USA, Dänemark

Grönland: US-Regierung droht Dänen mit Militäreinsatz

06.01.2026 - 23:22:48

Trump will Grönland - und das schon seit Jahren. Zuletzt hatte er seine Ansprüche wieder bekräftigt. Eine Regierungssprecherin erhöht den Druck.

Im Streit mit Dänemark über Grönland erhöht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Druck und droht mit einem Militäreinsatz. «Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung», teilte Regierungssprecherin Karoline Leavitt mit. Konkreter wurde sie nicht.

Trump habe deutlich gemacht, dass es «eine nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten» sei, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, hieß es weiter von Leavitt. Die Kontrolle über Grönland sei entscheidend, «um unsere Gegner in der Arktis abzuschrecken». 

Trump verweist auf China und Russland

Vor Weihnachten hatte Trump bei den Grönland-Besitzansprüchen auch auf China und Russland verwiesen. Der US-Präsident hatte gesagt, wenn man sich Grönland entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe. Es gehe nicht um Mineralien oder Öl, davon habe die USA selbst genug.

Trump hatte bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit einen Besitzanspruch auf Grönland geäußert. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt. Seitdem hat der US-Präsident seine Ansprüche auf die Arktisinsel mehrfach erneuert und dabei auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen, um Grönland unter seine Kontrolle zu bringen.

Trump hatte Fokus auf Grönland gelegt

Trump hatte in den vergangenen Tagen in Interviews bekräftigt, die USA bräuchten Grönland für die nationale Sicherheit. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den US-Anspruch sogar als «offizielle Position der US-Regierung». Beide Äußerungen folgten auf den US-Militäreinsatz in Venezuela und die weltweite Sorge, Trump würde seinen Blick nun auch auf weitere Regionen werfen.

Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark - durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein großer Teil der rund 57.000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump-Sohn verteidigt Grönland-Drohungen seines Vaters Eric Trump hat die Annexionsdrohungen der US-Regierung gegen die zu Dänemark gehörende Insel Grönland verteidigt. (Ausland, 08.01.2026 - 20:25) weiterlesen...

Wadephul erinnert USA wegen Grönland an UN-Charta Außenminister Johann Wadephul hat die USA angesichts ihrer Androhung einer möglichen Übernahme der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel Grönland an die Prinzipien der Vereinten Nationen erinnert. (Boerse, 07.01.2026 - 19:24) weiterlesen...

Grönland: Dänischer Ex-Minister will Abschreckung gegenüber USA Villy Sovndal, ehemaliger Außenminister Dänemarks und Mitglied der Grünenfraktion im EU-Parlament, sieht Abschreckungsmaßnahmen gegenüber den USA als erforderlich an, um Grönland zu schützen. (Ausland, 07.01.2026 - 18:13) weiterlesen...

Angriff oder Kauf: Was plant Trump mit Grönland?. Auf der Arktisinsel wächst die Unruhe. Trump greift nach Grönland - und für die US-Regierung geht es dabei nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. (Ausland, 07.01.2026 - 14:02) weiterlesen...

Sängerin Björk fordert Grönlands Unabhängigkeit. Ihre Fans diskutieren, ob der Instagram-Post zur richtigen Zeit kommt. Die isländische Musikerin Björk bekundet ihre Solidarität mit den Bewohnern der Arktisinsel und verurteilt Kolonialismus. (Unterhaltung, 07.01.2026 - 08:11) weiterlesen...

Angriff oder Kauf: Widersprüchliche US-Signale zu Grönland. Doch es ist unklar, wie genau die USA Kontrolle über die Insel erlangen wollen. Die US-Regierung sendet unterschiedliche Signale. Trump will Grönland - und das schon seit Jahren. (Ausland, 07.01.2026 - 05:29) weiterlesen...