Pakistan, Terroranschlag

Schwerer Anschlag Pakistan: Autobombe trifft Polizeizentrale und Moschee in Kohat

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf dem Gelände einer Polizeizentrale im nordwestpakistanischen Kohat sind mindestens 16 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Explosion traf auch eine Moschee während des Freitagsgebets und fällt in eine Phase zunehmender Gewalt in der Grenzregion zu Afghanistan.

In den vergangenen Jahren kam es zu regelmäßigen Anschlägen in Pakistan. (Symbolbild) - Bild: Anjum Naveed/AP/dpa
In den vergangenen Jahren kam es zu regelmäßigen Anschlägen in Pakistan. (Symbolbild) - Bild: Anjum Naveed/AP/dpa

Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf dem Gelände einer Polizeizentrale in der nordwestpakistanischen Stadt Kohat sind nach Polizeiangaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden.

Angriff auf Polizeizentrale während des Freitagsgebets

Nach Angaben eines lokalen Polizeivertreters rammte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug das Tor der Polizeizentrale in Kohat und explodierte anschließend. Die Detonation ereignete sich während des Freitagsgebets und beschädigte dabei auch eine Moschee auf dem Polizeigelände. Die Sorge vor weiter steigenden Opferzahlen ist groß.

Viele Verletzte und dramatische Szenen

Mehr als 50 Verletzte wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wie ein Arzt der Deutschen Presse-Agentur sagte. Fernsehaufnahmen des pakistanischen Senders Geo zeigen Menschen, die in Panik vom Anschlagsort davonlaufen. Auf dem Boden sind leblose Körper zu sehen, Rettungswagen bringen Opfer in umliegende Kliniken.

Unruheprovinz mit aktiven Extremistengruppen

Zunächst reklamierte keine Gruppe den Anschlag in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa für sich. In dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet sind sowohl ein regionaler Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die pakistanischen Taliban (TTP) aktiv. Die Sicherheitslage hat sich dort in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert.

Serie von Angriffen auf Sicherheitskräfte

Erst Anfang August waren bei einem Selbstmordanschlag im Swat-Tal in derselben Provinz 14 Menschen getötet worden. Dieser Angriff ereignete sich vor einer Polizeiwache, vor der zuvor Hunderte Menschen gegen die zunehmende Gewalt in der Region demonstriert hatten. Auch in den Monaten davor kam es zu weiteren Anschlägen gegen Polizisten in Khyber Pakhtunkhwa.

Belastetes Verhältnis zu Afghanistan

Pakistan wirft der islamistischen Taliban-Regierung im Nachbarland Afghanistan vor, Terrorgruppen im Grenzgebiet Unterschlupf zu gewähren. Die Führung in Kabul weist diese Vorwürfe zurück. Im Frühling 2026 war der Konflikt zwischen den beiden Nachbarländern eskaliert; seither kommt es regelmäßig zu gegenseitigem Beschuss entlang der Grenze.

Einordnung in die Sicherheitslage in Nordwestpakistan

Der Anschlag in Kohat fällt in eine Phase hoher Spannungen in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Die Region entlang der afghanischen Grenze verzeichnet seit Jahren eine Zunahme von Angriffen auf Sicherheitskräfte und staatliche Einrichtungen. Dass eine Polizeizentrale Ziel eines Anschlags mit einer Autobombe wird und dabei eine Moschee während des Freitagsgebets getroffen wird, unterstreicht die Verwundbarkeit staatlicher Institutionen und religiöser Orte zugleich.

Wiederkehrende Gewalt gegen Polizei und Bevölkerung

Bereits Anfang August waren im Swat-Tal derselben Provinz 14 Menschen bei einem Selbstmordanschlag vor einer Polizeiwache getötet worden. Zuvor hatten dort Demonstrationen gegen die wachsende Gewalt stattgefunden. Der erneute Anschlag nahe einer Polizeieinrichtung zeigt, dass die Sicherheitskräfte weiterhin im Fokus militanter Gruppen stehen. Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass selbst vermeintlich geschützte Orte wie Polizeigelände und angeschlossene Gebetsstätten nicht als sicher gelten können.

Grenzkonflikt und Folgen für die Stabilität

Pakistan macht die Taliban-Regierung im Nachbarland Afghanistan dafür verantwortlich, militanten Gruppen im Grenzraum Rückzugsräume zu bieten, während Kabul diese Vorwürfe zurückweist. Der im Frühling 2026 eskalierte Konflikt zwischen beiden Staaten mit regelmäßigem gegenseitigem Beschuss trägt zur Instabilität der gesamten Grenzregion bei. Für Pakistan steht dabei nicht nur die Sicherung der Grenze, sondern auch die innenpolitische Autorität des Staates auf dem Spiel. Angriffe wie in Kohat könnten innenpolitischen Druck auf Regierung und Sicherheitsapparat erhöhen, die Maßnahmen gegen bewaffnete Gruppen zu verschärfen, während für die Zivilbevölkerung erneut die Frage nach Schutz und Vertrauen in staatliche Institutionen aufkommt.

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