Iran, Israel

Iran droht nach Trump-Ultimatum mit Vergeltung

22.03.2026 - 15:52:58 | dpa.de

Trump verschärft seinen Drohungen Richtung Teheran. Wird der Iran die Straße von Hormus bis Dienstag tatsächlich freigeben - oder droht eine weitere Gewaltspirale?

  • Iranische Raketenangriffe verursachten am Wochenende schwere Zerstörungen in Israel. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Iranische Raketenangriffe verursachten am Wochenende schwere Zerstörungen in Israel. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Das Raketenabwehrsystem Arrow 3 soll Mittelstreckenraketen abfangen. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
    Das Raketenabwehrsystem Arrow 3 soll Mittelstreckenraketen abfangen. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
  • US-Präsident Trump will, dass Tanker wieder durch die Straße von Hormus fahren können. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    US-Präsident Trump will, dass Tanker wieder durch die Straße von Hormus fahren können. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Die Straße von Hormus hat große Bedeutung für die Weltwirtschaft. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Die Straße von Hormus hat große Bedeutung für die Weltwirtschaft. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Iranische Raketenangriffe verursachten am Wochenende schwere Zerstörungen in Israel. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa Das Raketenabwehrsystem Arrow 3 soll Mittelstreckenraketen abfangen. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa US-Präsident Trump will, dass Tanker wieder durch die Straße von Hormus fahren können. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Die Straße von Hormus hat große Bedeutung für die Weltwirtschaft. (Archivbild) - Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Der Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit.

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an. Einzelne Schiffe passieren die Meerenge aber auch.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem größten!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran hatte im Gegenzug bereits angekündigt, in diesem Fall alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Nun drohten die Revolutionsgarden zudem, alle Kraftwerke, Energieinfrastrukturen und Informations- und Kommunikationstechnologie Israels anzugreifen - und «alle vergleichbaren Unternehmen in der Region mit US-Anteilseignern».

Konflikt um Hormus bedroht Weltwirtschaft

Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel begonnene Krieg weiter zu eskalieren - mit unabsehbaren Folgen für die Region und die Weltwirtschaft. Schon jetzt hat der Konflikt um die Straße von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der größte Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.

Die Menschen in Deutschland spüren die Auswirkungen der faktischen Blockade unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten.

Bedrohung für Europa durch iranische Raketen?

Nach dem iranischen Raketenangriff auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia drängte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu weitere Länder dazu, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschließen. «Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?», fragte er bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad. Es sei an der Zeit, «dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen», sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen.

Der Stützpunkt Diego Garcia liegt rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Die beiden Raketen trafen laut US-Medien die Basis nicht. Demnach versagte eine während des Fluges und eine wurde abgefangen. 

Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit so einer Reichweite theoretisch auch Städte in Deutschland und anderen europäischen Ländern erreichen.

Der Sicherheitsexperte Carlo Masala verwies bei «Bild» darauf, dass Deutschland als Konsequenz aus dem Ukraine-Krieg das Raketenabwehrsystem Arrow 3 von Israel gekauft hat. Dieses sei genau dafür da, solche Raketen zu bekämpfen. Die Bundeswehr hatte im Dezember den ersten von drei geplanten Standorten in Betrieb genommen.

Angriffe auf Israel mit Streumunition - mehr als 100 Verletzte

In Israel kam es derweil zu neuen Raketenangriffen. Bei einem iranischen Angriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv wurden nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt. Ein Armeesprecher teilte mit, der Iran habe erneut Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet.

Am Wochenende wurden außerdem mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen israelischen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, Dutzende davon schwer. Auch die iranischen Angriffe auf Golfstaaten gingen weiter. 

Im Iran gab es wie üblich nur wenige Informationen über konkrete amerikanisch-israelische Angriffe gegen das Land. Nach offiziellen Angaben sind seit Kriegsbeginn Ende Februar mehr als 1.500 Menschen getötet worden. 21.000 weitere Menschen seien verletzt, meldete der Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

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