Berlin Trump Angriffe auf die Demokratie vor, kritisierten die Einwanderungsbehörde ICE oder forderten die vollständige Freigabe der sogenannten Epstein-Akten, die sich um den Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein drehen. In München versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz. In Frankfurt kamen nach dpa-Informationen rund 120 Teilnehmer zusammen.

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