Starlink, Ukraine-Krieg

Starlink-Drosselung: Trump meldet Ende der Einschränkung

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 01:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump erklärte, der SpaceX-Gründer habe die Einschränkung des Satelliteninternets beendet. Zugleich blieb offen, wer die Maßnahme veranlasste und ob der Zugang tatsächlich überall wieder mit voller Leistung funktioniert.

Starlink bleibt für Kiews Streitkräfte zentral

  • Trump sagte in Washington, Musk habe die Drosselung des Starlink-Dienstes für die Ukraine aufgehoben.
  • Das ukrainische Militär nutzt Starlink unter anderem für Kommunikation, Aufklärung und Drohneneinsätze.
  • Berichte über eine weiterhin eingeschränkte Funktion und eine fehlende Bestätigung aus Kiew bleiben bestehen.
Trump behauptet, Musk habe die Starlink-Drosselung rückgängig gemacht. - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Trump spricht von Ende der Starlink-Drosselung

US-Präsident Donald Trump zufolge hat SpaceX-Gründer Elon Musk die Drosselung des Satelliteninternets Starlink für die Ukraine wieder aufgehoben. Einen Bericht, wonach er Musk dazu angewiesen habe, kommentierte Trump nicht.

Trump nennt keine Details zu möglichem Gespräch

„Ob ich angerufen habe oder ob jemand anderes angerufen hat, spielt keine Rolle“, sagte Trump in Washington. Entscheidend sei, dass Musk die Einschränkung des Dienstes rückgängig gemacht habe.

Starlink gehört zu Musks Weltraumunternehmen SpaceX und ist für die ukrainischen Streitkräfte von großer Bedeutung. Das System wird unter anderem für Kommunikation, Aufklärung und Drohneneinsätze genutzt.

Berichte über Einschränkungen dauern an

Das Wall Street Journal hatte zuvor unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, Trump habe Musk am Mittwoch aufgefordert, die Verlangsamung rückgängig zu machen. Aus der Ukraine gab es demnach auch am Donnerstag noch Berichte über eine eingeschränkte Funktionsweise.

Eine offizielle Bestätigung aus Kiew, dass die Drosselung vollständig aufgehoben wurde, lag zunächst nicht vor. Der Vorgang bleibt damit auch für die militärische Nutzung relevant, weil bereits reduzierte Geschwindigkeiten Kommunikation und Drohnenoperationen beeinträchtigen können.

Musk und Weißes Haus wiesen Vorwürfe zurück

Vor Trumps Äußerungen hatten sowohl das Weiße Haus als auch Musk den Vorwurf einer gezielten Drosselung zurückgewiesen. Aus der Ukraine wurde seit gut einer Woche über Probleme mit Starlink berichtet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte, dass ukrainische Drohnen dadurch bei der Abwehr russischer Jetdrohnen und bei eigenen Angriffen behindert würden. Die Spannungen zwischen Selenskyj und Trump hatten zuletzt deutlich zugenommen; deshalb wurde auch über eine mögliche politische Veranlassung der Einschränkung spekuliert.

Starlink ist für die ukrainischen Streitkräfte weit mehr als ein gewöhnlicher Internetzugang. Das Satellitennetz ermöglicht Kommunikation, Aufklärung und die Steuerung beziehungsweise Koordination von Drohneneinsätzen auch dort, wo konventionelle Infrastruktur durch den Krieg beschädigt oder zerstört wurde.

Die politische Bedeutung des Vorgangs reicht deshalb über eine technische Störung hinaus. Wenn die Funktionsfähigkeit eines privat betriebenen Systems von Entscheidungen einzelner Unternehmen oder staatlicher Stellen abhängen kann, entsteht für militärische Nutzer eine strategische Abhängigkeit. Für die Ukraine betrifft das unmittelbar die Einsatzfähigkeit an der Front; für europäische Staaten stellt sich zugleich die Frage, wie verlässlich kritische US-Technologie im Bündnisfall verfügbar bleibt.

Abhängigkeit von privater Infrastruktur

Die Debatte fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Kiew und Washington. Trumps öffentliche Aussage stellt die Wiederherstellung des Zugangs in den Mittelpunkt, lässt aber offen, wer die Einschränkung veranlasste und wie vollständig sie beendet wurde. Berichte über weiterhin reduzierte Geschwindigkeit zeigen, dass die praktische Wirkung für die ukrainischen Streitkräfte nicht allein durch eine politische Erklärung geklärt ist.

Für die Leser in Deutschland ist der Vorgang vor allem mit Blick auf die europäische Verteidigungsfähigkeit relevant. Er macht sichtbar, welche Folgen es haben kann, wenn militärische Kommunikation und Datenverbindungen auf kommerziellen Plattformen beruhen, deren Kontrolle außerhalb Europas liegt. Kurzfristig zählt für Kiew die stabile Funktion des Netzes; langfristig gewinnt der Aufbau zusätzlicher, unabhängiger Kommunikationswege an Gewicht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Trump: Musk hat Starlink-Zugang für Ukraine wiederhergestellt“ (22.10.2026)

Der Deutschlandfunk berichtete, Trump habe die Wiederherstellung des Zugangs dargestellt, während Selenskyj weiterhin eine nicht volle Geschwindigkeit beklagt habe. Der Beitrag betone die zentrale Rolle des Systems für Kommunikation, Aufklärung und Drohneneinsätze und lasse die Verantwortlichkeit für die Einschränkung offen.

Euronews: „Palantir: NATO-KI lässt sich trotz Starlink-Störungen nicht abschalten“ (22.10.2026)

Euronews habe den Vorgang in einen größeren europäischen Technologiekontext eingeordnet. Der Artikel hebe hervor, dass die Starlink- und Starshield-Störungen die Abhängigkeit von US-Technologieunternehmen sichtbar machten, während Palantir für sein NATO-KI-System eine eigenständige Abschaltmöglichkeit zurückgewiesen habe.

Beide Beiträge stellten die Bedeutung der Satellitenverbindungen für die Ukraine heraus. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Der Deutschlandfunk konzentriere sich auf Trumps Aussage und die anhaltenden Einschränkungen, Euronews auf die Folgen für Europas technologische und militärische Abhängigkeit.

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