Ukraine-Krieg, Wladimir Putin

Ukraine-Gespräche: Putin signalisiert Dreiertreffen im November

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russland will nach Angaben des Kremls im November die Gespräche mit den USA und der Ukraine fortsetzen. Als möglicher Ort gilt Abu Dhabi, im Mittelpunkt soll eine künftige Sicherheitsordnung stehen.

Putins Gesprächsangebot im November

  • Wladimir Putin signalisierte Steve Witkoff die Bereitschaft zu weiteren Dreiergesprächen.
  • Als möglicher Zeitraum gilt die Zeit nach dem 10. November.
  • Abu Dhabi kommt als möglicher Tagungsort infrage.
  • Beim Auftakt wurde der über 70-jährige US-Amerikaner Stephen Hubbard freigelassen.
  • In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.  - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Putin signalisiert neue Ukraine-Gespräche

Russland ist nach Kreml-Angaben zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November bereit. Präsident Wladimir Putin habe dies dem US-Sondergesandten Steve Witkoff bei einem rund dreistündigen Treffen in St. Petersburg signalisiert.

Abu Dhabi als möglicher Treffpunkt

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow nannte die Zeit nach dem 10. November als möglichen Termin. Als Ort komme Abu Dhabi infrage, im Mittelpunkt solle der Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine stehen.

Das Format mit den USA, Russland und der Ukraine war zuletzt im Februar in Genf genutzt worden. Zuvor hatte es bereits zwei Treffen in Abu Dhabi gegeben; das Weiße Haus bestätigte die Annahme eines weiteren Treffens auf technischer Ebene.

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Witkoff überbringt neue Vorschläge

Witkoff hatte zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern gesprochen. Nach Angaben Uschakows habe er Putin neue Ansätze aus Europa und Kiew überbracht, die russische Seite sei damit jedoch nicht vollständig zufrieden.

Details zu den veränderten Positionen wurden zunächst nicht genannt. Uschakow sagte, er wisse nicht, wie weit die Beteiligten einem Ende des Krieges nähergekommen seien, erklärte aber, es laufe darauf zu.

US-Amerikaner vor dem Treffen freigelassen

Zum Auftakt gab Putin die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard bekannt. Der über 70-Jährige war 2024 zu langer Haft verurteilt worden, weil er als Söldner an der Seite ukrainischer Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll.

Hubbard befand sich nach den Angaben bereits am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg. Witkoff dankte Putin für die Freilassung, US-Präsident Donald Trump lobte sie und erklärte, dafür sei kein Austausch notwendig gewesen.

Territoriale Forderungen bleiben Streitpunkt

Russland verlangt nach Angaben des Kremls weiterhin, dass sich die Ukraine vollständig aus dem Gebiet Donezk zurückzieht. Kiew kontrolliert dort noch strategisch wichtige Städte, während Selenskyj ein solches Zugeständnis ablehnt.

Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärte erneut, die notwendigen Schritte für Frieden lägen bei der ukrainischen Seite. Parallel bekundete Putin Interesse an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA und verwies auf geplante Diesellieferungen sowie mögliche Düngerexporte.

Ukraine vor schwierigem Kriegswinter

Die Ukraine steht angesichts russischer Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur und fehlender Mittel für die Flugabwehr unter erheblichem Druck. Selenskyj befürwortete zuletzt eine Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen, Putin lehnte dies bislang ab.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte, ein neues trilaterales Treffen auf hoher Ebene werde voraussichtlich Mitte November angesetzt. Es solle um die Sicherheitsarchitektur nach dem Konflikt gehen.

Das geplante Dreiertreffen würde an ein Gesprächsformat anknüpfen, das in diesem Jahr bereits mehrfach genutzt wurde. Nach Treffen in Abu Dhabi und Genf steht nun eine weitere Runde im Raum, die sich nach russischer Darstellung auf eine künftige Sicherheitsordnung für Russland und die Ukraine konzentrieren soll.

Verhandlungen unter schwierigen Bedingungen

Die diplomatische Bewegung fällt in eine Phase, in der die Ukraine militärisch und wirtschaftlich unter hohem Druck steht. Besonders im bevorstehenden Winter bleibt die Energieversorgung ein zentraler Schwachpunkt, nachdem russische Angriffe wiederholt die Infrastruktur getroffen haben.

Gleichzeitig liegen die Positionen bei zentralen Fragen weit auseinander. Moskau verlangt unter anderem den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kiew lehnt territoriale Zugeständnisse ab, die aus seiner Sicht einer Kapitulation gleichkämen.

Format und mögliche Folgen

Ein Treffen auf hoher Ebene könnte den direkten Austausch zwischen den Konfliktparteien wiederbeleben. Ob daraus konkrete Vereinbarungen entstehen, hängt jedoch davon ab, ob die Beteiligten bei Gebietsfragen, Sicherheitsgarantien und einer möglichen Waffenruhe überhaupt eine gemeinsame Grundlage finden.

Für die Öffentlichkeit wären Fortschritte vor allem dann spürbar, wenn sie zu weniger Angriffen, einer stabileren Energieversorgung oder belastbaren Sicherheitszusagen führten. Bis dahin bleibt das angekündigte Treffen zunächst ein diplomatischer Schritt mit offenem Ausgang.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Kreml: Putin offen für Gespräche mit Ukraine und USA“ (21.10.2026)

Der Beitrag bestätige die russische Bereitschaft zu Gesprächen nach dem 10. November und stelle den geplanten Aufbau eines Sicherheitssystems in den Mittelpunkt. Offen bleibe, wie belastbar die angekündigte Gesprächsbereitschaft angesichts der unterschiedlichen Kriegsziele sei.

Deutschlandfunk: „US-Gesandter Witkoff berät mit Putin über trilaterale Gespräche“ (21.10.2026)

Der Deutschlandfunk habe neben den möglichen Ukraine-Gesprächen auch Putins angestrebten Austausch mit Donald Trump und Xi Jinping hervorgehoben. Damit richte sich der Blick stärker auf die internationale diplomatische Umgebung des Konflikts.

Beide Beiträge bestätigten die angekündigte Fortsetzung des Gesprächsformats. Unterschiede lägen vor allem im Schwerpunkt zwischen dem konkreten Verhandlungstermin und dem größeren geopolitischen Rahmen.

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