Ukraine-Krieg, Saporischschja

Saporischschja: Russland tötet 18 Menschen bei Hilfsausgabe

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 19:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei der Ausgabe von Hilfsgütern in einer Schule wurden mindestens 18 Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Nach dem Angriff in der rund 25 Kilometer östlich von Saporischschja gelegenen Siedlung werden noch 27 Menschen vermisst.

Opfer und Schäden in Komyschuwacha

  • Bei der humanitären Ausgabe in einer Schule kamen mindestens 18 Menschen ums Leben.
  • Mindestens fünf Verletzte wurden gemeldet, während 27 Menschen als vermisst galten.
  • Mehr als zehn Bomben trafen die Siedlung; eine schlug direkt in einen Luftschutzkeller ein.
Die Ukraine wehrt sich seit über vier Jahren gegen russische Angriffe (Archivbild). - Bild: Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa

Luftangriff trifft Hilfsausgabe in Komyschuwacha

Bei einem russischen Luftangriff in dem ukrainischen Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Der Angriff ereignete sich während der Ausgabe humanitärer Hilfe in einer Schule.

27 Menschen werden vermisst

Mindestens fünf Personen wurden verletzt, nach weiteren Opfern wird gesucht. Der regionale Militärverwalter Mychajlo Semikin teilte mit, dass 27 Menschen als vermisst galten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine gezielte Bombardierung vor. Russland habe gewusst, dass die verbliebenen Einwohner von Komyschuwacha dort jede Woche humanitäre Hilfe erhielten, schrieb Selenskyj bei Telegram und auf der Plattform X.

Mehr als zehn Bomben abgeworfen

Die Siedlung wurde nach den Angaben mehrfach bombardiert. Insgesamt seien mehr als zehn Bomben abgeworfen worden; eine habe direkt einen Luftschutzkeller getroffen.

Komyschuwacha liegt etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Selenskyj forderte eine weltweite starke und harte Reaktion.

Region regelmäßig unter Beschuss

Die frontnahe Region Saporischschja ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Luftangriffe. Bei einem Angriff auf die Großstadt Saporischschja Mitte Oktober wurden 23 Menschen getötet, darunter vier Minderjährige.

Russland setzt in der Region neben ballistischen Raketen und Drohnen auch Gleitbomben ein. Diese werden von Kampfflugzeugen aus großer Höhe und sicherer Entfernung zur ukrainischen Flugabwehr abgeworfen und per Satellitennavigation ins Ziel gelenkt.

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die großangelegte russische Invasion.

Der Angriff trifft eine frontnahe Region, in der die Zivilbevölkerung trotz der andauernden Kämpfe auf grundlegende Versorgung angewiesen ist. Dass die Opfer während der Ausgabe humanitärer Hilfe in einer Schule starben, macht die besondere Gefährdung solcher Hilfsorte deutlich.

Komyschuwacha liegt rund 25 Kilometer östlich von Saporischschja und damit in einem Gebiet, das regelmäßig von russischen Luftangriffen betroffen ist. Neben Raketen und Drohnen setzt Russland dort auch Gleitbomben ein, die aus großer Entfernung abgeworfen und per Satellitennavigation gelenkt werden. Dadurch können russische Flugzeuge außerhalb der Reichweite vieler ukrainischer Abwehrsysteme operieren.

Humanitäre Hilfe unter Beschuss

Die Zahl der Toten und Vermissten zeigt die unmittelbare Wirkung solcher Angriffe auf Orte, an denen sich viele Menschen gezwungenermaßen versammeln. Für die Bewohner frontnaher Siedlungen bedeutet das, dass selbst Schutzräume und Hilfsangebote keine verlässliche Sicherheit bieten.

Politisch verschärft der Angriff den Gegensatz zwischen begrenzten humanitären Vereinbarungen und den fortgesetzten Kampfhandlungen. Kurz zuvor hatte eine mehrtägige Feuerpause im südukrainischen Oleschky die Evakuierung von Zivilisten ermöglicht. Der Angriff bei Saporischschja fällt damit in eine Phase, in der zugleich über weitere humanitäre Schritte und mögliche Kontakte zwischen den Kriegsparteien gesprochen wird.

Folgen für die Region

Für die Menschen in Saporischschja bleibt die Lage von wiederkehrenden Luftangriffen, der Nähe zur Front und eingeschränkten Evakuierungsmöglichkeiten geprägt. Die Suche nach weiteren Opfern und die Versorgung der Verletzten stehen zunächst im Vordergrund; zugleich dürfte der Angriff die internationale Debatte über den Schutz von Zivilisten und die Lieferung wirksamer Luftabwehr erneut prägen.

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