Ukraine-Krieg, Abu Dhabi

Ukraine, Russland und USA verhandeln nächste Woche in Abu Dhabi

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
USA, Russland und die Ukraine wollen kommende Woche in Abu Dhabi über Sicherheitsfragen, Deeskalation und humanitäre Hilfe beraten. Vorher stimmen sich die USA in Brüssel mit europäischen Staaten, NATO und EU ab.

Internationale Vorbereitung des Treffens

  • Steve Witkoff kündigte Gespräche von USA, Ukraine und Russland in Abu Dhabi an.
  • Die zweitägigen Verhandlungen sollen am Dienstag und Mittwoch der kommenden Woche stattfinden.
  • Vorher beraten US-Gesandte in Brüssel mit EU, NATO sowie Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
  • Witkoff: Gespräche im Ukraine-Krieg finden nächste Woche statt. (Archivbild) - Bild: Kristina Solovyova/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit einem unmittelbar bevorstehenden erneuten Großangriff Russlands. Bei solchen Angriffen setzt Russland oft auch strategische Bomber ein. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/dpa
  • Die Ukraine reklamiert die Cyberattacke auf die Warn-App des russischen Zivilschutzes für sich. (Symbolbild) - Bild: Nicolas Armer/dpa
Witkoff: Gespräche im Ukraine-Krieg finden nächste Woche statt. (Archivbild) - Bild: Kristina Solovyova/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit einem unmittelbar bevorstehenden erneuten Großangriff Russlands. Bei solchen Angriffen setzt Russland oft auch strategische Bomber ein. (Archivbild)  - Bild: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/dpa Die Ukraine reklamiert die Cyberattacke auf die Warn-App des russischen Zivilschutzes für sich. (Symbolbild)   - Bild: Nicolas Armer/dpa

Dreiergespräche über den Ukraine-Krieg in Abu Dhabi

Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine wollen sich kommende Woche zu zweitägigen Verhandlungen in Abu Dhabi treffen. Auf der Tagesordnung stehen Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Hilfsmaßnahmen und weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden.

Russland bestätigt Teilnahme

US-Sondergesandter Steve Witkoff kündigte das Treffen für Dienstag und Mittwoch an. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte die Teilnahme einer russischen Delegation, die erneut vom früheren Kulturminister Wladimir Medinski geleitet werden soll.

In diesem Format hatte es zuletzt im Februar Verhandlungen in Genf gegeben. Zuvor waren die Delegationen bereits zweimal in Abu Dhabi zusammengekommen.

Vorbereitung mit Europa und NATO

Vor dem Treffen sollen US-Gesandte in Brüssel mit Vertretern europäischer Staaten, der NATO und der EU beraten. Dabei geht es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine, Europas Sicherheitsordnung nach dem Krieg und den Wiederaufbau.

Die NATO bestätigte Gespräche mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA. Die EU-Kommission richtet das Treffen nach eigenen Angaben aus.

Tote bei Angriff nahe Saporischschja

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen gehen die Angriffe weiter. Russland beschoss die Ukraine in der Nacht mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen; die Ukraine griff russisches Hinterland mit großen Drohnenschwärmen an.

Nach dem russischen Luftangriff auf Komyschuwacha in der Region Saporischschja stieg die Zahl der Todesopfer auf 29. Der Angriff traf nach ukrainischen Angaben eine Schule, in der humanitäre Hilfe ausgegeben wurde; mindestens fünf Menschen wurden verletzt und 48 galten als vermisst.

Selenskyj spricht von Gegenangriff im Cyberraum

Präsident Wolodymyr Selenskyj reklamierte das Hacken der russischen Warn-App als ukrainische Reaktion auf einen vorherigen Angriff. Zunächst war die ukrainische App „Air Alert“ gehackt worden und hatte falsche Warnungen vor angeblichen Atomangriffen verbreitet.

Wenige Stunden später wurde auch die App des russischen Zivilschutzes angegriffen und versandte falsche Warnmeldungen.

Militärübung in Polen geplant

Ab Montag sollen in Polen rund 2.800 Soldaten aus elf Ländern an einer Übung der „Koalition der Willigen“ teilnehmen. Großbritannien und Frankreich leiten das bis zum 22. November geplante Manöver; Großbritannien will rund 300 Militärangehörige und mehrere Kampfjets entsenden.

Die Bundeswehr beteiligt sich nach früheren Angaben mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik. Die Übung soll erproben, wie nach einem Kriegsende ein dauerhafter Frieden gesichert werden könnte.

Putin hatte neue Kontakte angekündigt

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich im Oktober nach einem Gespräch mit Witkoff bereit für eine Wiederaufnahme dreiseitiger Kontakte gezeigt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriff.

Die geplanten Gespräche in Abu Dhabi knüpfen an ein Verhandlungsformat an, in dem die USA, Russland und die Ukraine bereits zuvor miteinander gesprochen haben. Dass erneut Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation und humanitäre Fragen auf der Tagesordnung stehen sollen, zeigt den Versuch, militärische und politische Themen parallel zu behandeln.

Besondere Bedeutung hat die Vorbereitung in Brüssel. Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die europäische Sicherheitsordnung und der Wiederaufbau betreffen nicht nur die unmittelbar beteiligten Staaten, sondern auch die europäischen Länder, die politisch, finanziell und militärisch eng in die Unterstützung der Ukraine eingebunden sind. Ihre Abstimmung soll helfen, europäische Interessen in die weiteren Gespräche einzubringen.

Verhandlungen trotz anhaltender Angriffe

Die fortgesetzten russischen Luftangriffe und ukrainischen Drohnenattacken unterstreichen zugleich die große Distanz zwischen Diplomatie und Realität an der Front. Ein neues Treffen schafft einen Gesprächskanal, ersetzt aber weder eine Vereinbarung über eine Waffenruhe noch eine Lösung für die zentralen Streitfragen. Für die Bevölkerung bleiben deshalb kurzfristig vor allem humanitäre Maßnahmen und der Schutz vor Angriffen relevant.

Auch die geplante Militärübung in Polen verweist auf die langfristige Dimension des Konflikts. Die beteiligten Staaten bereiten sich darauf vor, Sicherheit nach einem möglichen Kriegsende abzusichern. Damit laufen Verhandlungen, militärische Vorsorge und Wiederaufbauplanung derzeit parallel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „US-Vermittler Witkoff kündigt Gespräche mit Russland und Ukraine an“ (03.11.2026)

Der Beitrag bestätigt das zweitägige Dreiertreffen in Abu Dhabi und nennt Sicherheitsvereinbarungen, Deeskalation und humanitäre Hilfe als Themen. Zusätzlich rückt er die geplante Abstimmung mit EU, NATO und europäischen Staaten sowie Sorgen über eine mögliche Annäherung der US-Regierung an Moskau in den Mittelpunkt.

Deutschlandfunk: „Ukraine-Krieg Witkoff: Neue Gespräche zwischen USA, Ukraine und Russland kommende Woche in Abu Dhabi“ (03.11.2026)

Der Deutschlandfunk bestätigt ebenfalls den Termin und die Sicherheitsfragen als Schwerpunkt. Anders als der tagesschau-Beitrag fasst er den bisherigen fehlenden Durchbruch und die fortdauernden russischen Angriffe besonders knapp zusammen; offen bleibt, ob die Gespräche konkrete Fortschritte bringen.

Beide Beiträge stimmen beim Termin, beim Ort und beim Dreierformat überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während die tagesschau europäische Beteiligung und politische Spannungen hervorhebt, konzentriert sich der Deutschlandfunk stärker auf den angekündigten Verhandlungsrahmen.

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