Trump trifft Dmitrijew und stellt Abkommen für Europa in Aussicht
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 23:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie nächsten diplomatischen Schritte
- Donald Trump empfing Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington.
- Melania Trump traf dort auch David Arachamija und Dmytro Lubinez von ukrainischer Seite.
- Dre Gespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington sind für kommende Woche in Abu Dhabi geplant.
Trump empfängt Kremlunterhändler in Washington
US-Präsident Donald Trump hat sich nach eigenen Angaben im Weißen Haus mit dem Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew getroffen und dabei ein mögliches großes Abkommen zum Ukraine-Krieg angekündigt. Mit den ebenfalls nach Washington gereisten ukrainischen Vertretern kam Trump nach eigenen Angaben nicht zusammen.
Abkommen soll über Ukraine hinausreichen
Trump nannte keine Einzelheiten zu den Gesprächsinhalten. Er sagte jedoch, das Abkommen werde mehr als nur die Ukraine betreffen und könnte ganz Europa einbeziehen.
Nach Angaben des US-Präsidenten traf First Lady Melania Trump am Donnerstag sowohl Dmitrijew als auch Vertreter der ukrainischen Seite. Dazu gehörten der Fraktionschef der ukrainischen Präsidentenpartei, David Arachamija, und der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez.
Oleschky im Mittelpunkt der Gespräche
Thema war die begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky. Die Feuerpause hatte vergangene Woche von Dienstag bis Sonntagabend gegolten; Russland und die Ukraine hatten sich dafür mehrfach bei Melania Trump bedankt.
Die USA verstehen sich unter Präsident Trump als Vermittler im seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Einen Durchbruch konnte Trump bislang nicht vorweisen.
Gespräche in Abu Dhabi geplant
Im Ringen um ein Kriegsende sind für kommende Woche dreiseitige Gespräche zwischen Vertretern aus Kiew, Moskau und Washington geplant. Sie sollen in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, stattfinden.
Das Treffen fällt in eine Phase, in der Washington seine Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg stärker über direkte Kontakte zu russischen und ukrainischen Vertretern ausübt. Die für kommende Woche geplanten Gespräche in Abu Dhabi sollen erstmals seit Februar wieder Vertreter Kiews, Moskaus und Washingtons an einen Tisch bringen.
Die begrenzte Feuerpause in Oleschky hatte dabei eine humanitäre Funktion. Nach den vorliegenden Berichten sollte sie Zivilisten die Ausreise ermöglichen und Einsätze wie die Räumung von Straßen erleichtern. Der Vorgang zeigt zugleich, dass lokale Vereinbarungen unabhängig von einem umfassenden Friedensschluss entstehen können.
Vom lokalen Abkommen zum größeren Rahmen
Trump stellt das von ihm angekündigte Abkommen in einen deutlich größeren Zusammenhang als den Ukraine-Krieg. Er nennt ausdrücklich mögliche Auswirkungen auf Europa, ohne Einzelheiten zu nennen. Damit bleibt offen, ob es bei den geplanten Gesprächen zunächst um eine Waffenruhe, humanitäre Fragen oder weitergehende politische Vereinbarungen gehen soll.
Für die Ukraine wird entscheidend sein, dass sie an den Verhandlungen beteiligt bleibt und Sicherheits- sowie Souveränitätsfragen berücksichtigt werden. Die Gespräche in Abu Dhabi dürften deshalb zeigen, ob aus den Kontakten im Weißen Haus konkrete Schritte entstehen oder zunächst nur die Voraussetzungen für weitere Verhandlungen geschaffen werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Melania Trump lädt ukrainische und russische Vertreter ins Weiße Haus“ (05.11.2026)
Der Beitrag ordnet die Treffen als Vorbereitung der Gespräche in Abu Dhabi ein und hebt die geplante Beteiligung russischer und ukrainischer Vertreter hervor. Einen zusätzlichen Schwerpunkt setzt er auf die humanitäre Bedeutung der Feuerpause in Oleschky und die Befürchtung einer möglichen Distanzierung Washingtons von Kiew.
Stern: „Ukraine: Melania Trump ruft zu dauerhafter Waffenruhe auf“ (05.11.2026)
Der Artikel konzentriert sich auf Melania Trumps Forderung nach einer dauerhaften Waffenruhe und beschreibt die Übergabe von Briefen an die Präsidenten Russlands und der Ukraine. Im Unterschied zur Meldung über Trumps Treffen steht dort die humanitäre Vermittlung in Oleschky im Mittelpunkt.
Beide Beiträge bestätigen die Bedeutung der Kontakte im Weißen Haus und verweisen auf Abu Dhabi als nächsten diplomatischen Schritt. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: Während Euronews den Gesprächsrahmen und die internationale Einordnung betont, rückt der Stern die Feuerpause und Melania Trumps Rolle in den Vordergrund.
