Ukraine-Krieg, Donald Trump

Trump kündigt möglichen Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen an

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 18:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Trump stellt einen Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen in Aussicht. Selenskyj signalisiert Gesprächsbereitschaft und knüpft jede Verständigung an belastbare Zusagen.

Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump zufolge wollen Russland und die Ukraine auf Angriffe gegen gegnerische Energieanlagen verzichten.

Trump spricht von möglichem Verzicht

Trump teilte die Darstellung auf seiner Plattform Truth Social mit, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Zugleich erklärte er, die USA hätten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits über Angriffe auf den Energiesektor gesprochen.

Selenskyj sieht erste Chance für Entspannung

Selenskyj schrieb auf X, ein solcher Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur könne ein erster Schritt in Richtung Frieden sein. Er kündigte an, mit Trump bei einem möglichen Treffen in New York über Feuerpausen auf dem Meer und für Energieanlagen sprechen zu wollen.

Schwerpunkt auf kritischer Infrastruktur

In den vergangenen Monaten griff die Ukraine wiederholt die russische Erdöl-Industrie an, während Russland mit Angriffen auf Energieanlagen in der Ukraine reagierte. Beide Seiten attackierten zudem Ziele im Schwarzen Meer.

Trump hatte Selenskyj am Vortag aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für die Dieselknappheit mitverantwortlich gemacht. Seit Sonntag gab es nach den vorliegenden Angaben keine neuen Berichte über Angriffe auf Energieanlagen der Kriegsparteien.

Zwischen Deeskalation und Krieg um Infrastruktur

Der von Trump beschriebene Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen würde einen militärisch besonders sensiblen Bereich betreffen. In diesem Krieg zählen Kraftwerke, Raffinerien, Umspannwerke und Tanklager zu den Zielen mit der größten unmittelbaren Wirkung auf Versorgung, Mobilität und Wirtschaft.

Gerade deshalb ist die politische Bedeutung einer solchen Zusage hoch: Ein begrenzter Stopp kann als Testfall für weitergehende Feuerpausen dienen, ohne den Krieg insgesamt zu beenden. Für die Ukraine wäre das relevant, weil Angriffe auf das Stromnetz und die Energieinfrastruktur in der Vergangenheit regelmäßig Druck auf die Zivilbevölkerung erzeugt haben. Für Russland gilt umgekehrt, dass ukrainische Angriffe auf die Erdöl- und Treibstofflogistik die eigene Kriegswirtschaft belasten.

Was ein solcher Schritt leisten könnte

Selbst wenn beide Seiten tatsächlich auf Angriffe verzichten, bliebe die Vereinbarung fragil. Ein Abkommen zu Energiezielen hätte vor allem dann Gewicht, wenn es mit klaren Kontroll- und Kommunikationskanälen verbunden wäre. Ohne solche Sicherungen drohen schnell neue Vorwürfe, der Gegner halte sich nicht an die Abmachung.

Für Leserinnen und Leser ist entscheidend: Ein begrenzter Schutz kritischer Infrastruktur könnte die Lage an den Energiemärkten, in den betroffenen Regionen und an der Front spürbar beeinflussen. Er wäre aber eher ein taktischer als ein strategischer Durchbruch, solange keine weitergehende politische Einigung in Sicht ist.

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