Kiew von Russland mit ballistischen Raketen beschossen – ein Toter
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 01:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen; nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko starb ein Mensch, zwei weitere wurden verletzt.
Mehrere Angriffswellen
Nach dem Auslösen des Luftalarms waren in Kiew mehrere schwere Explosionen zu hören. Militärnahe Telegramkanäle zählten in den ersten drei Angriffswellen mindestens 14 Raketen.
Klitschko zufolge rückten Rettungskräfte in mehrere Stadtteile aus. In einem Bezirk sei ein Wohnhaus beschädigt worden, möglicherweise seien Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Örtliche Medien berichteten zudem von mehreren Bränden im Stadtgebiet.
Viele Luftalarme binnen eines Tages
Der Angriff begann nach 1.00 Uhr Ortszeit, 0.00 Uhr MESZ. Zuvor hatte es in Kiew bereits elfmal Luftalarm gegeben.
Am selben Tag waren nach Angaben Klitschkos schnelle Kampfdrohnen mit Düsenantrieb eingeschlagen. Gegen diese Flugkörper habe die ukrainische Flugabwehr bislang nur wenige Mittel. Zudem fehle es an Munition, um ballistische Raketen abzufangen.
Weitere Opfer am Vortag
Bei Angriffen am Mittwoch waren in Kiew nach Angaben des Bürgermeisters zwei Menschen getötet und 45 verletzt worden. Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine. Die Ukraine wehrt sich mit Unterstützung westlicher Staaten.
Luftverteidigung unter wachsendem Druck
Der Angriff trifft Kiew in einer Phase, in der Russland unterschiedliche Flugkörper kombiniert. Ballistische Raketen erreichen ihre Ziele in kurzer Zeit und lassen der ukrainischen Flugabwehr nur ein begrenztes Reaktionsfenster. Zugleich erschweren schnelle, düsengetriebene Kampfdrohnen die Abwehr, weil sie herkömmliche Drohnen an Geschwindigkeit übertreffen.
Für die Hauptstadt bedeutet jeder nächtliche Luftalarm deshalb eine unmittelbare Belastung für die Zivilbevölkerung. In Kiew gehören Wege zu Metrostationen, Kellern und anderen Schutzorten seit Jahren zum Kriegsalltag. Besonders gefährdet sind Menschen, die Schutzräume wegen fehlender Barrierefreiheit oder großer Entfernung nicht rechtzeitig erreichen können.
Folgen für den Kriegsverlauf
Die wiederholten Angriffe binden ukrainische Abfangsysteme und Munition, die zugleich an anderen Frontabschnitten und zum Schutz kritischer Infrastruktur benötigt werden. Die Zahl der Opfer und Schäden in Kiew zeigt, dass die Angriffe nicht nur militärische Ziele betreffen, sondern den Alltag der Millionenstadt direkt prägen.
Parallel versucht die Ukraine, neue Abwehrmittel gegen schnelle Drohnen zu entwickeln. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte zuletzt den erfolgreichen Einsatz einer neuen ukrainischen Abfangdrohne gegen eine russische Geran-5. Solche Systeme könnten die Flugabwehr langfristig entlasten, ersetzen aber nicht die knappen Fähigkeiten zur Abwehr ballistischer Raketen.
